Der Sternenhimmel im August

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Am 1. August geht die Sonne gegen 21:20 unter. Auch in Norddeutschland wird nun die Nacht von Mitternacht bis ca. 3:00 wieder richtig dunkel. Am 31. August setzt die für die Deep-Sky-Beobachtung erforderliche astronomische Dunkelheit bereits gegen 22:30 ein. Im August bildet die abendliche Ekliptik einen flachen Winkel zum westlichen Horizont, daher geht die Sonne langsam unter, und so zieht sich die Abenddämmerung lange hin. Man hat daher Zeit, seine Geräte in aller Ruhe aufzubauen, während es noch einigermaßen hell ist. 
Im langjährigen Mittel ist der August der Monat mit den meisten klaren Nächten des Jahres. Da die Augustnächte nicht kalt sind, ist das nächtliche Beobachten angenehm. Außerdem geht im Laufe des Monats die Sonne immer früher unter und immer später auf. Bis zum Monatsende wächst die für die Deep-Sky-Beobachtung nutzbare Zeitspanne dadurch auf über sechs Stunden an. 
Wenn der Himmel klar ist, werden eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang allmählich die ersten Sterne des Sommerdreiecks am Abendhimmel mit dem bloßen Auge erkennbar. Anschließend treten einer nach dem anderen allmählich die schwächeren Sterne am Dämmerungshimmel hervor. Wenn es am Beobachtungsplatz keine Lichtverschmutzung gibt, kann man schließlich das schimmernde Band der Sommermilchstraße am nächtlichen Himmel über sich erleben. 
Am 10. August ist Vollmond. Der Mond steht zugleich in Erdnähe. Daher behindert der helle Mond die Beobachtung des Perseiden-Maximums in der Nacht vom 12. zum 13. August  gegen 23:00. Am 17. August steht der Mond im letzten Viertel. Am 25. August ist Neumond. In der letzten Augustwoche stört der Mond die Beobachtung lichtschwacher Himmelsobjekte nicht.

Erster Überblick um 22:30

Hoch am Himmel sieht man Wega, Deneb und Altair, die drei Sterne des Sommerdreiecks. Hoch über dem Westhorizont leuchtet Arktur. Über dem Südwesthorizont leuchten Mars und Saturn. Zieht man in Gedanken am Himmel eine gerade Linie von Arktur zu Wega und teilt sie in Drittel auf, stößt man von Arktur ausgehend nach einem Drittel dieser Linie auf den Stern Gemma in der Nördlichen Krone, nach einem weiteren Drittel auf das Sternbild Herkules. Unterhalb des Herkules sieht man die Sterne der Sternbilder Schlangenträger und Schlange. Darunter erkennt man über dem Horizont den rötlichen Stern Antares mit dem Vorderteil des Skorpions, östlich davon über dem südlichen Horizont das „Teekännchen“ im Sternbild Schütze.
Oberhalb des Schützen sieht man das Sternbild Adler. Im Osten zeigt sich das Sternbild Pegasus. Unterhalb des Pegasus erkennen wir die Sterne des Wassermanns und den Steinbock. Im Zenit sehen wir das kleine Sternbild Leier und links davon das Sternbild Schwan, das große „Kreuz des Nordens“. Zwischen Adler und Pegasus finden wir den zierlichen Sternenrhombus des Delphins. Im Nordosten erblicken wir schon das markante „Himmels-W“ der Cassiopeia und daneben Mirfak, den Hauptstern im Perseus.

