Der Sternenhimmel im Dezember

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Am 1. Dezember geht die Sonne gegen 16:33 unter und am folgenden Morgen um 8:17 wieder auf. Die astronomische Dunkelheit beginnt um 18:30 und endet um 6:17. Sie dauert somit fast 12 Stunden. 
Am 22. Dezember ist um 5:48 MEZ die Wintersonnenwende. An dem Tag geht die Sonne gegen 16:32 unter und am folgenden Morgen um 8:32 wieder auf. Die astronomische Dunkelheit beginnt um 18:35 und endet um 6:34. Sie dauert somit volle 12 Stunden.
Der Dezember bietet uns die längsten Beobachtungsnächte des Jahres und damit auch die größte Anzahl an möglichen Beobachtungsobjekten. Nach Sonnenuntergang sieht man im Westen noch die Sommersternbilder und im Meridian zeigen sich die Herbststernbilder. Sechs Stunden später stehen gegen Mitternacht die Wintersternbilder im Süden. Einige Stunden nach Mitternacht befinden sich Jupiter im Löwen und die Galaxien im Sternbild Jungfrau in einer günstigen Beobachtungsposition, und man kann sich Himmelsobjekte in den Sternbildern Bootes, Coma Berenices, der Nördlichen Krone und Herkules anschauen.
Bei dieser Fülle an erreichbaren Beobachtungsobjekten muss man auswählen, welche davon man sich anschauen möchte. Außerdem muss man sehen, ob man für jedes Beobachtungsobjekt ein dafür  geeignetes Beobachtungsgerät zur Verfügung hat. Möchte man z. B. Details auf Planeten studieren, ist ein Fernrohr mit großer Brennweite zweckmäßig. Will man große Sternhaufen sehen, benötigt man ein lichtstarkes Fernglas mit großem Bildfeld. Will man Galaxien und galaktische Nebel beobachten, ist ein gut justiertes und ausgekühltes Spiegelteleskop mit möglichst viel Öffnung das geeignete Beobachtungsgerät. Da man nicht alle diese sehr verschiedenen Geräte zur Verfügung hat, sollte man möglichst gemeinsam mit anderen Sternfreunden beobachten, die solche Geräte beisteuern können. Wenn das gelingt, steht einer schönen und interessanten Beobachtungsnacht nichts entgegen. sofern Wetter und Kälte das zulassen.
Beim Wetter muss man die Gelegenheiten nutzen, die es bietet. Gegen Kälte hilft warme Kleidung nach dem Zwiebelprinzip, ein windgeschützter Beobachtungsplatz und eine große Thermoskanne mit heißem Tee.  Man braucht eine bequeme Sitzgelegenheit, denn niemand kann stundenlang in der nächtlichen Kälte stehen und mit gebeugtem Rücken ins Okular spähen. Auch ein heller Campingtisch leistet zur Ablage von Zubehör, Bechern und Thermoskannen gute Dienste.
Der Beobachtungsplatz muss abseits von künstlichen Himmelsaufhellungen und Ortschaften liegen, damit der Sternenhimmel über dem Beobachter tief und dunkel ist und das Seeing am Beobachtungsort nicht durch die Wärmeabstrahlung von Bauwerken verschlechtert wird. Wälder, Wiesen und Felder bieten das relativ beste Seeing.
Während der Nacht muss man das Wetter im Auge behalten: Wenn es plötzlich regnet oder schneit, muss man seine Geräte rasch abbauen und in Sicherheit bringen können.
Am 11. Dezember ist Neumond, am 25. ist Vollmond. In den Morgenstunden des 14. Dezembers erreicht der Sternschnuppenstrom der Geminiden sein Maximum. Er ist bekannt für seine hellen Sternschnuppen. Man kann dann mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde rechnen.

Überblick um 18:00

Eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang finden wir das große, aber unauffällige Sternbild Wassermann ca. 30° über dem Horizont im Süden. Darunter leuchtet niedrig über dem Horizont der Stern Formalhaut im Sternbild Südlicher Fisch. Im Südosten ist das Sternbild Walfisch vollständig aufgegangen. Darüber sehen wir das markante Sternenviereck des Pegasus. Die drei Sternbilder des Sommerdreiecks (Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Altair im Adler) haben den Meridian überschritten. Im Nordwesten sieht man den Herkules. Im Osten erblickt man die Plejaden im Sternbild Stier. Darüber erheben sich Perseus und Cassiopeia mit der Sternenkette der Andromeda. Im Zenit erkennt man zwischen Schwan und Cassiopeia eingebettet das kleine Sternbild Eidechse. Über dem nördlichen Horizont erhebt sich das Sternbild Großer Bär.


