Der Sternenhimmel im September

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Am 1. September geht die Sonne gegen 20:20 unter, doch es wird erst ab 22:30 richtig dunkel. Am 2. September geht sie gegen 6:50 wieder auf. Bis zum 30. September verfrüht sich der Sonnenuntergang auf 19:15 und die astronomisch dunkle Nacht beginnt dann bereits gegen 21:00. Die ersten Spuren der Morgendämmerung machen sich danach erst gegen 5:45 bemerkbar, der Sonnenaufgang verspätet sich auf 7:34. Im Lauf des Septembers wird die dunkle Nacht somit um fast zwei Stunden länger.
Am 23. September um 4:29 MESZ überquert die Sonne den Äquator nach Süden, dann sind Tag und Nacht gleich lang, der Sommer endet und der Herbst beginnt. Bis zum 21. März des kommenden Jahres werden auf der Nordhalbkugel die Nächte wieder länger dauern als die Tage.
In früheren Septembern waren milde Hochdruckwetterlagen mit klarer, trockener Luft, leichtem Wind und milden Temperaturen häufig. Man nennt dieses Wetter den „Altweibersommer“. Der kann in diesem September auch auftreten. Dann ist während der Nacht die Luftruhe meist besser als im Hochsommer, und so kann man am Fernrohr beider Beobachtung von engen Doppelsternen und feiner Details auf dem Mond endlich wieder höhere Vergrößerungen mit Aussicht auf Erfolg einsetzen.
Im Altweibersommer kann die Beobachtung des Sternenhimmels richtig Spaß machen: Die Nächte sind lang und kühl, aber noch nicht wirklich kalt. Bei klarer, ruhiger Luft kann man fern von störenden künstlichen Lichtquellen an einem abgelegenen Beobachtungsplatz einen prächtigen Sternenhimmel erleben, ideal für Beobachtungen mit Fernglas und Fernrohren jeder Größe. Wenn der Mond unter dem Horizont ist und man unter einem Landhimmel oder in den Bergen beobachtet, kann man eine atemberaubend schöne Milchstraße erleben.
Am 9. September ist Vollmond, am 24. September ist Neumond. Das Mondlicht kann daher in der ersten Monatshälfte bei der Beobachtung von Deep-Sky-Objekten stören. Venus beendet im Laufe des Monats ihre Morgensternphase. Jupiter beherrscht in den Stunden vor der Morgendämmerung den östlichen Himmel. Mars und Saturn können mit Glück nach Sonnenuntergang niedrig über dem westlichen Horizont beobachtet werden. Uranus ist fast während der ganzen Nacht im Fernglas und Fernrohr sichtbar. Neptun ist in der ersten Nachthälfte im Fernrohr gut erkennbar.

Erster Überblick um 21:30

Anderthalb Stunden nach Sonnenuntergang zeigt sich das Sternenkreuz des Schwans mit seinem Hauptstern Deneb im Zenit. Daneben leuchtet die helle Wega im kleinen Sternbild Leier. Westlich der Leier erkennen wir nach kurzem Suchen das charakteristische Muster der Sterne des Sternbilds Herkules. Südlich des Schwans erkennen wir das kleine Sternbild Pfeil, und unter dem Pfeil den hellen Stern Altair, den hellsten Stern im Sternbild Adler. 
Im Westen leuchtet orange Arktur im Sternbild Bärenhüter. Unterhalb des Herkules erkennen wir die Sterne des Sternbilds Schlangenträger und die Sterne von Kopf und Schwanz des Sternbilds Schlange. Knapp oberhalb des südlichen Horizonts kann man die hellsten Sterne des Sternbilds Schütze erahnen. Westlich davon sehen wir die Sterne des Sternbilds Skorpion mit dem orange leuchtenden Antares niedrig über dem noch leicht aufgehellten Südwesthorizont. Weiter im Westen kann man mit Glück Saturn und Mars niedrig über dem Horizont erahnen.
Östlich des Sternbilds Pfeil sehen wir den markanten, kleinen Sternenrhombus des Sternbilds Delfin, und daneben leuchtet der helle Stern Enif neben dem großen Sternenquadrat des Pegasus im Osten. Unterhalb des Pegasus kann man südlich der schwachen Sternenkette des Sternbilds Fische mit dem Fernglas den Uranus aufspüren. Südlich von Enif können wir mit etwas Glück einige hellere Sterne des Wassermanns sehen. Dort irgendwo versteckt sich Neptun. Im Nordosten steht die Cassiopeia schon hoch am Himmel. Bei genauem Hinsehen kann man oberhalb des Sterns Mirach im Sternbild Andromeda den Kerns der Andromeda-Galaxie als matten Schimmer erahnen.