23:00 Uhr bis 01:00 Uhr

Herkules

Man kann die nächtliche Beobachtung im Sternbild Herkules beginnen, das nun hoch am Himmel den Meridian passiert. Es liegt ca. 20° westlich der Leier, deren Position am Himmel man durch ihren hellen Hauptstern Wega leicht erkennt. Das Sternbild Herkules ist flächenmäßig das fünftgrößte Sternbild des Himmels, ist aber dennoch nicht sehr auffällig. 
Zieht man in Gedanken eine Linie vom 3,5m hellen Stern Eta Herkulis zum 3,6m hellen Zeta Herkulis und schaut sich die Stelle mit dem Fernglas an, nimmt man am ersten Drittel dieser Linie ein rundliches Nebelchen wahr. Betrachtet man das Nebelchen Im Fernrohr ab vier Zoll Öffnung und bei einer Vergrößerung ab 80x, sieht man dieses Nebelchen als kugelige Ansammlung zahlloser, scheinbar winziger Sterne. Das ist der Kugelsternhaufen M13. Er ist ca. 25.000 Lichtjahre entfernt. Das Licht das wir heute von ihm sehen hat den Kugelsternhaufen somit vor 25.000 Jahren verlassen, als auf der Erde noch die Eiszeit herrschte.
Schwenkt man von Eta Herkulis ca. 8,5° nach Norden, erahnt man bei dunklem, klarem Himmel im Fernglas 10 x 50 ein weiteres mattes Wölkchen. Das ist ebenfalls ein Kugelsternhaufen, NGC 6229. Dieser Kugelsternhaufen kann man jedoch nur mit Fernrohren großer Öffnung bei hoher Vergrößerung in Einzelsterne aufgelöst sehen, da er vier Mal weiter von uns entfernt ist als M13. 
Schwenkt man das Fernrohr von Pi Herkulis aus ca. 6,5° nach Norden, tritt der Kugelsternhaufen M92 ins Gesichtsfeld. Dieser Kugelsternhaufen ist so hell wie M13, hat aber einen dichteren Kernbereich als M13. M92 ist 30000 Lichtjahre entfernt.
Der 3,6m helle Stern Ras Algethi ist zwar nicht der hellste Stern im Herkules, dennoch ist er der Alpha-Stern dieses Sternbilds. Ras Algethi bildet in diesem Sternbild den Kopf des Herkules. Ras Algethi steht im Südteil des Sternbilds, nahe beim 2,1m hellen Ras Alhague, dem hellsten Stern des Sternbilds Schlangenträger. Ras Algethi ist ein Roter Überriese mit über 400 Sonnendurchmessern, ca. 400 Lichtjahre entfernt. In Fernrohren ab acht Zoll Öffnung zeigt sich Ras Algethi bei hoher Vergrößerung als enger Doppelstern mit schönem Farbkontrast: der hellere Partner ist orange, der schwächere erscheint grünlich-weiß.
Ca. 15° südlich von Theta Herculis steht ein weiterer beeindruckender Doppelstern, der 4,8m helle 95 Herkulis. Seine beiden Partner scheinen fast gleich hell und stehen in einem Abstand von 6 Bogensekunden voneinander, sie sind schon in kleinen Fernrohren getrennt zu sehen. Ihre Sternfarben sind golden und blauweiß. 
Auf der Mitte der Linie von Ras Algethi nach Gemma liegt der 2,8m helle Ruticulus (Beta Herculis). Ca. 4° nordöstlich von Ruticulus findet man im Fernrohr bei hoher Vergrößerung den Planetarischen Nebel NGC6210. Dieser Nebel ist klein, hat aber eine hohe Flächenhelligkeit und ist daher auch im Okular eines kleinen Fernrohrs als winziges blaues Scheibchen zu sehen. Bei guter Luftruhe ist auch der 12m hellen Zentralstern des Planetarischen Nebels erkennbar.
Ca. 11° nordöstlich von Beta liegt der 3m helle Sarin (Delta). Sarin ist ein optischer Doppelstern, dessen Partnersterne nur von uns aus gesehen am Himmel dicht beieinander stehen. Verlängert man die Linie von Ruticulus um ca. 7° über Sarin hinaus, stößt man auf den 3,4m hellen Doppelstern My Herculis. Die beiden Partnersterne von My Herculis stehen 19 Bogensekunden auseinander. In Fernrohren ab acht Zoll Öffnung erkennt man bei hoher Vergrößerung, dass der schwächere Partner seinerseits ein enger Doppelstern ist.

Drache

Gegen 23:00 sehen wir im Zenit die beiden Kopfsterne des Sternbilds Drache: Eltanin und Rastaban (Beta Draconis). Eltanin (Gamma Draconis) liegt 14 ° nördlich des 3,9m hellen Theta Herculis. Ca. 15° nördlich von Eltanin zeigt sich im Fernglas ein reiches Feld mit vielen schwachen Sternen, von denen einer im Okular leicht bläulich erscheint. Bei hoher Vergrößerung im Fernrohr entpuppt er sich als bläuliches Scheibchen. Das ist der Planetarische Nebel NGC 6543. Bei hoher Vergrößerung kann man den 10,5m hellen Zentralstern des Nebels erkennen. Dieser Nebel ist unter dem Namen „Katzenaugennebel“ bekannt. NGC 6543 erscheint im Fernrohr deutlich heller und größer als der häufiger beobachtete „Ringnebel“ M 57 in der Leier.
In Fernrohren mittlerer Öffnung kann man im Drachen die Galaxie NGC 6503 sehen. Sie liegt zwischen den Sternen Zeta Draconis und Chi Draconis, näher bei Chi. NGC 6503 erscheint im Fernrohr bei hoher Vergrößerung spindelförmig. Diese Galaxie ist ca. 18 Millionen Lichtjahre entfernt. 
Bei sehr klarem, dunklem Himmel kann man in Fernrohren ab vier Zoll Öffnung ca. 4° südöstlich von Iota Draconis die 10m helle Galaxie M102 beobachten. M102 erscheint linsenförmig, sie lässt sich bei dunklem Himmelshintergrund im Fernrohr gut erkennen.

Leier

Die Leier ist eines der kleinsten Sternbilder und ist dennoch eines der am meisten Beobachteten. Sein Hauptstern Wega ist einer der hellsten Sterne des Sommerhimmels. Wega ist ein Stern der Spektralklasse A0 und zugleich einer der nächsten und jüngsten Sterne in unserer Sonnenumgebung, er ist nur 25 Lichtjahre entfernt. 
Südlich von Wega erstreckt sich der kleine Sternenrhombus der Leier, der von dem Doppelstern Zeta Lyrae, dem Doppelstern Delta Lyrae, aus Gamma Lyrae und von Sheliak (Beta Lyrae) gebildet wird. Zwischen Gamma Lyrae und Sheliak finden wir bei Vergrößerungen ab 60-fach den Planetarischen Nebel M57, den berühmten „Ringnebel“. Ca. 4,5° südöstlich von Gamma Lyrae können wir im mittelgroßen Fernrohr den kleinen Kugelsternhaufen M56 erkennen. 
Nordöstlich von Wega sehen wir einen Stern, der schon dem normalsichtigen bloßen Auge länglich erscheint. Das ist Epsilon Lyrae. Schon ein kleines Fernrohr zeigt Epsilon als Doppelstern. Bei hoher Vergrößert zeigt sich jeder der beiden Partner selbst wiederum doppelt. Somit besteht Epsilon Lyrae tatsächlich aus vier Sternen, die einander paarweise im Laufe von Jahrhunderten umkreisen.