Sternenhimmel von 19:00 bis 22:00 Uhr

Wassermann

Wir beginnen unsere Beobachtung im Sternbild Wassermann. Es ist eines der 12 Tierkreissternbilder der klassischen Antike und enthält viele Sterne mittleer Helligkeit. Die Sterne bilden jedoch kein einprägsames Muster, sodass es manchmal schwierig ist, sich in dem Sternbild zurechtzufinden. 
Die beiden Hauptsterne dieses Sternbildes heißen Sadalmelik (Alpha) und Sadalsud (Beta), beide sind gelbe Riesensterne dritter Größe. Wir finden sie ca. 11° (Alpha) bzw. 15° (Beta) unterhalb des 0,7m hellen Sterns Enif (Epsilon Pegasi). Ca. 6° östlich von Sadalmelik finden wir Zeta Aquarii. Zeta ist ein enger Doppelstern, der zusammen mit den drei Sternen Gamma, Eta und Pi ein deutlich Y-förmiges Sternmuster bildet. Zeta steht im Zentrum dieses einprägsamen Y und ist in dieser Position leicht auffindbar. 
Zieht man vom 2,9m hellen Sadalsuud eine Linie nach Norden in Richtung auf Enif, fällt im Sucherfernrohr nach einem Drittel dieser Strecke ein matter, rundlicher Nebelfleck auf. Im Fernrohr erkennt man, dass es sich um einen Kugelsternhaufen handelt. Das ist der Kugelsternhaufen M2. Er ist hell und sein Kernbereich ist konzentriert, sodass man ihn nicht in Einzelsterne auflösen kann. Um die Randbereiche von M2 in einzelne Sterne aufgelöst zu sehen, muss man ein Fernrohr ab acht Zoll Öffnung einsetzen. M2 liegt ca. 50.000 Lichtjahre entfernt.
Richtet man von Sadalsuud ausgehend das Fernrohr ca. 10° nach Südwesten, findet man hier ca. 6° nördlich von Theta Capricorni und ca. 1°westlich von Ny Aquarii den kleinen, aber hellen Planetarischen Nebel NGC 7009, der unter dem Namen „Saturn-Nebel“ bekannt ist. NGC 7009 ist so hell, dass man ihn gut mit hoher Vergrößerung beobachten kann, ohne dass das Bild des Nebels zu matt wird. Verlängert man die Linie von Sadalsuud über NGC 7009 hinaus weiter nach Südwesten, stößt man im lichtstarken Fernrohr auf den kleinen Kugelsternhaufen M72. 
Ca 1,5° östlich des 4,8m hellen Sterns Sigma Aquarii kann man mit dem Fernglas den 7,9m hellen Neptun sehen. Im langbrennweitigen Fernrohr ab 10 cm Durchmesser erscheint Neptun als ein kleines mattbläuliches Scheibchen von 2,25 Bogensekunden Durchmesser. Der 40000 km große Neptun sieht so unscheinbar aus, weil er ca. 4,5 Milliarden Kilometer von uns entfernt ist.

Südlicher Fisch

Tief im Süden sieht man dicht oberhalb des Horizonts einen hellen Stern erster Größe. Das ist der 1,7 m helle Stern Fomalhaut (arabisch: fum al hut: Maul des Fisches), der Hauptstern im Sternbild Südlicher Fisch. Auf den alten bebilderten Sternkarten der Renaissance stellt Formalhaut das Maul des großen Fisches dar, in das der Wassermann aus seinem Henkelkrug in unerschöpflichem Strom Wasser gießt. Fomalhaut ist ein junger blauweißer Stern in 25 Lichtjahren Entfernung, ca. 17 Mal heller als die Sonne. 
Wegen seiner von Mitteleuropa aus horizontnahen Lage sind die schwächeren Sterne des Sternbilds Südlicher Fisch kaum zu erkennen.  

Pegasus

Gegen 20:00 sehen wir das markante Sternenquadrat des Sternbilds Pegasus bereits 60° über dem südlichen Horizont. Seine hellen Hauptsterne Markab (Alpha, rechts unten), Scheat (Beta, rechts oben) und Algenib (Gamma, links unten) stellen zusammen mit Alpheratz (Alpha Andromedae, links oben) den kräftigen Rumpf des geflügelten Pferdes dar, das seinen Bauch nach Norden reckt und sein Vorderbein nach Norden in Richtung auf das Sternbild Cepheus erhebt. Gut 17° westlich von Algenib finden wir den 0.7m hellen Enif, der im Sternbild das Maul des Pegasus darstellt. Verlängern wir in Gedanken die Verbindungslinie von Baham (Theta Pegasi) nach Enif um 3° über Enif hinaus, sehen wir an dieser Stelle des Himmels im Sucherfernrohr einen runden, im seinem Zentrum helleren Nebelfleck. Das ist der Kugelsternhaufen M15. Er ist schon in einem Fernglas 10x50 erkennbar, aber erst bei Fernrohröffnungen ab vier Zoll kann man ihn bei Vergrößerungen ab 80x in seinem Randbereich in Einzelsterne aufgelöst sehen. M15 ist ca. 30000 Lichtjahre von uns entfernt.
Richten wir den Blick von Scheat ca. 4°nach Nordwesten, stoßen wir auf den 2,9m hellen Stern Matar (Eta). Ca. 4,3° nordnordwestlich von Matar liegt die Spiralgalaxie NGC 7331. Als 10m helles Objekt ist diese Galaxie in Fernrohren unter vier Zoll Öffnung nicht leicht zu entdecken. Aufgrund ihrer Distanz von knapp 65 Millionen Lichtjahren ist das auch nicht verwunderlich. 
Verlängern wir die Verbindungslinie von Scheat nach Markab ca. 3°südlich über Markab hinaus nach Süden, kann man dort mit einem Fernrohr ab 5 Zoll Öffnung die 10,9m Galaxie NGC 7479 beobachten. Bei sehr guten Beobachtungsbedingungen kann man diese Galaxie auch in einem kleineren Fernrohr erkennen. Sie ist ca. 110 Millionen Lichtjahre von uns entfernt.