22:00 Uhr bis 01:00 Uhr

Leier

Dieses kleine Sternbild steht gegen 22:00 fast im Zenit. Man findet es am Himmel problemlos durch seinen hellsten Stern Wega (Alpha Lyrae). Die Helligkeit Wegas beträgt 0,0m, Wegas Helligkeit dient als Eichwert für den Nullpunkt der astronomischen Helligkeitsskala. Wega ist 25 Lichtjahre entfernt, hat die dreifache Masse der Sonne und leuchtet mit 58 Sonnenleuchtkräften. 
Der griechischen Mythologie zufolge stellt das Sternbild die Leier des Orpheus dar. Hermes baute die Leier als Säugling aus dem Panzer seiner toten Schildkröte und lernte auf diesem Instrument zu spielen. Apollon hörte diese Musik und war davon so begeistert, dass er dem Hermes die Leier abkaufte und sie dem Sänger Orpheus schenkte. Nach dessen Tod wurde sie von Zeus als Sternbild an den Himmel versetzt. Südlich von Wega bezeichnet ein markantes Parallelogramm aus den vier Sternen Zeta, Gamma, Delta und Beta Lyrae den Rahmen dieser Leier.
An der rechten unteren Ecke des Parallelogramms liegt Beta Lyrae (Sheliak). Sheliak ist ein Veränderlicher Stern: Seine Helligkeit variiert sehr regelmäßig alle 12,9079 Tage zwischen 3,4m und 4,1m. Die regelmäßige Veränderungen in der Helligkeit von Sheliak kann man beim Vergleich mit dem an der linken unteren Ecke des Parallelogramms stehenden, 3,5m hellen Gamma Lyrae gut verfolgen: Im Maximum seiner Helligkeit ist Sheliak merklich heller als Gamma Lyrae, im Minimum seiner Helligkeit scheint Sheliak deutlich schwächer.
Auf der Linie zwischen Sheliak und Gamma findet man im Fernrohr bei mittleren Vergrößerungen den Planetarischen Nebel M57. Er wurde 1779 als erster seiner Art entdeckt, er erschien seinem Entdecker im Fernrohr so groß wie Jupiter, aber sehr viel lichtschwächer, ähnlich einem verblassten Planetenscheibchen. M57 erscheint im Fernrohr bei Vergrößerungen ab 60x wie ein matter, grauer Rauchring. Der 15m helle Zentralstern dieses Planetarischen Nebels ist bei guten Bedingungen in Fernrohren ab 12 Zoll Öffnung zu erkennen.
Der Stern Delta Lyrae steht an der linken oberen Ecke des Parallelogramms und ist ein weit geöffneter Doppelstern („Delta 1“ und „Delta 2“). Im Fernglas erkennt man im Gebiet um Delta 2 Lyra eine Ansammlung von Sternen. Dies ist der Offene Sternhaufen Stephenson 1, der ca. 600 Lichtjahre entfernt liegt und etwa so alt ist wie die Plejaden. 
Zeta Lyrae an der rechten oberen Ecke des Rahmens ist ein Doppelstern. Die beiden Partner sind hell und weiß, sie stehen in 44 Bogensekunden Abstand voneinander. 
Ein sehenswerter Doppelstern in der Leier ist der Stern Epsilon Lyrae. Wir finden diesen Stern sehr leicht ca. 1,5° nordöstlich von der Wega, denn Epsilon Lyrae bildet gemeinsam mit Delta Lyrae und Wega ein gleichseitiges Dreieck. Epsilon Lyrae erscheint Beobachtern mit gutem Sehvermögen mit dem bloßen Auge länglich. Im Fernglas sieht man Epsilon als Doppelstern: zwei gleich helle weiße Sterne mit einem schwarzen Zwischenraum. Im Fernrohr bei Vergrößerungen ab 100fach erscheint jeder der Partner seinerseits doppelt. Somit besteht Epsilon Lyrae aus vier Sternen, die einander in Jahrhunderten paarweise umkreisen. 
Ca.4,5° südöstlich von Gamma Lyrae können wir im mittelgroßen Fernrohr den kleinen Kugelsternhaufen M56 beobachten.

Adler

Das Sternbild Adler enthält weder spektakuläre Sternhaufen noch helle Nebel. Statt dessen bietet es sehr viele Sterne, da es mitten in der Milchstraße liegt. Beobachtet man dieses Sternbilds in einer sternklaren, mondlosen Nacht mit einem lichtstarken Fernglas, kann man hier ausgeprägte Dunkelwolken erkennen, die stellenweise wie Löcher im dichten Sternenfeld erscheinen. Das sind jedoch keine Löcher, sondern riesige Staubwolken, die das Licht der hinter ihnen stehenden Sterne vollständig absorbieren. Eindrucksvoll sind die Dunkelwolken Barnard 133, Barnard 134 und Barnard 142. 
Ca. 13,5° westlich von Terazed (Gamma Aquilae) liegt der kleine Offene Sternhaufen NGC 6709, der schon im kleinen Fernrohr bei niedriger Vergrößerung in Dutzende Sterne aufgelöst werden kann.

Pfeil

Das kleine Sternbild Pfeil finden wir zwischen Schwan und Adler. Seine drei Sterne Eta, Gamma und Delta Sagittae stellrn den Schaft des Pfeils dar, die Sterne Alpha und Beta Sagittae stellen seine Steuerfedern dar. Auch dieses kleine Sternbild ist seit der Antike bekannt. Abgeschossen wurde dieser himmlische Pfeil vermutlich von Herkules, dessen markantes Sternbild wir westlich des Sternbilds Pfeils sehen. Über das Ziel des Pfeils geben uns weder die Mythologen noch die Astronomen der Antike Auskunft.  
Ca. 1,5° östlich von Delta Sagittae finden wir im lichtstarken Fernglas ein mattes Nebelfleckchen, das sich bei höherer Vergrößerung in lichtstarken Fernrohren ab 6 Zoll Öffnung als dreieckiger Sternhaufen entpuppt. Dies ist der Kugelsternhaufen M71.
Ca. 4° westnordwestlich von Alpha Sagittae stoßen wir im Fernglas auf den ungewöhnlichen Sternhaufen Collinder 399, dessen helle Mitglieder sehr hübsch in Form eines Kleiderbügels angeordnet sind. Dieser „Kleiderbügelhaufen“ liegt schon im Sternbild Füchslein. Schon ca. 2° westlich dieses Kleiderbügelhaufens sind wir aber schon wieder im Gebiet des Sternbilds Pfeil, und hier liegt der 6,2m helle blauweiße Stern U Sagittae. Das ist ein Bedeckungsveränderlicher, dessen Helligkeit alle 81 Stunden für 1 Stunde und 40 Minuten ziemlich abrupt um drei Größenklassen auf 9,2m abfällt.