Schwan

Der Schwan ist das eindrucksvollste Sommersternbild: mit ausgebreiteten Schwingen und lang gestreckten Hals scheint er hoch am Nachthimmel zu segeln. Den Kopf des Schwans bildet der Stern Albireo (Beta Cygni), den Körper Sadr (Gamma Cygni), den Schwanz Deneb (Alpha Cygni). Der nördliche Flügel wird durch die beiden Sterne Delta Cygni und Iota Cygni gebildet, den südlichen Flügel zeichnen Gienah (Epsilon Cygni) und Zeta Cygni. 
Wir schauen zunächst auf Albireo. Dem bloßen Auge scheint Albireo recht unscheinbar. Der 3m helle Stern zeigt sich schon im kleinen Zweizöller als schöner, farbiger Doppelstern: ein Partner ist orange, der andere saphirblau. Zwischen Albireo und Sadr liegt ein reiches Milchstraßenfeld, das man sehr gut mit Ferngläsern und lichtstarken Fernrohren aller Größen beobachten kann. Der hellste Stern in diesem Gebiet ist der 3,9m helle Eta Cygni. 2,5° südsüdwestlich von Eta liegt Chi Cygni. Dies ist ein Veränderlicher Stern vom Mira-Typ, seine Helligkeit schwankt regelmäßig innerhalb von ca. 409 Tagen zwischen 3,5 m und 14 m. 
5° nordwestlich von Deneb sehen wir mit dem bloßen Auge das helle Sternenpaar Omicron 1 Cygni und Omicron 2 Cygni. Omicron 1 ist ein Doppelstern, der hellere Partner ist orange, der kleinere Partner ist blau, und in 5 Bogenminuten Abstand zu beiden sehen wir im Fernrohr einen weiteren blauen Stern: 30 Cygni. 
Auch Delta Cygni ist ein Doppelstern, um ihn zu beobachten muss man aber eine höhere Vergrößerung einsetzen, da seine beiden Partner nur 2 Bogensekunden Abstand voneinander haben.
Ca. 5° nördlich von Delta sehen wir den 4,5 m hellen Theta Cygni. 54 Bogenminuten östlich von Theta stoßen wir auf den 6,8 m hellen 16 Cygni, und 28 Bogenminuten östlich von 16 Cygni erkennen wir in einem Feld mit vielen schwachen Sternen bei hoher Vergrößerung ein rundliches, bläuliches Nebelchen. Das ist der Planetarische Nebel NGC 6826. Wenn man im Fernrohr direkt auf diesen kleinen Nebel blickt, wird er unsichtbar, und man nimmt dann nur den 10m hellen Zentralstern des Nebels wahr. Schaut man jedoch neben den Zentralstern, blinkt der Nebel bei diesem indirekten Sehen wieder auf. Daher wird NGC 6826 auch als der „Blinkende Planetarische Nebel“ bezeichnet.
1,4° südlich von Sadr liegt im Sternfeld der Milchstraße der unauffällige Offene Sternhaufen M29. Er zeigt im Fernglas wenige, aber helle Sterne. Deutlich mehr Sterne zeigt im größeren lichtstarken Teleskop der Offene Sternhaufen NGC 6819, der ca. 7,5° westlich von Sadr zu finden ist. Ein ausgedehnter Offener Sternhaufen ist M39, ca. 9° ostnordöstlich von Deneb. 
Das Sternbild Schwan enthält viele kleine Offene Sternhaufen, die im Fernrohr größerer Öffnung bei hoher Vergrößerung gut aufgelöst werden können, aber vor dem Hintergrund der Milchstraße nicht auffallen. NGC 6811 ist so ein kleiner Haufen, der ca. 50 schwache Sterne enthält. Wir finden ihn ca. 2° nordwestlich von Delta Cygni.
Falls man einen  Beobachtungsplatz hat, der viele Kilometer weit von störenden Lichtquellen und Ortschaften liegt, kann man bei dunklem, klarem Himmel mit dem bloßen Auge oder mit dem lichtstarken Fernglas östlich von Deneb den ausgedehnten galaktischen Gasnebel NGC 7000 erahnen, den man auch unter dem Namen „Nordamerika-Nebel“ kennt. Für die Beobachtung mit einem Teleskop ist dieser Nebel viel zu groß. Wenn die Beobachtungsdingungen so gut sind, dass der Nordamerikanebel zu sehen ist, kann man mit lichtstarkem Beobachtungsgerät auch südlich des südlichen Schwanenflügels den Cirrusnebel beobachten. Dann kann dieser ausgedehnte Supernova-Überrest im großen Fernglas einen fast geisterhaften Anblick bieten. Bei Einsatz eines UHC- oder OIII-Filters wird der schwach leuchtende Nebel viel besser sichtbar.
Ca. 6° nordöstlich von Epsilon Cygni liegt der Doppelstern 61 Cygni. Seine Entfernung zur Erde wurde im Jahre 1831 von Friedrich Wilhelm Bessel durch Messung seiner Parallaxe zu 11,3 Lichtjahren bestimmt. 61 Cygni ist im Fernglas leicht zu sehen.