Cepheus

Schaut man vom Schwan ausgehend hinüber zum hellen Polarstern, zieht das Auge dabei quer über das Sternbild Cepheus hinweg. Dieses Sternbild enthält viele helle Sterne, ist aber dennoch nicht sehr auffällig. Man erkennt es erst anhand der besonderen Anordnung seiner hellen Sterne, die spontan an das bekannte Muster „Haus des Nikolaus“ erinnert. Die Eckpunkte dieses Musters werden im Sternbild durch die Sterne Alderamin (Alpha), Alfirk (Beta), Alrai (Gamma), Iota Cephei, Delta Cephei und Zeta Cephei gebildet. Der 3,3m helle Stern Zeta Cephei bezeichnet die untere linke Ecke. 
Ca. 3,5° westlich von Zeta Cephei finden wir den 4m hellen, orangeroten Stern My Cephei. Der unscheinbare My ist ein Roter Überriesenstern, einer der ausgedehntesten und kühlsten Sterne am Himmel. Er hat eine Masse von 25 Sonnenmassen, einen Durchmesser von ca. 3 Milliarden Kilometern und die 300000fache Leuchtkraft der Sonne. Ein weiterer kolossaler Riesenstern im Cepheus ist VV Cephei. Wir finden diesen für das bloße Auge ganz unauffälligen 4,9m hellen Stern ca. 5,4° von Zeta auf einer Linie von Zeta nach Alfirk. VV ist ein Roter Überriese und ein Bedeckungsveränderlicher Stern von ca. 100 Sonnenmassen, der Hauptstern hat 1,5 Milliarden Kilometer Durchmesser und verdeckt seinen Begleiter, einen Blauen Riesen, alle 20,34 Jahre für jeweils 15 Monate.
Der ca. 4m helle Stern Delta Cephei liegt 2,5° östlich von Zeta. Nach diesem Stern Delta Cephei wurde die Veränderlichenklasse der Cepheiden benannt. Cepheiden sind pulsationsveränderliche Riesensterne extrem hoher Leuchtkraft, die ihre Helligkeit in einem sehr regelmäßigen Zyklus verändern, dessen Dauer von der absoluten Helligkeit des Sterns abhängig ist. Die Periode des Helligkeitszyklus von Delta beträgt 5,3663 Tage: Ca. 1,5 Tage lang steigt seine Helligkeit auf 3,5m an und fällt in den folgenden 4 Tagen wieder auf 4,4m ab. 
Delta Cephei ist zudem auch ein Doppelstern: sein weißblauer Begleiter steht in 41 Bogensekunden Abstand von Delta. 
Wer ein langbrennweitiges Fernrohr ab sechs Zoll Öffnung zur Verfügung hat, kann ca. 44 Bogenminuten südlich von Delta Cephei den Doppelstern DO Cephei beobachten. DO Cephei besteht aus einem Paar Roter Zwerge und ist 13,1 Lichtjahre von uns entfernt. Er ist auch unter dem Namen "Kruger 60" bekannt. Die beiden Partner stehen in einen Winkelabstand von 2,5 Bogensekunden zueinander und umkreisen einander einmal in 44,6 Jahren. Ihre Leuchtkraft beträgt nur 1,6 bzw. 0,4 Promille der Leuchtkraft unserer Sonne. Die beiden Sterne sind voneinander 9,5 AU entfernt, das entspricht dem Abstand der Sonne von Saturn. Im Laufe der Jahre lässt sich im Fernrohr die allmähliche Verschiebung der relativen Positionen der beiden Partner beobachten. 
Ca. 6° östlich von Delta finden wir im Fernrohr den 7,5m hellen Offenen Sternhaufen NGC 7510. Zur Beobachtung dieses aparten kleinen Sternhaufens ist ein Fernrohr ab 6 Zoll erforderlich, man sollte dabei eine hohe Vergrößerung verwenden. NGC 7510 ist ca. 11400 Lichtjahre entfernt, aber erst 10 Millionen Jahre alt. Seine massereichen Riesensterne sind daher noch vorhanden, wodurch der Sternhaufen gut sichtbar ist.
5,5° westlich von Alderamin liegt der 4,2m helle Stern Theta Cephei. Ca. 2,3° südlich von Theta liegt der Offene Sternhaufen NGC 6939. Er erscheint in kleinen Fernrohren als ein matter Nebel, in Fernrohren großer Öffnung kann man hier bei hoher Vergrößerung über hundert schwache Sterne erkennen. Dann lässt er sich gut mit der Galaxie NGC 6949 vergleichen, die 38 Bogenminuten südöstlich von diesem Offenen Sternhaufen liegt. Fotometrisch ist sie so hell wie der Offene Sternhaufen. Im direkten Vergleich kann man beobachten, wie verschieden gleich helle Objekte erscheinen, wenn sie von unterschiedlichem Typ sind.

Fische

Südlich des Pegasus liegt das Sternbild Fische. Das Sternbild ist am aufgehellten Stadthimmel in der Regel unsichtbar, denn alle Sterne in diesem Sternbild sind lichtschwach: selbst sein Hauptstern Alrischa (Alpha) ist nur ein Stern 4. Größe. Das sollte aber niemanden davon abhalten, diese Himmelsgegend im Fernrohr zu inspizieren.     
Alrischa ist ein enger Doppelstern, die gegenseitige Distanz seiner Partner beträgt nur eine Bogensekunde. Ein weiterer Doppelstern in den Fischen ist der 5,2m helle Zeta Piscium, den man ca. 12° nordwestlich von Alrischa findet. Zeta liegt genau in der Ebene der Ekliptik. Schon im kleinen Fernrohr wird dieser Doppelstern schön aufgelöst. Beide Partner erscheinen weiß. 
Hat man Zeta Piscium gefunden, kann man ihn gut als Wegweiser zu dem 5,8m hellen Planeten Uranus benutzen, der ca. 2,3° westlich von Zeta steht. Uranus ist im Fernglas und im Fernrohr leicht zu sehen. Im Fernrohr erscheint er als ein 3,8 Bogensekunden großes Scheibchen von mattolivgrüner Farbe.
Knapp 1° östlich des 3,6m hellen Sterns Eta Piscium findet man die Galaxie M74. Der kleine helle  Kern dieser Spiralgalaxie ist im kleinen Fernrohr direkt sichtbar, sodass man ihn oft zunächst mit einem Stern verwechselt. Die ausgedehnte Scheibe dieser Spiralgalaxie wird aber erst unter einem dunklen, klaren Neumondhimmel in Fernrohren ab 6 Zoll Durchmesser bei niedrigster Vergrößerung wahrnehmbar. M74 ist 36 Millionen Lichtjahre entfernt und etwa so groß wie unsere Milchstraße. 

Sternenhimmel von 22:00 bis 01:00 Uhr

Um 22:00 sehen wir das Sternbild Perseus im Zenit. Im Südosten sehen wir das majestätische Sternbild Orion, darunter blitzt Sirius durch den Horizontdunst. Über dem nördlichen Horizont sind die Sterne des Großen Bären zu sehen. Im Nordwesten leuchtet Wega über dem Horizont. Im Südwesten geht schon der Wassermann unter.