Füchslein

Das Sternbild Füchslein liegt südlich des Sternbilds Schwan und nördlich des Sternbilds Pfeil. Es ist schon seit der Antike bekannt, ist aber dennoch ein sehr unauffälliges Sternbild, da es keine hellen Sterne enthält. Im Füchslein kann man den „Hantelnebel“ M27 und den „Kleiderbügelhaufen“ finden.
M27 ist ein großer und heller Planetarischer Nebel. Er liegt ca. 3,5° nördlich des 3,5m hellen Gamma Sagittae. Bei klarem, mondlosem Himmel ist M27 schon im Fernglas zu erkennen. Im Fernrohr zeigt er bei 100facher Vergrößerung eine symmetrische, seitliche Einschnürung, die M27 den Namen „Hantelnebel“ eingetragen hat. In Fernrohren größerer Öffnung kann man im Hantelnebel bei höherer Vergrößerung den 13m hellen Zentralstern und zahlreiche weitere feine Strukturen erkennen. Hierbei ist ein gutes Nebelfilter (UHC, O III) sehr vorteilhaft.

Herkules

Das Sternbild Herkules steht gegen 22:30 westlich des Sternbilds Leier noch angenehm hoch am Himmel. Hier ist der Kugelsternhaufen M13 ein schönes Beobachtungsobjekt. Mit dem Fernglas oder im Sucher findet man M13 auf der Linie von Eta Herkulis nach Zeta Herkulis als rundliches Nebelbällchen. Im Fernrohr ab vier Zoll Öffnung und bei einer Vergrößerung ab 80x erscheint das Nebelbällchen als eine kugelige Ansammlung zahlloser, winziger Sterne. M13 ist einer der hellsten Kugelsternhaufen des Nordhimmels und ist ca. 22000 Lichtjahre entfernt.
Schwenkt man mit dem Fernrohr von Pi Herkulis ca. 6,3° nach Norden, stößt man auf M92, einen weiteren Kugelsternhaufen. Dieser Kugelsternhaufen ist so hell wie M13, doch stehen die Sterne in M92 dichter beisammen als in M13. 
Schwenkt man sein Fernrohr von Rutilicus (Beta Herculis) ca. 4° nach Nordosten, findet man im Okular bei 50facher Vergrößerung einen 9m hellen, blaugrünlichen Stern in einem Feld schwacher Sterne. Steigert man die Vergrößerung nun auf 150x, sieht man den Stern als eine blaugrünliche Scheibe mit einem zentralen, weißen Stern. Das ist der helle Planetarische Nebel NGC 6210.
Der Hauptstern des Sternbilds Herkules heißt Ras Algethi (Alpha). Wir finden diesen 3m hellen Stern im Südteil des Herkules, nahe bei Ras Alhague, dem hellsten Stern des Schlangenträgers. Ras Algethi ist ein Roter Überriese mit über 400 Sonnendurchmessern. Im Fernrohr zeigt sich Ras Algethi bei hoher Vergrößerung als enger Doppelstern mit schönem Farbkontrast: der hellere Partner ist orange, der schwächere leuchtet grünlich.
Ein weiterer schöner Doppelstern im Herkules ist der 4,8m helle 95 Herkulis. Wir finden ihn ca. 7° südlich von Theta Herculis. Die beiden Partner von 95 Herkulis stehen in einem Abstand von 6 Bogensekunden voneinander und sind schon in kleinen Fernrohren getrennt zu sehen. Seine beiden Partner leuchten golden bis weiß.

Sternbilder Schlangenträger und Schlange

Südlich des Sternbilds Herkules liegt das große Sternbild Schlangenträger. Es wurde im antiken Griechenland zum Andenken an Asklepios geschaffen. Der Sage nach war Asklepios ein Sohn Apolls und erlernte vom weisen Zentauren Chiron die Heilkunst. Als der aufmerksame Asklepios zufällig beobachtete, wie eine getötete Schlange durch ein Heilkraut wieder zum Leben erweckt wurde, das ihr eine andere Schlange ins Maul schob, nutzte er dieses erfolgreich dazu, Tote wieder zurück ins Leben zu holen. Hades, Bruder des Zeus und Herr des Totenreichs erfuhr davon und fürchtete, dass es durch diese Aktivitäten des Asklepios bald keinen Nachschub für sein Reich mehr geben werde. Daher bat er seinen Bruder Zeus, den Asklepios töten zu lassen. Zeus kam dieser Bitte nach, aber er versetzte den Asklepios zusammen mit seiner Schlange anschließend an den Himmel, um den von Wut und Trauer hin und her gerissenen Apoll zu trösten.
Der hellste Stern im Schlangenträger ist Ras Alhague (Alpha Ophiuchi), er liegt im Norden des Sternbilds und stellt im Sternbild den Kopf des Schlangenträgers dar. Die beiden hellen Sterne Chelebalrai (Beta Ophiuchi) und Kappa Ophiuchi bilden die Schultern des Schlangenträgers, Sabik (Eta Ophiuchi) links und Yed Prior (Delta Ophiuchi) rechts repräsentieren dessen kräftige Hände. Westlich des Schlangenträgers markieren die Sterne Unuk (Alpha Serpentis), My Serpentis und Delta Serpentis den nach oben gerichteten Hals der Schlange. Die Sterne Beta Serpentis, Gamma Serpentis und Kappa Serpentis bilden den kleinen, dreieckigen Schlangenkopf. 
7,5° südwestlich von Unuk findet man im Fernglas ein rundliches Nebelwölkchen. Das ist der Kugelsternhaufen M5. M5 wird schon im Fernrohr mit 63 mm Öffnung gut in einzelne Sterne aufgelöst.  
Östlich des Sternbilds Schlangenträger befindet sich der nach oben gerichtete Schwanz der Schlange, markiert durch die Sternenkette aus My Serpentis, Xi Serpentis, Sabik (Eta Serpentis) und schließlich Alya (Theta Serpentis) als Schwanzspitze. Alya ist ein hübscher Doppelstern für kleine Fernrohre. Beide Partner sind hell und weiß.
Der Schlangenträger enthält die Kugelsternhaufen M10, M12 und M14. Sie sind bereits im lichtstarken Fernglas zu entdecken. M12 liegt ca. 8,3° nordöstlich von Yed Prior und wird schon im kleinen Fernrohr in einzelne Sterne aufgelöst. M10 finden wir ca. 10° östlich von Yed Prior. M14 liegt ca. 8° südlich von Chelebalrai. In der Region südlich von Sabik befindet sich ein Dutzend weiterer Kugelsternhaufen, die in lichtstarken Fernrohren gesehen werden können. Diese Region liegt mitten in der Milchstraße und ist daher auch sehr reich an Sternen und Dunkelwolken. Bei mondlosem, klarem Himmel kann man hier im lichtstarken Fernglas und lichtstarken Teleskop schöne Beobachtungen machen.