Adler

Das Sternbild Adler enthält weder eindrucksvolle Sternhaufen noch helle Nebel. Statt dessen bietet es dem Beobachter sehr viele Sterne, da es mitten in der Milchstraße liegt. Beobachtet man diese Himmelsgegend in einer sternklaren, mondlosen Nacht mit einem lichtstarken Fernglas, dann kann man eine Spezialität des Sternbilds Adler erkennen: Es enthält Dunkelwolken, die sich vor dem Hintergrund zahlreicher schwacher Milchstraßensterne abzeichnen. Sie sehen wie Löcher im dichten Sternenfeld aus, tatsächlich sind es aber um riesige Staubwolken, die das Licht der hinter ihnen stehenden Sterne vollständig verschlucken Eindrucksvoll sind die Dunkelwolken Barnard 133, Barnard 134 und Barnard 142..
Ca. 13,5° westlich von Terazed (Gamma Aquilae) liegt der kleine Offene Sternhaufen NGC 6709, der schon im kleinen Fernrohr bei niedriger Vergrößerung in Dutzende Sterne aufgelöst gesehen werden kann.

Schütze

Ab 23:00 kann man über dem südlichen Horizont die Sterne des Sternbildes Schütze gut erkennen. Gegen Mitternacht passiert dieses Sternbild den Meridian. Nun haben wir die beste Gelegenheit, dieses für uns leider horizontnahe, aber reiche Sternbild intensiver zu beobachten. Seine hellsten Sterne stehen am Himmel in einer Anordnung, die an eine bauchige Teekanne mit Deckel erinnert. Der Stern Nash (Gamma Sagittarii) bildet die Spitze der Ausgusstülle, Epsilon, Delta, Phi, Sigma und Zeta bilden den Körper den Kanne, und Lambda die Spitze des abgeflachten Kannendeckels.. 
Ist der Nachthimmel dunkel und klar, erkennt man 2,5° nordöstlich von Lambda mit bloßem Auge einen matten Lichtschimmer. Das ist M22, der hellste Kugelsternhaufen der Nordhalbkugel. Schon im kleinen Fernrohr kann man M22 bei höherer Vergrößerung leicht in einzelne Sterne auflösen. 
Ca. 0,5° nordwestlich von Nash stoßen wir auf zwei weitere, kleinere Kugelsternhaufen: NGC 6522 und NGC 6528. Auch sie sind schon im kleinen Fernrohr erkennbar, aber Einzelsterne lassen sich nur in Fernrohren größerer Öffnung erkennen.
Ca. 6° nördlich von Nash liegt M8, den berühmten „Lagunennebel“. Dieser Nebel ist an dunklen Standorten bei klarem Himmel schon mit dem bloßen Auge zu erkennen. Im lichtstarken Fernglas zeigt M8 eindrucksvolle Dunkelwolken, in die der Offene Sternhaufen NGC 6530 eingebettet ist. Im Fernrohr bietet NGC 6530 zahlreiche nadelfeine Sterne. Ca. 1,5° nordwestlich von M8 liegt M20, der „Trifidnebel“. Schon im kleinen Fernrohr zeigt er sich als eine leuchtende Nebelwolke, die von dunklen Staubbändern in drei Teile aufgespaltet erscheint. Ca. 5° nördlich von My Sagittarii liegt der auffällige Galaktische Nebel M17. Der Nebel ist auch als „Schwanennebel“ oder  „Omeganebel“ bekannt und einer der hellsten Nebel am Himmel.
In der Richtung des Schützen liegt das Zentrum unserer Milchstraße. Dieses Zentrum wurde dadurch entdeckt, dass es von zahlreichen Kugelsternhaufen umkreist wird. Daher kann man in diesem Sternbild sogar mit kleinen Fernrohren ein Dutzend Kugelsternhaufen beobachten, solange der Himmel dunkel und klar ist. Einige dieser Kugelsternhaufen sind Messier-Objekte, z. B. M55, M56, M28, M69 und M70.

01:00 Uhr bis 04:00 Uhr

Um 1:00 senkt sich das Sternbild Schütze zum Südwesthorizont. Der Schwan steht nun im Zenit. Der Steinbock nähert sich über dem südlichen Horizont dem Meridian. Hoch im Osten sehen wir das Sternenquadrat des Pegasus mit der daran angehängten Sternenkette der Andromeda, nördlich davon sehen wir das markante Sternbild Cassiopeia, im Nordosten erhebt sich das Sternbild Perseus, darunter steigt das Sternbild Fuhrmann über den Horizont. Am Himmel blitzt eine Sternschnuppe auf. Sie kommt vom Sternbild Perseus und ist schnell unterwegs. Es ist ein Perseid, seine Bahn endet südlich des Sternbild Pegasus.