Widder

Gegen 22:00 zieht das kleine Sternbild Widder hoch im Süden durch den Meridian. Seine beiden hellen Hauptsterne Hamal (Alpha) und Sheratan (Beta) sind auffällig und leicht zu sehen.
Ca. 10° östlich von Hamal finden wir den 3,7m hellen Stern 41 Arietis. Der Stern gehörte früher zum Sternbild Nördliche Fliege und heißt Bharani, er ist ein Fünffachsternsystem. Der Zentralstern ist 156 Lichtjahre entfernt, hat 18 Sonnenmassen und 20.000 Sonnenleuchtkräfte. Knapp südlich von Sheratan finden wir Mesarthim (Gamma). Mesarthim ist ein schöner Doppelstern: zwei weiße Sterne, die in 7 Bogensekunden Abstand voneinander stehen. 
In der Antike lag der Frühlingspunkt südlich von Mesarthim. Seitdem hat sich dieser Punkt aufgrund der Präzessionsbewegung der Erdachse in den westlichen Teil des Sternbilds Fische verschoben. Dadurch steht die Sonne heutzutage zur Wintersonnwende nicht mehr im Steinbock, sondern im Schützen, und zur Sommersonnenwende nicht mehr im Krebs, sondern in den Zwillingen.
Ist der Nachthimmel dunkel und sternenklar, kann man versuchen ca. 1,5° östlich von Mesarthim in lichtstarken Fernrohren ab acht Zoll Öffnung die 10,2m helle Spiralgalaxie NGC 772 zu sehen. Von dieser 130 Millionen Lichtjahre entfernt liegende Galaxie ist in der Regel nur der kleine, recht helle Kern erkennbar, die riesige lichtschwache Halo dieser Galaxie ist nur in lichtstarken Fernrohren großer Öffnung zu sehen.

Dreieck

Nördlich des Widders liegt das kleine Sternbild Dreieck Seinem Namen entsprechend besteht es aus drei Sternen, die miteinander ein spitzwinkliges Dreieck bilden. Der 3m helle Metallah (Alpha Trianguli) markiert die scharfe Spitze dieses Dreiecks. Wenige Grad nordwestlich von Metallah liegt M33, eine 2,8 Millionen Lichtjahre nahe Spiralgalaxie, die am Himmel wegen ihrer Nähe eine größere Fläche bedeckt als der Vollmond. Trotz dieser Größe haben sehr viele Amateurastronomen M33 noch nie gesehen, weil die Flächenhelligkeit von M33 extrem niedrig ist. Im Fernglas erahnt man am tiefdunklen sternklaren Nachthimmel bestenfalls die Kernregion dieser Galaxie, man braucht einen besonders klaren Nachthimmel, ein Beobachtungsgerät mit möglichst viel Öffnung und niedrigste Vergrößerung, damit man die Chance hat, diese ca. 50.000 Lichtjahre große Galaxie in ihrer ganzen Ausdehnung zu erahnen.

Andromeda

Nördlich des Sternbilds Dreieck sehen wir den 2,3m hellen rötlichen Stern Alamak (Gamma Andromedae). Alamak ist ein sehenswerter Doppelstern, dessen beide Partner einen schönen Farbunterschied zeigen und der auch in kleinen Fernrohren sehr gut zu beobachten ist. 
Das Sternbild Andromeda ist ein großes Sternbild und erstreckt sich am Himmel nördlich und östlich des Pegasus. Nördlich des Pegasus liegt hier der helle Planetarische Nebel NGC 7662. Man findet ihn, indem man zunächst ca. 14° nördlich von Scheat (Beta Pegasi) den 3,6m hellen Stern Omikron Andromedae aufsucht. Ca. 6,3° östlich von Omikron Andromedae befindet sich der 4,5 m helle Iota Andromedae. Zieht man eine Linie von Omikron zu Iota, findet man nach zwei Dritteln dieser Strecke den 5,3 m hellen Stern 13 Andromedae. 25 Bogenminuten südwestlich dieses Sterns steht NGC 7662. Er ist schon im Fernglas als deutlich blaues Sternchen zu erkennen, aber erst bei hoher Vergrößerung im Fernrohr wird seine blaue, ringförmige Nebelstruktur sichtbar. Dieser Nebel ist auch als der „blaue Schneeball“ bekannt.
Bei dunklem Sternenhimmel kann man mit bloßem Auge nahe bei Ny Andromedae den Kernbereich der Galaxie M31 erkennen. M31 ist die große, ca. 24 Trillionen Kilometer entfernte Nachbargalaxie unserer Milchstraße. Weil M31 am Himmel über 4° überspannt und daher für die Gesichtsfelder von üblichen Fernrohren viel zu groß ist, kann man in Fernrohren von M31 in der Regel nur den sehr hellen Zentralbereich gemeinsam mit den beiden kleineren Begleitgalaxien M32 und M110 sehen. Unter einem dunklen Sternenhimmel kann man mit einem lichtstarken Fernrohr mit niedriger Brennweite am Okular auch die Staubbänder der Spiralarme dieser Galaxie wahrnehmen. Mit einem großen lichtstarken Dobson betrachtet kann diese Galaxie unter einem dunklen sternklaren zu einer Augenweide werden.
Die 10m helle elliptische Galaxie NGC 404 steht in nur sieben Bogenminuten Abstand zum 2m hellen Stern Mirach (Beta Andromedae). Man kann sie dort bei dunklem, klarem Himmel schon im Fernrohr ab vier Zoll Öffnung bei höheren Vergrößerungen auffinden, solange man dabei den 10.000 Mal helleren Mirach außerhalb des Gesichtsfelds hält. NGC 404 ist 10 Millionen Lichtjahre entfernt und hat eine Masse von 30 Milliarden Sonnenmassen. Damit liegt er 50000 Mal weiter weg als Mirach und eine 7,5 Milliarden Mal größere Masse. 
Der Planetarische Nebel M76 ist schon im kleinen Fernrohr bei mittleren Vergrößerungen zu sehen. Man findet M76 ausgehend von Alamak (Gamma Andromedae), indem man das Fernrohr von Alamak in Richtung auf Gamma Cassiopeia schwenkt. Nach 7,5° erreicht man den 3,5 m hellen rötlichen Stern 51 Andromedae, zwei Grad nördlich von 51 Andromedae liegt der 4 m helle weiße Stern Phi Persei. Ein Grad nördlich von Phi liegt M76, auch als der „Kleine Hantelnebel“ bekannt. Der Nebel erscheint bei genauer Betrachtung rechteckig.