Drache

Gegen Mitternacht sehen wir die beiden Kopfsterne des Sternbilds Drache im Zenit: Eltanin und Rastaban (Beta Draconis). Eltanin (Gamma Draconis) liegt ca. 14 ° nördlich des 3,9m hellen Theta Herculis. Ca. 15° nördlich von Eltanin zeigt sich im Fernglas ein Feld mit vielen schwachen Sternen, von denen einer im Okular bläulich erscheint. Bei hoher Vergrößerung im Fernrohr entpuppt sich der bläuliche Stern als bläuliches Scheibchen. Das ist kein Stern, sondern der Planetarische Nebel NGC 6543. Bei hoher Vergrößerung kann man im Fernrohr den 10,5m hellen Zentralstern des Nebels erkennen. Dieser Nebel ist unter dem Namen „Katzenaugennebel“ bekannt. NGC 6543 erscheint im Fernrohr deutlich heller und größer als der von Amateurastronomen häufiger beobachtete „Ringnebel“ M 57 im Sternbild Leier.
In Fernrohren mittlerer Öffnung kann man im Sternbild Drache die Galaxie NGC 6503 sehen. Sie liegt auf einer Linie zwischen den Sternen Zeta Draconis und Chi Draconis, näher bei Chi. NGC 6503 erscheint im Fernrohr bei hoher Vergrößerung spindelförmig. Diese Galaxie ist  18 Millionen Lichtjahre entfernt. 
Bei sehr klarem, dunklem Himmel kann man in Fernrohren ab vier Zoll Öffnung ca. 4° südöstlich von Iota Draconis die 10m helle Galaxie M102 beobachten. M102 erscheint linsenförmig, sie lässt sich bei dunklem Himmelshintergrund im Fernrohr gut erkennen.

Cepheus

Das Sternbild Cepheus liegt zwischen den Sternbildern Schwan und Cassiopeia und dem Polarstern. Die Anordnung der hellen Sterne dieses Sternbildes erinnert an das bekannte Muster „Haus des Nikolaus“, mit den Eckpunkten Alderamin (Alpha), Alfirk (Beta), Alrai (Gamma), Iota und Delta. Der 3,3m helle Stern Zeta Cephei bildet hierbei die untere linke Ecke.
Ca. 3,5° westlich von Zeta Cephei finden wir den 4m hellen, rötlichen My Cephei. My ist ein Roter Überriesenstern, einer der absolut größten und rötesten Sterne am Himmel. Ein weiterer kolossaler Riesenstern im Cepheus ist VV Cephei. Wir finden den mit dem bloßen Auge unauffälligen 4,9m hellen Roten Überriesen ca. 5,4° von Zeta auf einer Linie von Zeta nach Alfirk. VV ist ein Bedeckungsveränderlicher Stern von ca. 100 Sonnenmassen, der Hauptstern hat 1,5 Milliarden Kilometer Durchmesser und verdeckt seinen Begleiter, einen Blauen Riesenstern, alle 20,34 Jahre für jeweils 15 Monate.
Ca. 2,5° östlich von Zeta liegt der 4m helle Stern Delta Cephei. Delta Cephei ist der Namensgeber für die Veränderlichenklasse der Cepheiden. Cepheiden sind Riesensterne extrem hoher Leuchtkraft, die ihre Helligkeit durch in einem sehr regelmäßigen Zyklus verändern, dessen Periode nur von der absoluten Helligkeit des betreffenden Sterns abhängig ist. Die Periode des Helligkeitszyklus von Delta beträgt 5,3663 Tage: 1,5 Tage lang steigt seine Helligkeit bis auf 3,5m an und fällt in den folgenden 4 Tagen wieder auf 4,4m ab.
Delta Cephei ist zudem ein Doppelstern: sein blauweiße Begleiter steht in 41 Bogensekunden Abstand von Delta.
Wer Freude an besonderen Doppelsternen hat und sie durch ein Fernrohr ab sechs Zoll Öffnung beobachten kann, sollte sein Fernrohr ca. 44 Bogenminuten südlich von Delta Cephei auf den Doppelstern DO Cephei richten. DO Cephei ist ein Paar aus Roten Zwergen, 13,1 Lichtjahre entfernt, die in einen Winkelabstand von 2,5 Bogensekunden zueinander stehen und einander in 44,6 Jahren einmal umkreisen. Die Leuchtkraft dieser Zwergsterne beträgt 1,6 bzw. 0,4 Promille der Sonnenleuchtkraft. Die Sterne sind voneinander 9,5 AU entfernt, das entspricht dem Abstand der Sonne von Saturn. Im Laufe der Jahre kann man eine  Veränderung in der gegenseitigen Position der Partnersterne beobachten.
Ca. 6° östlich von Delta finden wir im Fernrohr den kompakten Offenen Sternenhaufen NGC 7510. Zur Beobachtung dieses kleinen, aber sehr aparten Sternhaufens ist ein Fernrohr ab 6 Zoll erforderlich, man sollte dabei eine hohe Vergrößerung verwenden.
5,5° westlich von Alderamin liegt der 4,2m helle Stern Theta Cephei. Ca. 2,3° südlich von Theta liegt der Offene Sternhaufen NGC 6939. In kleinen Fernrohren erscheint er als matter Nebel, in Fernrohren großer Öffnung zeigt er bei hoher Vergrößerung über hundert schwache Sterne. Bei hoher Vergrößerung kann man ihn schön mit der Galaxie NGC 6949 vergleichen, die ähnlich hell wie der Offene Sternhaufen ist und südöstlich von diesem im Abstand von 38 Bogenminuten liegt.