Pfeil
Das kleine Sternbild Pfeil liegt zwischen den beiden Sternbildern Schwan und Adler. Es ist ein altes Sternbild, seine drei hellen Sterne Eta, Gamma und Delta Sagittae bilden den Schaft des Pfeils, die Sterne Alpha und Beta Sagittae stellen die Steuerfedern dar. Ca. 1,5° östlich von Delta Sagittae finden wir im lichtstarken Fernglas ein Nebelfleckchen, das sich in lichtstarken Fernrohren ab 6 Zoll Öffnung bei höherer Vergrößerung als ein dichter, dreieckiger Sternhaufen aus schwachen Sternen entpuppt. Das ist M71. Bis vor kurzem war unklar, ob es sich bei M71 um einen sehr alten Offenen Sternhaufen oder um einen Kugelsternhaufen handelt. Heute weiß man, dass M71 ein Kugelsternhaufen ist, der auf seiner Bahn um das Zentrum der Milchstraße im Laufe von Jahrmilliarden viele seiner Sterne in der Scheibe der Milchstraße verloren hat.
Ca. 4° westnordwestlich von Alpha Sagittae stoßen wir im Fernglas auf einen ungewöhnlich geformten Offenen Sternhaufen, dessen helle Mitglieder in Form eines Kleiderbügels angeordnet sind. Dieser „Kleiderbügelhaufen“ heißt offiziell „Collinder 399“, er liegt knapp jenseits der Grenze des Sternbilds Pfeil im Sternbild Füchslein. Ca. 2° westlich des Kleiderbügelhaufens sind wir aber wieder im Gebiet des Sternbilds Pfeil, und hier liegt der 6,2m helle, blauweiße Stern U Sagittae. U Sagittae ist ein bedeckungsveränderlicher Stern, dessen Helligkeit regelmäßig nach 81 Stunden für 1 Stunde und 40 Minuten ziemlich abrupt von 6,2m auf 9,2m abfällt. Es lohnt sich, diese Zeitpunkte zu ermitteln und den Stern zu beobachten. Die Abschwächung zum Minimum erfolgt innerhalb weniger Minuten.

Füchslein

Das Füchslein ist ein unauffälliges Sternbild, das keine hellen Sterne enthält. Es liegt südlich des Sternbilds Schwan und nördlich des Sternbilds Pfeil. Erfunden wurde es von Johann Hevel aus Danzig. Markante Objekte im Füchslein sind neben dem schon erwähntem „Kleiderbügelhaufen“ der große und helle Planetarische Nebel M27, der als „Hantelnebel“ bekannt ist. M27 liegt ca. 3,5° nördlich des 3,5m hellen Gamma Sagittae. Bei klarem, mondlosem Himmel ist M27 schon im Fernglas zu erkennen. Im Fernrohr zeigt M27 bei 100facher Vergrößerung eine symmetrische, seitliche Einschnürung, durch die der Nebel letztlich seinen Namen bekommen hat. In Fernrohren größerer Öffnung werden im Hantelnebel den 13m hellen Zentralstern und zahlreiche weitere Strukturen erkennbar. Ein Nebelfilter (UHC, O III) ist bei dieser Beobachtung sehr vorteilhaft.

Schild

Südwestlich des Adlers liegt das kleine Sternbild Schild.Es ist ebenfalls eine Erfinfung von Johann Hevel. Da es keine auffälligen Sterne enthält, wird es von vielen Beobachtern übersehen. Doch es liegt im Band der Milchstraße nahe zum Sternbild Schütze, daher gibt es hier viele Sternwolken und Offene Sternhaufen. Sehr schön ist der Offene Sternhaufen M11, den wir ca. 4° südwestlich von Lambda Aquilae finden. Dieser kleine, helle Sternhaufen ist auch als „Wildentenhaufen“ bekannt. 
Das Himmelsareal unmittelbar südlich von M11 enthält eine ausgedehnte Milchstraßenwolke aus unzähligen Sternen, die als „Schildwolke“ bekannt ist. An dieser Stelle bietet uns der Himmel einen von Dunkelwolken weitgehend unverstellten Blick auf dichte Sternenmassen, die in einer Entfernung von über 20000 Lichtjahren in der Nähe des Milchstraßenzentrums liegen. Diese ganze Region ist von ausgedehnten Dunkelwolken umrahmt. Sie kann im lichtstarken Fernglas bei dunklem, klarem Himmel einen faszinierenden Anblick bieten. 

Steinbock

Am westlichen Ende des Steinbocks ist ein auffälliger Doppelstern zu sehen.  Das ist der 3,9m helle Algiedi (Alpha Capricornis) Die beiden Partner (Alpha 1 und Alpha 2) sind jedoch kein physisches Paar, sondern liegen von uns aus gesehen nur zufällig in derselben Richtung. Jeder dieser Partner ist jedoch seinerseits ein Doppelstern, wobei ihre jeweiligen Partnersterne aber nur schwach leuchten.
Ca. 2,5° südöstlich von Algiedi liegt der 3 m helle Dabih (Beta). Dabih ein echter physischer Doppelstern, seine beiden Partner haben verschiedene Farben, stehen 210 Bogensekunden auseinander und sind schon im Fernglas schön getrennt zu sehen. Ca. 7° südsüdwestlich von Delta Capricornis kann man im lichtstarken Fernrohr den kleinen Kugelsternhaufen M30 beobachten. Ca. 8.3° westlich von Algiedi (Alpha Capricornis) findet man bei 80-facher Vergrößerung ein winziges grünliches Wölkchen. Das ist der Planetarische Nebel NGC 6818. Durch seine Farbe unterscheidet er sich deutlich von allen Sternen seiner Umgebung. NGC 6818 ist auch unter dem Namen „Little Gem Nebel“ bekannt.