Walfisch

Blicken wir vom Widder aus weiter nach Süden, sehen wir dort den 2,5 m hellen Menkar (Alpha Ceti), den Hauptstern im Sternbild Walfisch. Menkar markiert im Sternbild den Kopf des mythologischen Seeungeheuers, das der Sage nach von Perseus getötet wurde, um die jungfräuliche Prinzessin Andromeda davor zu retten, von dem Ungeheuer gefressen zu werden. Andromeda war die Tochter der eitlen Königin Cassiopeia, der Vater der Andromeda war Cepheus, und Pegasus war das Flügelpferd, das Leib der Medusa gebar, nachdem Perseus sie geköpft hatte: Diese Gestalten dieser uralten Sage sehen wir noch heute als Sternbilder am Himmel.
Der Schwanz des Walfisches wird durch den 2m hellen Stern Deneb Kaitos (Beta) markiert. Beta ist ein Roter Unterriese in 65 Lichtjahren Entfernung. 
Der berühmteste Stern des Sternbilds Walfisch ist Mira Ceti. Mira ist ein langperiodisch veränderlicher Roter Riese, dessen visuelle Helligkeit im Maximum 2m erreicht, während sie im Minimum unter 8m fallen kann. Mira letztes Maximum fand im vergangenen Mai statt, das kommende Minimum erfolgt im Dezember.
Da das Sternbild abseits der Milchstraße liegt, gibt es im Walfisch weder auffällige Offene Sternhaufen noch aktive Sternentstehungsgebiete. Statt dessen kann man hier einige Galaxien beobachten. Dafür benötigt man einen dunklen, klaren Himmel und ein Fernrohr mit großer Öffnung. 
Die Spiralgalaxie M 77liegt 3,15° südlich von Gamma Ceti. Eine weitere Galaxie ist NGC 247, wir finden sie ca. 3° südsüdöstlich von Deneb Kaitos. NGC 247 ist eine Spiralgalaxie in Kantenlage.

Cassiopeia

Das Sternbild Cassiopeia wird auch als das „Himmels-W“ bezeichnet. Es enthält mehrere helle Offene Sternhaufen. Einer davon ist NGC 457, der auch unter dem Namen „Eulenhaufen“ bekannt ist. Mit etwas Phantasie erkennt man in der Anordnung der Sterne eine kecke Eule, die den Beobachter mit aufgerissenen Augen und ausgebreiteten Flügeln anfunkelt. NGC 457 ist leicht zu finden, denn er liegt um den Stern Phi Cassiopeiae, der das hellere „Eulenauge“ darstellt.
Weitere schöne Offene Sternhaufen in der Cassiopeia sind NGC 281, ca. 1,5° östlich von Schedir (Alpha), und M103, ca. 1° nordöstlich von Ruchba (Delta). Es empfiehlt sich, diese Sternhaufen im lichtstarken Fernrohr zu beobachten, damit die individuellen Farben der Haufenmitglieder schön zur Geltung kommen. Unterhalb der Verbindungslinie von Ruchba nach Segin (Epsilon) liegen die Offenen Sternhaufen NGC 654, NGC 663 und NGC 659. Diese Sternhaufen sind auch in kleinen Fernrohren gut zu beobachten.
Verlängert man die Verbindungslinie von Schedir über Caph um den Abstand dieser beiden Sterne hinaus, findet man dort im lichtstarken Fernrohr den Offenen Sternhaufen M52. M52 enthält sehr viele, aber sehr schwache Sterne. Daher kann man M52 am besten mit Fernrohren größerer Öffnung beobachten. Zwischen den Doppelsternen Rho und Sigma kann man im lichtstarken Fernrohr den Offenen Sternhaufen NGC 7889 mit Hunderten lichtschwacher Sterne sehen. NGC 7889 ist eine Entdeckung von Caroline Herschel.

Sternenhimmel von 01:00 bis 05:00 Uhr

Das Sternbild Fuhrmann steht mit Capella im Zenit. Darunter passiert der Orion den Meridian. Der Große Bär steht nun hoch im Nordosten. Über dem Osthorizont ist der Löwe mit Jupiter vollständig aufgegangen, Im Nordwesten geht der Schwan unter.