Cassiopeia

Das Sternbild Cassiopeia wird auch als das „Himmels-W“ bezeichnet. Es enthält mehrere schöne Offene Sternhaufen. Einer davon ist NGC 457 bei Phi Cassiopeiae, er ist unter dem Namen „Eulenhaufen“ bekannt. Mit etwas Phantasie erscheint er im Okular als eine Eule aus Sternen, die den Beobachter mit aufgerissenen Augen und ausgebreiteten Flügeln keck anfunkelt. 
Weitere sehenswerte Offene Sternhaufen im Sternbild Cassiopeia sind NGC 281, der ca. 1,5° östlich von Schedir (Alpha) liegt, sowie M103, ca. 1° nordöstlich von Ruchba (Delta) gelegen. Es empfiehlt sich, diese Sternhaufen im lichtstarken Fernrohr mit hoher Vergrößerung zu beobachten, weil dann die individuellen Farben der einzelnen Haufenmitglieder sehr schön zur Geltung kommen. Verlängert man die Verbindungslinie von Schedir über Caph um den Abstand dieser beiden Sterne hinaus, findet man dort im lichtstarken Fernrohr den Offenen Sternhaufen M52. Zwischen den Doppelsternen Rho und Sigma liegt der Offene Sternhaufen NGC 7889, mit Hunderten von lichtschwachen Sternen. NGC 7889 ist eine Entdeckung von Caroline Herschel. Für die Beobachtung von NGC 7889 braucht man ein lichtstarkes Fernrohr.

Perseus

Schaut man sich im kleinen Fernglas Mirfak, den hellen Hauptstern des Sternbilds Perseus an, sieht man ihn umgeben von zahlreichen ziemlich hellen, blauweißen Sternen. Das ist der Sternhaufen Melotte 20. 
Zwei prächtige Offenen Sternhaufen namens „h" und "chi“ finden wir auf der Mitte der Verbindungslinie von Delta Cassiopeiae nach Gamma Persei. Man erkennt diese Sternhaufen am klaren Nachthimmel zuweilen schon mit dem bloßen Auge als neblige Flecke. Diese Sternhaufen faszinieren jeden Beobachter in jedem lichtstarken optischen Gerät, das dem Beobachter ein großes Gesichtsfeld bietet. Ca 3° westlich von Mirfak liegt NGC 1245, ein weiterer großer, aber viel lichtschwächerer Offener Sternhaufen. In der Verlängerung nach Westen stößt man auf den 2m hellen Algol (Beta Persei), dem bekanntesten bedeckungsveränderlichen Stern. Nach jeweils 2 Tagen, 20 Stunden, 48 Minuten und 56 Sekunden fällt Algols Helligkeit für zehn Stunden von 2m auf 3,5m ab. Ca. 5° nordwestlich von Algol kann man im Fernglas den Offenen Sternhaufen M34 beobachten. Für die Beobachtung mit dem Teleskop ist M34 zu groß, aber man kann mit dem Teleskop darin einige Doppelsterne erkennen. 
Ca. 3,6° südlich von M34 kann man mit einem lichtstarken Fernrohr bei mittleren Vergrößerungen die Galaxie NGC 1023 beobachten. Diese Spiralgalaxie ist ca. 20 Millionen Lichtjahre entfernt.  
Ca. 8° östlich von Mirfak liegt der helle Offene Sternhaufen NGC 1528. Er lässt sich im Fernrohr auch bei niedrigen Vergrößerungen leicht in Einzelsterne auflösen. Etwas mühsamer kann die Beobachtung von NGC 1513 werden. Dieser Offene Sternhaufen zeigt im Fernrohr bei höheren Vergrößerungen eine ringförmige Anordnung schwacher Sterne.
Auf der Mitte der Linie von Algol nach Zeta Persei liegt der Offene Sternhaufen NGC 1342. Auch diesen Sternhaufen sollte man im kleineren Fernrohr mit höheren Vergrößerungen beobachten, damit man seine schwächeren Sterne wahrnehmen kann.
An der Grenze zum Sternbild Andromeda liegt der „Kleine Hantelnebel“ M76. Wir finden ihn am einfachsten, wenn wir vom 2,3m hellen Doppelstern Alamak (Gamma Andromedae) ausgehen. Wenn wir unser Fernrohr von Alamak in Richtung auf Gamma Cassiopeia schwenken, stoßen wir dabei nach 7,5° auf den 3,5 m hellen rötlichen Stern 51 Andromedae. 2° nördlich von 51 Andromedae liegt der 4m helle, weiße Stern Phi Persei. 1° nördlich von Phi liegt M76. Bei dunklem Himmelshintergrund ist dieser kleine Planetarische Nebel auch schon im kleinen Fernrohr bei mittleren Vergrößerungen sichtbar. M76 erscheint rechteckig.