Wassermann

Das Gebiet des Sternbilds Wassermann erstreckt sich südlich des 0,7m hellen Sterns Enif im Pegasus sowie nördlich und östlich des Steinbocks. Da es keine hellen Sterne enthält, ist es ein eher unauffälliges Sternbild. Dennoch bietet es viele sehenswerte Beobachtungsobjekte. Ca. 4,5° nördlich des 2,9m hellen Sterns Mesarthim (Beta Aquarii) finden wir im Fernglas 10 x 50 einen rundlichen Nebelfleck, das ist der 6,5m helle Kugelsternhaufen M2. Im Zweizöller zeigt M2 einen Durchmesser von sechs Bogenminuten. Der Sternhaufen hat eine helle Zentralregion. Erst in Fernrohren ab 6 Zoll Öffnung bei Vergrößerungen ab 150x kann man M2 bis fast in sein Zentrum hinein in Einzelsterne aufgelöst sehen.
NGC 7009 ist ein heller und recht berühmter Planetarischer Nebel im Sternbild Wassermann, der auch als der „Saturnnebel“ bekannt ist. Wir finden ihn ca.1,3° westlich der 4,5 m hellen Sterns Ny Aquarii. Im Fernglas 10 x 50 sieht man NGC 7009 als einen 8m hellen, leicht grünlicher Stern. Im Fernrohr erscheint er bei einer Vergrößerung ab 50x als grünliches Scheibchen. Da NGC 7009 recht hell ist, kann man ihn bei guter Luftruhe selbst im kleinen Fernrohr mit Erfolg mit hohen Vergrößerungen betrachten. Die seitlichen Nebelfortsätze, die NGC 7009 seine Ähnlichkeit mit Saturn verleihen, werden aber nur in Fernrohren ab sechs Zoll Öffnung unter idealen Beobachtungsbedingungen erkennbar.
Wenn man am Himmel eine Linie von Ny Aquarii nach Dabih (Beta Capricornii) zieht, stößt man dort mit einem lichtstarken Fernglas bei dunklem, klarem Himmel nach einem Drittel dieser Strecke auf einen schwachen und kleinen Nebel. Im kleinen Fernrohr erkennt man einen blassen Nebelball. In größeren Fernrohren kann der Nebelball am Rand in einzelne Sterne aufgelöst werden. Wir sehen hier den Kugelsternhaufen M72, der über 60.000 Lichtjahre von uns entfernt ist. 
Ca. 1,5° östlich des 4,8m hellen Sterns Sigma Aquarii erkennt man im Fernglas ein 7,8m helles Sternchen. Es bewegt sich im Laufe des Monats gemächlich in westliche Richtung. Das Sternchen ist der Planet Neptun. Er erreicht am 29. August seine diesjährige Oppositionsstellung und kann während der ganzen Nacht beobachtet werden.

Pegasus

Nördlich des Steinbocks leuchtet am Himmel ein auffällig heller Stern. Das ist der 1,8m helle Enif (Epsilon Pegasi). Ca. 4° nordwestlich von Enif finden wir im Fernglas den Kugelsternhaufen M15. Schon im Fernrohr ab 10 cm Öffnung wird M15 schön in einzelne Sterne aufgelöst, der Kugelsternhaufen zeigt ein mit Sternen dicht besetztes Zentrum.
An der rechten oberen Ecke des Pegasusquadrats steht der 2,5 m helle Scheat (Beta Pegasi). Scheat ist ein Roter Riese, dessen Helligkeit irregulär schwankt. 
Fünf Grad nordwestlich von Scheat finden wir den 3m hellen Matar (Eta Pegasi). 4,3 Grad nordnordwestlich von Matar steht die 9,5 m helle Spiralgalaxie NGC 7331. Diese große Galaxie ist über 60 Millionen Lichtjahre entfernt. Wer Besitzer eines Teleskops mit großer Öffnung ist, findet damit in der unmittelbaren Umgebung von NGC 7331 weitere kleine Spiralgalaxien.
Ca. 3°südlich von Markab kann man mit einem Fernrohr ab 5 Zoll Öffnung die Galaxie NGC 7479 beobachten. Bei sehr guten Bedingungen kann man diese Galaxie auch in einem kleineren Fernrohr erkennen.