Perseus

Das Sternbild Perseus steht nahe dem Zenit. Wenn man mit dem Fernglas seinen 1,8m hellen blauweißen Hauptstern Mirfak (Alpha) betrachtet, sieht man ihn von vielen blauweißen, nadelscharfen Sternen umgeben. Das ist der Offene Sternhaufen Melotte 20. 
Auf der Mitte der Linie vom 2,7m hellen Delta Cassiopeiae zum 3m hellen Gamma Persei liegen die beiden schönen Offenen Sternhaufen „h und chi“. Sie beeindrucken ihre Beobachter in jedem optischen Gerät, das viel Öffnung und ein so großes Gesichtsfeld bietet, dass beide Sternhaufen darin gemeinsam beobachtet werden können. 
Ca. 3° südlich von Mirfak liegt der Offene Sternhaufen NGC 1245. Um ihn zu beobachten braucht man ein lichtstarkes Fernrohr mit großer Öffnung und eine hohe Vergrößerung. NGC 1245 enthält sehr viele Sterne, die aber alle sehr leuchtschwach sind. In der Verlängerung über NGC 1245 nach Süden liegt der 2m helle Algol (Beta Persei). Algol ist der bekannteste bedeckungsveränderliche Stern am Himmel. Nach jeweils 2 Tagen, 20 Stunden, 48 Minuten und 56 Sekunden fällt Algols Helligkeit für zehn Stunden auf 3,5 m ab, weil er von einem Begleiter verdeckt wird, der ihn umkreist. 
Fünf Grad nordwestlich von Algol erkennt man im Fernglas den Offenen Sternhaufen M34. Für die Beobachtung mit dem Teleskop ist M34 zu groß, mit dem Teleskop sieht man jedoch Doppelsterne in M34 besser. Ca. 3,6° südlich von M34 zeigt ein lichtstarkes Fernrohr bei mittleren Vergrößerungen die Galaxie NGC 1023. Diese Spiralgalaxie ist ca. 20 Millionen Lichtjahre entfernt.  
Ca. 8° östlich von Mirfak liegt der helle Offene Sternhaufen NGC 1528. Er lässt sich auch bei niedrigen Vergrößerungen im Fernrohr leicht in Einzelsterne auflösen. Etwas schwieriger kann die Beobachtung des Offenen Sternhaufens NGC 1513 werden. Dieser Sternhaufen zeigt im Fernrohr bei höheren Vergrößerungen eine ringförmige Anordnung schwacher Sterne.
Auf der Mitte der Linie von Algol nach Zeta Persei liegt der Offene Sternhaufen NGC 1342. Dieser Sternhaufen sollte man in kleineren Fernrohren mit höheren Vergrößerungen beobachten, damit auch seine schwächeren Sterne sichtbar werden.

Stier

Südlich des Perseus passiert der Stier den Meridian. 
Lohnende Beobachtungsobjekte im Sternbild Stier sind die beiden großen Offenen Sternhaufen Plejaden und Hyaden. Sie bieten eindrucksvolle in Ferngläsern jeder Größe. Die Hyaden sind ca. 150 Lichtjahre entfernt und liegen am Himmel beim rötlichen Hauptstern Aldebaran. Die Plejaden sind ca. 390 Lichtjahre entfernt und bilden das bekannte "Siebengestirn". 
In Fernrohren ab 6 Zoll Öffnung kann man versuchen, knapp ein Grad nordwestlich von Zeta Tauri den Supernovaüberrest M1 zu beobachten. Wenn der Himmel dunkel und klar ist, dann kann man sein mattes Leuchten im Okular erkennen. M1 ist die 7000 Lichtjahre entfernte Explosionswolke der Supernova vom 4. Juli 1056, die sich seitdem mit 40000 km/sec immer matter werdend in das umgebende All ausdehnt. 
Ca. 3,2° nordöstlich von Aldebaran kann man bei dunklem Himmel und niedrigen Vergrößerungen den ausgedehnten Offenen Sternhaufen NGC 1647 ansehen. Er enthält viele schwache Sterne sowie mehrere Doppelsternpaare.

Orion

Unterhalb des Stiers sehen wir das schöne Sternbild Orion. Es enthält viele helle Sterne, Doppelsterne und galaktische Nebel.
Schöne Doppelsterne finden sich im Gürtel des Orion: Mintaka (Delta Orionis) ist der rechte Gürtelstern und ein Vierfachsystem vom Algol-Typ. Alnitak (Zeta Orionis) ist der linke Gürtelstern und ein Dreifachsystem. Eta Orionis ist ein enger Doppelstern aus zwei blauen Sternen und liegt zwischen Mintaka und Rigel (Alpha Orionis). Auch Rigel ist ein Doppelstern. Sigma Orionis (ca. 0.8°südlich von Alnitak) und Theta Orionis (im „Orionnebel“ M42) sind Mehrfachsysteme: Sigma hat vier Komponenten, Theta Orionis besteht aus den beiden Sternen Theta1 und Theta2. Theta1 zeigt sich bei höheren Vergrößerungen 4fach: Er ist das berühmte „Trapez“ im Orionnebel. Bei hoher Vergrößerung im Teleskop großer Öffnung zeigt Theta1 sieben Sterne. Theta2 ist ebenfalls doppelt.
Im Orion gibt es schöne Galaktische Nebel zu beobachten. Dazu gehören vor allem der „Orion-Nebel“ M42 sowie Nebel M43, NGC 2024 und M78. M42 ist in klaren Winternächten in jeden Fernglas und Fernrohr ein faszinierendes Beobachtungsobjekt. Wenn man mit einem Fernrohr ab acht Zoll Öffnung ein UHC-Filter einsetzt, kann man das farbige Leuchten der ionisierten Gaswolken im M42 eindrucksvoll erleben. M43 ist ein Reflektionsnebel unmittelbar nördlich von M42, NGC 2024 ist ein Emissionsnebel nahe bei Alnitak, M78 ist ein Reflexionsnebel ca. 2,5° nordöstlich von Alnitak.
Die meisten hellen Sterne im Orion sind sehr leuchtkräftig, jung und massereich. Theta1 Orionis C ist mit über 340.000 Sonnenleuchtkräften einer der leuchtkräftigsten Sterne in der Galaxis und gilt als eine der Hauptenergiequellen für das Leuchten des Orion-Nebels.  

Hase

Unterhalb des Sternbilds Orion liegt das kleine Sternbild Hase (Lepus). Bei klarem, dunklem Himmel können wir im Fernrohr ca. 4° südwestlich des 2,8m hellen Sterns Nihal (Beta Leporis) ein rundliches Nebelchen finden. Das ist der Kugelsternhaufen M79. Je mehr Öffnung das Fernrohr hat und je stärker die Vergrößerung, desto besser ist M79 zu sehen. Der Stern Nihal ist ein enger Doppelstern. 
Im Sternbild Hase liegt der Stern R Leporis, R ist ein langperiodischer Mirastern, dessen Helligkeit zwischen 6m und 9,6m schwankt. Er erscheint im Okular deutlich rot, besonders dann, wenn man ihn etwas defokussiert. Man findet ihn, indem man vom 2,6m hellen Arneb (Alpha Leporis) eine Linie zum 5° entfernten 3,3m Stern My Leporis zieht und diese über My hinaus um 3,5° verlängert.