01:00 Uhr bis 04:00 Uhr

Um 1:00 erreicht das Sternenquadrat des Pegasus den Meridian. Im Zenit sehen wir nun das Sternbild Cassiopeia. Wega steht hoch am Westhimmel, darunter sinkt das Sternbild Herkules zum Horizont. Im Südwesten sehen wir das Sternbild Adler mit Altair. Tief über dem Südhorizont leuchtet Formalhaut im Sternbild Südlicher Fisch. Über dem Südosthorizont sehen wir zwei helle Sterne, das sind Menkar und Deneb Kaitos im Sternbild Walfisch. Im Nordosten sehen wir Capella im Sternbild Fuhrmann. Darüber sehen wir Alfirk im Sternbild Cepheus. Zwischen Fuhrmann und Polarstern erahnen wir einige Sterne des Sternbilds Giraffe. 
Tief über dem Nordhorizont sehen wir die Sterne des Großen Bären.

Pegasus

Gegen 1:00 steht das Sternbild Pegasus ca. 60° hoch über den südlichen Horizont. Seine hellen Hauptsterne Markab (Alpha), Scheat (Beta) und Algenib (Gamma) bilden gemeinsam mit Alpheratz (Alpha Andromedae) ein auffällig großes Sternenquadrat, das den Rumpf des mythischen Zauberpferdes Pegasus darstellt. Gut 17° westlich von Algenib finden wir den 1,8m hellen Stern Enif (Epsilon Pegasi). Ca. 3° nordwestlich von Enif kann man im Fernglas einen rundlichen, in seinem Zentrum hellen Nebelfleck sehen: den Kugelsternhaufen M15. Man braucht ein Fernrohren ab vier Zoll Öffnung, um ihn bei 100facher Vergrößerung in Einzelsterne aufgelöst zu sehen: ein eindrucksvoller Anblick. 
Wenn wir das Fernrohr von Scheat aus 4° nach Nordwesten schwenken, stoßen wir auf den 3m hellen Stern Matar (Eta Pegasi). Ca. 5° nordnordwestlich von Matar liegt die Spiralgalaxie NGC 7331. Diese 10m helle Galaxie ist in kleinen Fernrohren nicht leicht zu sehen. Sie ist ca. 65 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Das Licht dieser Galaxie, das wir heute in unseren Fernrohren auffangen wurde von der Galaxie ausgesandt, als auf der Erde noch Dinosaurier herrschten.

Wassermann

Das Sternbild Wassermann erstreckt sich südlich des 0,7m hellen Sterns Enif im Pegasus sowie nördlich und östlich des Steinbocks. Es enthält keine hellen Sterne und ist daher ein unauffälliges Sternbild. Dennoch bietet es viele sehenswerte Beobachtungsobjekte. 
Ca. 4,5° nördlich des 2,9m hellen Sterns Mesarthim (Beta Aquarii) finden wir im Fernglas 10 x 50 einen rundlichen Nebelfleck, das ist der 6,5m helle Kugelsternhaufen M2. Schon im kleinen Fernrohr von 50 mm Öffnung zeigt M2 einen Durchmesser von sechs Bogenminuten. Dieser Sternhaufen hat eine helle Zentralregion. Doch erst in Fernrohren ab 6 Zoll Öffnung bei Vergrößerungen ab 150x kann man M2 bis fast in sein Zentrum hinein in Einzelsterne aufgelöst sehen.
NGC 7009 ist ein heller und häufig fotografierter Planetarischer Nebel im Sternbild Wassermann, der auch als der „Saturnnebel“ bekannt ist. Wir finden ihn ca.1,3° westlich der 4,5 m hellen Sterns Ny Aquarii. Im Fernglas 10 x 50 sieht man NGC 7009 als einen 8m hellen, leicht grünlichen Stern. Im Fernrohr erscheint er bei einer Vergrößerung ab 50x als grünliches Scheibchen. Da NGC 7009 recht hell ist, kann man ihn bei guter Luftruhe selbst im kleinen Fernrohr mit Erfolg mit hohen Vergrößerungen betrachten. Die seitlichen Nebelfortsätze, die NGC 7009 seine Ähnlichkeit mit dem Anblick Saturns verleihen, werden aber nur in Fernrohren ab sechs Zoll Öffnung unter idealen Beobachtungsbedingungen erkennbar.
Wenn man am Himmel eine Linie von Ny Aquarii nach Dabih (Beta Capricornii) zieht, stößt man dort mit einem lichtstarken Fernglas bei dunklem, klarem Himmel nach einem Drittel dieser Strecke auf einen schwachen und kleinen Nebel. Im kleinen Fernrohr erkennt man einen blassen Nebelball. In größeren Fernrohren kann der Nebelball am Rand in einzelne Sterne aufgelöst werden. Wir sehen hier den Kugelsternhaufen M72, der über 60.000 Lichtjahre von uns entfernt ist. 
Ca. 1,5° östlich des 4,8m hellen Sterns Sigma Aquarii erkennt man im Fernglas ein 7,8m helles Sternchen. Es bewegt sich im Laufe des Monats gemächlich in westliche Richtung. Das Sternchen ist der Planet Neptun. Er erreichte am 29. August seine diesjährige Oppositionsstellung und kann bis wenige Stunden vor Beginn der Morgendämmerung beobachtet werden.