Andromeda

Nördlich und östlich des Pegasus erstreckt sich das Gebiet des großen Sternbilds Andromeda. Hier zieht die große Nachbargalaxie M31 unsere Aufmerksamkeit auf sich. Das helle Zentrum von M31 nahe bei Ny Andromeda ist bei halbwegs dunklem, klarem Himmel in der Regel mit bloßem Auge zu erkennen. Da M31 am Himmel fast 4° überspannt (das entspricht acht Vollmonddurchmessern!), passt diese Galaxie trotz ihrer Entfernung von 25 Trillionen Kilometern nicht in das Gesichtsfeld, das die Okulare üblicher Amateurfernrohre bieten können. Im Fernrohr großer Brennweite sieht man von M31 nur der helle Zentralbereich sowie ihre beiden Begleitgalaxien M32 und M110. Setzt man für die Beobachtung ein lichtstarkes Fernrohr mit geringer Brennweite ein, kann man im Okular bei ausreichender Objektivöffnung auch die Staubbänder der Spiralarme dieser Galaxie erkennen. Hierbei ist ein lichtstarkes Fernglas manchmal besser geeignet.
Wer im Sternbild Andromeda auch eine schwächere Galaxie sehen möchte, sollte sein Fernrohr auf IC 404 richten. Diese 10m helle Galaxie steht sieben Bogenminuten nordwestlich des 2m hellen Sterns Mirach (Beta Andromedae) und ist hier bei dunklem, klarem Himmel und höherer Vergrößerung leicht aufzufinden. IC 404 ist ca. 8 Millionen Lichtjahre entfernt, 40000 Mal weiter als Mirach.
Der 2,3m helle Alamak (Gamma Andromedae) ist ein markanter Doppelstern, der auch in Fernrohren kleiner Öffnung bei hoher Vergrößerung schön zu beobachten ist. Der hellere der beiden Partner erscheint im Okular orange, der schwächere erscheint bläulich.
Ca. 14° nördlich von Scheat (Beta Pegasi) finden wir leicht den 3,6m hellen Stern Omikron Andromedae. Ca. 6,3° östlich von Omikron steht der 4,5 m helle Iota Andromedae. Zieht man am Himmel von Omikron eine Linie zu Iota, findet man am Himmel nach zwei Dritteln dieser Strecke den 5,3m hellen Stern 13 Andromedae. 25 Bogenminuten südwestlich dieses Sterns steht der kleine, aber helle Planetarische Nebel NGC 7662. Er ist schon im Fernglas als bläulicher Stern zu sehen, aber erst bei hoher Vergrößerung im Fernrohr zeigt er sich als heller, auffällig blauer Ring. NGC 7662 ist auch als der „Blaue Schneeball“ bekannt. Betrachtet man NGC 7662 am Fernrohr mit einem UHC-Nebelfilter, kommt das blaue Leuchten von NGC 7662 besonders intensiv zur Wirkung. 

Perseus

Das Sternbild Perseus ist gegen Mitternacht niedrig über dem Nordosthorizont zu erkennen. In der Nacht vom 12. zum 13. August gehen vom diesem Sternbild besonders viele Perseiden aus, daher kann es sich am 12. ab 22:30 lohnen, das nahende Maximum dieser Sternschnuppen unter dem dunklen, klaren Nachthimmel zu beobachten. Man kann mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde rechnen, die mit 59 km/s in die Atmosphäre eintreten. Der Ursprungskörper der Perseiden ist der Komet 109P Swift-Tuttle. Die Perseiden werden seit der Antike beobachtet.
Außer den Perseiden bietet das Sternbild viele schöne Beobachtungsobjekte. Betrachtet man z. B. im kleinen Fernglas Mirfak, den hellen Hauptstern des Sternbilds Perseus, sieht man ihn umgeben von zahlreichen hellen, blauweißen Sternen, dem Sternhaufen Melotte 20. Die beiden prächtigen Offenen Sternhaufen „h und chi“ liegen mitten auf der Verbindungslinie von Delta Cassiopeiae nach Gamma Persei. Sie faszinieren jeden Beobachter in jedem lichtstarken optischen Gerät, das ihm ein großes Gesichtsfeld bietet. Ein weiterer ausgedehnter, aber viel lichtschwächerer Offener Sternhaufen ist NGC 1245, der 3° westlich von Mirfak zu finden ist. In der Verlängerung nach Westen stößt man auf den 2m hellen Algol (Beta Persei), dem bekanntesten bedeckungsveränderlichen Stern. Nach jeweils 2 Tagen, 20 Stunden, 48 Minuten und 56 Sekunden fällt Algols Helligkeit für zehn Stunden von 2m auf 3,5m ab. Fünf Grad nordwestlich von Algol sieht man im Fernglas den Offenen Sternhaufen M34. Für die Beobachtung mit dem Teleskop ist M34 zu groß, dafür kann man mit dem Teleskop im Sternhaufen M34 mehrere Doppelsterne als getrennt beobachten. 
Ca. 8° östlich von Mirfak liegt der helle Offene Sternhaufen NGC 1528. Er lässt sich auch bei niedrigen Vergrößerungen im Fernrohr leicht in Einzelsterne auflösen. Etwas mühsamer kann die Beobachtung von NGC 1513 werden. Dieser Offene Sternhaufen zeigt seine ringförmige Anordnung schwacher Sterne im Fernrohr erst bei höheren Vergrößerungen.
Auf der Mitte der Linie von Algol nach Zeta Persei liegt der Offene Sternhaufen NGC 1342. Diesen Sternhaufen sollte man in kleineren Fernrohren mit höheren Vergrößerungen beobachten, damit man auch seine schwächeren Sterne sehen kann.
An der Grenze zum Sternbild Andromeda liegt der „Kleine Hantelnebel“ M76. Wir finden ihn am einfachsten, wenn wir vom 2,3m hellen Doppelstern Alamak (Gamma Andromedae) ausgehen. Wenn wir unser Fernrohr von Alamak in Richtung auf Gamma Cassiopeia schwenken, stoßen wir dabei nach 7,5° auf den 3,5 m hellen rötlichen Stern 51 Andromedae. 2° nördlich von 51 Andromedae liegt der 4m helle, weiße Stern Phi Persei. 1° nördlich von Phi liegt M76. Bei dunklem Himmelshintergrund ist dieser kleine Planetarische Nebel auch schon im kleinen Fernrohr bei mittleren Vergrößerungen sichtbar. M76 erscheint rechteckig.