Fuhrmann

Das Sternbild Fuhrmann steht nun nahe dem Zenit und lässt sich mit einem Zenitprisma gut beobachten. Sein 0,1m heller Hauptstern Capella ist der vierthellste Stern des nördlichen Himmels. Die hellen Offenen Sternhaufen M36, M37 und M38 im Fuhrmann sind in jedem Fernrohr beeindruckende Objekte und schon im 8x50-Sucher deutlich zu sehen. 
M38 finden wir auf der Mitte der Linie zwischen Theta und Iota Aurigae. M37 finden wir links der Mitte einer gedachten Linie von Theta zu Nath. Und M36 liegt ungefähr in der Mitte zwischen M37 und M38. 
Neben diesen bekannten Sternhaufen bietet der Fuhrmann weitere schöne Deep-Sky-Objekte. Ca. 0,5° südlich von M38 liegt der kleine Offene Sternhaufen NGC 1907. Ein weiteres lohnenswertes Objekt im Fuhrmann ist NGC 2281, der hellste Offene Sternhaufen des Sternbilds. NGC 2281 liegt auf der Mitte der Linie von Menkalinan (Beta Aurigae) nach Castor (Alpha Geminorum), ca. 9° von Menkalinan entfernt. 
Bei hoher Vergrößerung stößt man ca. 1° westlich von M36 im mittelgroßen Fernrohr auf den kleinen Emissionsnebel NGC 1931. Richten wir unser Fernrohr mit hoher Vergrößerung auf Theta Aurigae, entpuppt sich dieser 2,6m helle Stern als enger Doppelstern. Ein weiterer schöner Doppelstern im Fuhrmann ist Omega Aurigae. Omega ist der hellste Stern auf der Linie von Eta nach Iota Aurigae. 
Ca. 3,5° südwestlich von Capella liegt der 3m helle Almaaz (Epsilon Aurigae). Epsilon ist ein bekannter Bedeckungsveränderlicher, wobei die Staubscheibe eines unsichtbaren Begleiters das Licht von Epsilon alle 27 Jahre für ca. 2 Jahre auf 3,8m abschwächt. Epsilon ist ein Überriese von 2,2 Sonnenmassen, mit 18.000 Sonnenleuchtkräften, ca. 2000 Lichtjahre entfernt.

Beobachtung ab 3:00
 
Um 3:00 nähert sich der Große Bär allmählich dem Zenit. Hoch im Osten sieht man die Sterne des Löwen mit Jupiter. Im Südosten sind die Sterne der vorderen Hälfte des Sternbilds Hydra zu erkennen. Im Nordosten leuchtet Arktur im Sternbild Bootes.

Giraffe

Das Gebiet des Sternbilds Giraffe erstreckt sich zwischen Fuhrmann und Polarstern. Seine Fläche ist etwa so groß wie die der Sternbilder Cassiopeia oder Fuhrmann, doch da das Sternbild Giraffe keine hellen Sterne enthält, fällt es am Himmel nicht auf. Dennoch kann das Sternbild immer beobachtet werden, da es zirkumpolar ist.
Alpha Camelopardalis ist der hellste Stern im Sternbild Giraffe, er erreicht nur 4,3m und ist ein Stern der Spektralklasse B0. Beta Camelopardalis ist ein G0-Stern von 4,0m. Gamma Camelopardalis ist ein A0-Stern von 4,6m. 
Der 5,3m helle Offene Sternhaufen NGC 1502 liegt auf der Linie von Alpha Camelopardalis nach Gamma Persei, und zwar von Alpha Camelopardalis aus ca. 1/3 von dessen Abstand zu Gamma Persei entfernt. Im Fernrohr kann man in NGC 1502 einige schöne Doppelsterne wahrnehmen. Betrachtet man die Region um den Sternhaufen NGC 1502 in einem Fernglas, erkennt man eine ca. 2,5° lange Sternenkette, die direkt auf NGC 1502 zielt: Das ist „Kembels Kaskade“. Vor allem bei dunklem Himmelshintergrund wirkt diese Sternenkette beeindruckend. 
Im Sternbild Giraffe gibt es einige große Galaxien, die jedoch nicht einfach aufzufinden sind, weil dem Sternbild die hellen Sterne fehlen, die dem suchenden Beobachter eine Orientierung bieten können. So liegt ca. 1° westlich des 5,9m hellen Sterns 51 Camelopardalis in einem sternarmen Gebiet die Spiralgalaxie NGC 2403. Diese 8,5m helle Galaxie ist 10,5 Millionen Lichtjahre entfernt. Ihre Abmessungen betragen 7 x 4 Bogenminuten. Sie ist an sich eine der hellsten Galaxien am nördlichen Himmel, hat aber leider eine sehr niedrige Flächenhelligkeit. 
Ca. 3° südsüdwestlich von Gamma Camelopardalis liegt IC 342. Diese Spiralgalaxie ist nur ca. 8 Millionen Lichtjahre entfernt und steht am Himmel „face-on“. Sie nimmt hier ein Areal von über 600 Quadratbogenminuten ein, fast so groß wie der Vollmond. Dennoch ist sie wegen ihrer extrem niedrigen Flächenhelligkeit fast unsichtbar. Sie hat einen kleinen, recht hellen Kern, der von einer ausgedehnten und extrem leuchtschwachen Halo umgeben ist. Diese riesige Halo kann man nur in sehr klaren, dunklen Sternennächten in einem lichtstarken Fernglas großer Öffnung erahnen, denn für die Gesichtsfelder der meisten Fernrohre ist IC 342 zu groß.