Fische

Das Sternbild Fische liegt südlich des auffälligen Sternbilds Pegasus. Alle Sterne im Sternbild Fische sind ziemlich lichtschwach: selbst der Hauptstern Alrischa (Alpha) ist nur 4m hell, daher ist das Sternbild am aufgehellten Stadthimmel in der Regel nicht zu sehen. Alrischa ist ein enger Doppelstern, die Distanz der beiden Partner beträgt nur eine Bogensekunde. Ca. 12° nordwestlich von Alrischa liegt Zeta Piscium, ebenfalls ein Doppelstern. Schon im kleinen Fernrohr wird Zeta schön aufgelöst, seine beiden Partner erscheinen weiß. Ein interessantes Objekt in diesem Sternbild ist derzeit Uranus. Er strebt hier seine diesjährige Oppositionsstellung entgegen, die er am 4. Oktober erreichen wird. Man findet ihn ca. 4° südsüdwestlich des 4,4m hellen Sterns Delta Piscium. 
Bei klarem, mondlosem Himmel ist Uranus unter einem dunklen Landhimmel zuweilen mit dem bloßen Auge zu sehen. Im Fernglas lässt sich der 5,7m helle Planet problemlos auffinden. Im Fernrohr erscheint er als kleines, olivgrünes Scheibchen von 3,7 Bogensekunden Durchmesser. Bei genauer Beobachtung sind bei guten Beobachtungsbedingungen im Fernrohr sehr großer Öffnung bei hoher Vergrößerung sogar Wolkenbänder des Uranus sowie die helleren Uranusmonde Titania und Oberon erkennbar.
Außer dem Uranus bietet das Sternbild Fische weitere Objekte, die man mit dem Fernrohr beobachten kann.
Ca. 1,2° östlich des 3,5m hellen Sterns Eta Piscium liegt die Galaxie M74. Der sternförmig erscheinende helle Kern dieser Spiralgalaxie ist schon im kleinen Fernrohr gut zu sehen, wodurch M74 beim Beobachten oft für einen Stern gehalten wird. Die ausgedehnte Halo dieser Galaxie wird aber erst unter einem dunklen, klaren Neumondhimmel in Fernrohren ab 15 cm Durchmesser bei niedrigster Vergrößerung wahrnehmbar. 
Das Sternbild Fische liegt am Himmel abseits des Milchstraßenbandes. Daher enthält es keine Offenen Sternhaufen. Doch wenn man beim Beobachten ein lichtstarkes Fernrohr mit großer Öffnung einsetzt, kann man hier viele leuchtschwache Galaxien mit einer Flächenhelligkeit ab 12m aufwärts wahrnehmen und einen Eindruck von der ungeheuren Tiefe des Weltraums erfahren.

Walfisch

Südlich des Sternbilds  Widder sehen wir den 2,5m hellen Stern Menkar (Alpha Ceti), den Hauptstern im Sternbild Walfisch. Dieser Stern markiert am Himmel den Kopf jenes Seeungeheuers, das der Sage nach von Perseus getötet wurde, um die jungfräuliche Prinzessin Andromeda davor zu retten, im Magen des Ungeheuers zu enden. Andromeda war die Tochter der eitlen Königin Cassiopeia, ihr Vater war der König Cepheus, und Pegasus war das Flügelpferd, welches der Leib der Medusa gebar, nachdem Perseus ihr den Kopf abgeschlagen hatte: Alle diese Gestalten wurden in der Antike als Sternbilder am Himmel verewigt, und wir kennen sie bis heute.
Der Schwanz des Walfisches wird im Sternbild durch den 2m hellen Stern Deneb Kaitos (Beta Ceti) markiert. Beta ist ein Roter Unterriese in ca. 65 Lichtjahren Entfernung. 
Der wohl berühmteste Stern des Sternbilds Walfisch ist Mira (Omicron Ceti). Mira ist ein langperiodisch veränderlicher Roter Riese, dessen visuelle Helligkeit im Maximum 2m erreicht, während sie im Minimum unter 8m fallen kann. Während seines Helligkeitsminimums ist Mira für das bloße Auge unsichtbar. Mira erreichte im Juli ihr diesjähriges Maximum.
Da das Sternbild Walfisch abseits der Milchstraße liegt, gibt es darin weder auffällige Offene Sternhaufen noch aktive Sternentstehungsgebiete zu sehen. Statt dessen kann man hier einige hellere Galaxien beobachten, wie z. B. M 77. Diese Spiralgalaxie liegt ca. 3,15° südlich von Gamma Ceti. 
Die Galaxie NGC 247 findet sich 3° südsüdöstlich von Deneb Kaitos. NGC 247 ist eine Spiralgalaxie in Kantenlage. Zur erfolgreichen Beobachtung dieser beiden Galaxien braucht man ein Fernrohr ab 10 Zoll Öffnung, und der Himmel muss sternklar und dunkel sein.