Walfisch

Das Sternbild Walfisch liegt südlich der beiden Sternbilder Fische und Widder. Diese beiden Sternbilder sind im Gegensatz zum Sternbild Walfisch nicht sehr auffällig, finden aber mehr Beachtung, weil sie auf der Ekliptik liegen. Im August ist das Sternbild Walfisch von Interesse, weil der Uranus hindurchzieht.
Südlich des Sternbilds Widder sehen wir den 2,5 m hellen Menkar (Alpha Ceti), den Hauptstern im Sternbild Walfisch. Dieser Stern markiert am Himmel den Kopf des Seeungeheuers, das der Sage nach von Perseus getötet wurde, um die jungfräuliche Prinzessin Andromeda davor zu retten, im Magen dieses Ungeheuers zu landen. Andromeda war die Tochter der Cassiopeia, der Vater der Andromeda war Cepheus, und Pegasus war das geflügelte Pferd, das der Leib der von Perseus enthaupteten Medusa im Sterben geboren hatte: Diese mythologischen Gestalten sehen wir heute als Sternbilder am Himmel.
Der Schwanz dieses Sternenwalfisches wird durch den 2m hellen Stern Deneb Kaitos (Beta) markiert. Beta ist ein Roter Unterriese in 65 Lichtjahren Entfernung. 
Der berühmteste Stern des Sternbilds Walfisch ist Mira Ceti. Mira ist ein langperiodisch veränderlicher Roter Riese, dessen visuelle Helligkeit im Maximum 2m erreicht, während sie im Minimum unter 8m fallen kann. Mira ist zurzeit gut zu sehen, denn sein letztes Maximum lag im Juni.
Da das Sternbild Walfisch abseits der Milchstraße liegt, findet man im dem Sternbild weder auffällige Offene Sternhaufen noch aktive Sternentstehungsgebiete. Statt dessen kann man hier einige Galaxien beobachten. Zur erfolgreichen Beobachtung dieser beiden Galaxien benötigt man einen dunklen, klaren Himmel und ein Fernrohr großer Öffnung. 
Die Spiralgalaxie M 77liegt 3,15° südlich von Gamma Ceti. Eine weitere Galaxie ist NGC 247, wir finden sie ca. 3° südsüdöstlich von Deneb Kaitos. NGC 247 ist eine Spiralgalaxie in Kantenlage. 

Überblick gegen 4:00 Uhr

Die Sterne des Schlangenträgers versinken allmählich im Westen im Horizontdunst. Das Sternbild Schütze ist bereits hinter dem Horizont verschwunden. Auch der Adler senkt sich im Südwesten zum Horizont. Das kleine Sternbild Eidechse steht nun im Zenit, östlich davon sehen wir die Sterne der Sternbilder Cassiopeia und Perseus.
Der Pegasus erreicht eben den Meridian. Darunter sehen wir den Wassermann, und tief im Süden leuchtet nun Formalhaut, der Hauptstern im Südlichen Fisch. Links davon kann man über dem Horizont einige Sterne des Bildhauers erahnen.

Abschluss

Nach 4:00 wird der Nachthimmel allmählich heller. Die schwachen Sterne beginnen zu verblassen. Die Nacht geht nun rasch zu Ende, Wir bauen die Geräte ab. Die Fernrohre sind außen etwas beschlagen, wir wischen sie mit den mitgebrachten Handtüchern trocken. Dann verpacken wir sie in ihre Transportkisten und verstauen alles im Kofferraum. In der Stille des heraufdämmernden kühlen Morgens kommen uns die Geräusche, die wir verursachen ungewöhnlich laut vor. Durch das Licht der Kofferraumbeleuchtung und unserer Kopfleuchten nehmen wir die Sterne am Himmel kaum noch wahr. Venus steigt im Nordosten über den Horizont, daneben erkennen wir die hellsten Sterne des Orions, die in der Morgendämmerung schon wieder verblassen
Dann stehen wi, schauen, nehmen Abschied von dem Platz, prüfen, ob wir nichts vergessen haben. Schließlich steigen wir ins Auto, sitzen bequem. Der Motor springt sofort an, die Scheinwerfer werden eingeschaltet. Die Landschaft jenseits des Scheinwerferlichts wird für uns unsichtbar. Danach rollen wir über den knirschenden Schotterweg bergab, biegen auf die leere Landstraße ein und fahren durch den Wald talabwärts nach Hause.

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