Andromeda

Am klaren Sternenhimmel fern der beleuchteten Ortschaften sehen wir von Ost nach West verlaufend das schimmernde Band der Milchstraße. In dieses Sternenband eingebettet liegt nordöstlich des Sternbilds Pegasus das Sternbild Andromeda. Es ist flächenmäßig eines der größten Sternbilder am Himmel und viel größer, als es die Länge der Sternenkette der Andromeda vermuten lässt, die von Alpheratz (Alpha Andromedae) über Delta, Mirach (Beta) bis zu Alamak (Gamma Andromedae) reicht. 
Südlich von Alamak liegt der ausgedehnte Offene Sternhaufen NGC 752. Er lässt sich am besten im Fernglas oder im kurzbrennweitigen Fernrohr beobachten. Im kleinen Fernrohr kann man dort ca. 60 Sterne erkennen, darunter sind einige verschiedenfarbige Doppelsterne. Der Kern der großen Andromeda-Galaxie M31 ist unter dunklem Landhimmel manchmal schon mit bloßem Auge zu sehen. M31 liegt unweit des Sterns Ny Andromedae. Weil M31 am Himmel eine Längsausdehnung von über 4° hat, kann man diese 2,2 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie nur in lichtstarken Fernrohren und Ferngläsern mit großem Öffnungsverhältnis bei niedrigsten Vergrößerungen vollständig überblicken. Im engen Gesichtsfeld kleiner Fernrohre mit langer Brennweite ist nur die helle Zentralregion dieser Galaxis zu sehen. Nahe bei M31 liegen die kleinen elliptischen Galaxien NGC 205 und M32, sie sind beide Begleitgalaxien von M31.
Ca. 4,5° östlich des 3,6m hellen Sterns Omikron Andromedae kann man im Fernrohr den kleinen, aber hellen Planetarische Nebel NGC 7662 finden. Er ist im Fernglas als blaues Sternchen sichtbar, seine ringförmige Struktur kann man aber erst im Fernrohr bei einer Vergrößerung ab 150fach sehen. Die blaue Farbe dieses Nebels ist überraschend deutlich zu erkennen. NGC 7662 ist daher auch als der „blaue Schneeball“ bekannt. 
Ca. 1,6° südwestlich von NGC 7662 kann man von dunklen Beobachtungsplätzen aus im lichtstarken Fernrohr die kleine Galaxie NGC 7660 erkennen.

Dreieck

Südlich des Sternbilds Andromeda liegt das kleine Sternbild Dreieck. Für das bloße Auge besteht es aus drei nicht sehr hellen Sternen, die ein spitzwinkliges Dreieck bilden, dessen 3m heller „Spitzenstern“ Metallah (Alpha Trianguli) heißt. Er liegt unterhalb des Sterns Mirach (Beta Andromedae). In diesem unauffälligen Sternbild liegt die große Spiralgalaxie M33, wenige Grad nordwestlich von Metallah. M33 nimmt am Himmel eine Fläche ein, die doppelt so breit ist wie der Vollmond. Trotz dieser Ausdehnung der Galaxie haben viele Amateurastronomen sie noch nie gesehen, weil die Flächenhelligkeit von M33 extrem niedrig ist. Man braucht einen sehr dunklen, klaren Nachthimmel, ein Beobachtungsgerät mit möglichst viel Öffnung und eine niedrige Vergrößerung, um M33 vollständig überblicken und in ihrer vollen Ausdehnung erfassen zu können. Mit einem Fernglas 10x50 erkennt man nur den schwachen Kern der Galaxie, und im mittleren Fernrohr als mattes Nebelfleckchen das in die Galaxie eingebettete Sternentstehungsgebiet NGC 604, ca. 30 Trillionen Kilometer von uns entfernt. 
 
Abschied

Gegen 4:00 steht Wega niedrig über dem Westhorizont. Das Sternbild Wassermann versinkt über dem Südwesthorizont im Dunst. Im Südosten ist der Orion aufgegangen, im Osten erscheint  Jupiter. Darüber sehen wir die Sternenketten des Sternbilds Zwillinge, die Sterne des Sternbilds Fuhrmann, das Sternbild Stier mit den Plejaden. Unterhalb der Zwillinge ist der helle Stern Procyon aufgegangen und kündigt so den bevorstehenden Aufgang des Sirius an. Die Wintersternbilder gehen schon auf, in drei Monaten ist schon Adventszeit. Vorhin haben wir noch die Sommersternbilder hoch über uns gesehen.
Doch wir spüren unsere Müdigkeit. Allmählich kriecht die Kälte in die Füße, auch die Finger sind kalt. Das macht uns deutlich, dass die Zeit der warmen Sommernächte vorbei ist und man wieder an Schal und Handschuhe denken muss. Beim nächsten Mal werden wir besser vorbereitet sein.
Wir bauen im Schein unserer Kopflampen unsere Geräte ab und verstauen sie im Kofferraum und auf dem Rücksitz. Ein letzter prüfender Blick im Licht der Taschenlampe, ob nicht irgendein Teil am Boden vergessen wurde, aber da sind nur niedriges Rispengras, Wegerich und kleine Steine. 
Dann schalten wir die Lampen aus, plötzlich ist es dunkel. Wir schauen zum Himmel und erleben, wie wir erst nur die hellen Sterne sehen und wie mit wachsender Dunkelanpassung immer schwächere Sterne erkennbar werden. Der Sternenhimmel wird dabei immer prachtvoller, die Wintersternbilder locken. Aber wir sind müde und packen jetzt nichts mehr aus. Statt dessen steigen wir ins Auto und fahren los. Während wir durch die Nacht über die Straße ins Tal rollen, freuen wir uns auf unser warmes Bett, und auf die kommenden Beobachtungsnächte. 

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