Zwillinge

Gegen 3:00 erreicht das Sternbild Zwillinge einen Abstand von 60° über dem südlichen Horizont. Das Sternbild ist zudem durch das helle Sternenpaar Castor und Pollux leicht erkennbar, es besteht aus zwei parallelen Sternenketten: die nördliche Kette wird von Castor (Alpha), Mebsuta (Epsilon), Tejat Posterior (My) und Tejat Prior (Eta) gebildet. Die südliche Kette besteht aus Pollux (Beta), Wasat (Delta), Mekbuda (Zeta) und Alhena (Gamma). 
Castor ist ein schöner, enger Doppelstern. Wasat ist ebenfalls ein schöner Doppelstern, er liegt genau auf der Ekliptik. Ca. 2° ostsüdöstlich von Wasat steht der Planetarische Nebel NGC 2392, der auch als „Eskimonebel“ bekannt wird. Der eigentliche Nebel kann um den 11m hellen Zentralstern in kleineren Fernrohren nur mit indirektem Sehen beobachtet werden. Der Nebel erscheint schwach bläulich. Bei der Beobachtung von NGC 2392 sollte man so hoch vergrößern, wie das verwendete Teleskop das zulässt: Wenn man ein UHC-Filter ein einem lichtstarken Fernrohr einsetzt, kann man die Nebelstrukturen deutlich erkennen.
Zwei Grad nordwestlich von Tejat Prior finden wir den Offenen Sternhaufen M35, der auch in kleinen Fernrohren sehr eindrucksvoll beobachtet werden kann. 
Wenn der Himmel dunkel und klar ist, kann man in einem lichtstarken Fernrohr versuchen, den Offenen Sternhaufen NGC 2420 zu beobachten. Man findet NGC 2420 ausgehend von Wasat. Ca. 1,7° ostsüdöstlich von Wasat liegt der 5,9m helle Stern 63 Geminorum. 2,5° östlich vom Stern 63 Geminorum zeigt sich NGC 2420 im Fernrohr als enger Sternhaufen aus zahlreichen schwachen Sternen. Um NGC 2420 zu sehen, muss man hoch vergrößern.
Spannend kann die Beobachtung der Zwillinge um den 13. Dezember werden. Um die Zeit durchfliegt die Erde den Sternschnuppenschwarm der Geminiden, dann kann man mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde rechnen. 
Sternschnuppen zählt man im Dezember am besten warm verpackt im Liegstuhl an einem dunklen Beobachtungsplatz, möglichst in netter Gesellschaft mit einer Tasse heißem Tee und Keksen unterm klaren Sternenhimmel.

Einhorn

Südlich des Sternbilds Zwillinge und östlich des Orion liegt das unauffällige Sternbild Einhorn. Hier kann man im Dezember sehen, dass Weihnachten vor der Tür steht, denn ein Blick auf den Offenen Sternhaufen NGC 2264 im Sternbild Einhorn zeigt eine Anordnung heller Sterne, die einem erleuchteten Weihnachtsbaum durchaus ähnlich sieht. Allerdings darf man bei dieser Beobachtung kein Zenitprisma oder Zenitspiegel verwenden, weil diese Mittel das Abbild dieses „Weihnachtsbaums“ um 180° drehen, sodass der „himmlische Weihnachtbaum“ auf seiner Spitze steht. Als „Weihnachtsbaumständer“ fungiert hier der 4,5m helle Stern 15 Monocerotis, ein enger Doppelstern mit einer absoluten Helligkeit von -5m mit über 10.000 Sonnenleuchtkräften.

Krebs

Östlich des Sternbilds Zwillinge liegt das Sternbild Krebs. Es enthält nur schwache Sterne und ist daher ziemlich unauffällig. Ist der Himmel sternklar und dunkel, kann man mit bloßem Auge in dem Sternbild ein schwaches Nebelwölkchen erkennen, das schon im kleinen Fernglas leicht in einzelne Sterne aufgelöst wird. Das ist der Offene Sternhaufen M 44, der seit der Antike den Namen „Krippe“ trägt. Nördlich und südlich dieses Sternhaufens stehen zwei Sterne 4. Größe: sie heißen Asellus borealis (Gamma Cancri) und Asellus australis (Delta Cancri). Asellus ist das lateinische Wort für Eselchen, die Astronomen der Antike sahen in den Sternen die beiden treuen Eselchen des Dionysos, die gemeinsam ihr Heu aus einer Krippe ( M44) fressen, nachdem sie den betrunkenen Gott des Weines sicher nach Hause ins warme Bett gebracht haben. Ein weiterer sehenswerter Offener Sternhaufen im Krebs ist M67. Man findet ihn ca., 2° westlich des 4,3m hellen Sterns Acubens (Alpha Cancri).

Löwe

Östlich des Sternbilds Krebs steht das markante Sternbild des Löwen. Es erreicht in den ersten Stunden nach Mitternacht eine Höhe von 40° über dem Südosthorizont. Da in der Winternacht um 3:00 in der Regel die besten Beobachtungsbedingungen der Nacht herrschen (zumindest im Bezug auf Himmelsaufhellung und Luftruhe), kann man dieses Sternbild nun mit guten Erfolgsaussichten beobachten. Sein hellster Stern ist Regulus (Alpha Leonis), ein blauweißer Doppelstern von 1,3m. Sein 8,7m heller Partner ist ein G-Stern 8. Größe. 
Das beherrschende Objekt in diesem Sternbild ist derzeit jedoch der -2,2m helle Jupiter. Die Wolkenbänder und die vier großen Monde des Riesenplaneten sind schon mit kleinen Fernrohren gut zu beobachten.
Algieba (Gamma Leonis) ist einer der bekanntesten Doppelsterne am Himmel. Er ist 90 Lichtjahre entfernt, die beiden gelblichen Partner von 2,2m und 3m stehen in 4 Bogensekunden Abstand voneinander, das entspricht einer gegenseitigen Distanz von über 18 Milliarden Kilometern. 
1,5° südlich der Mitte der Verbindungslinie von Regulus (Alpha Leonis) und Coxa (Theta Leonis) kann man in Fernrohren ab 6 Zoll Öffnung bei dunklem, klarem Himmel die Galaxiengruppe M95, M96 und M105 beobachten. 
In der Mitte zwischen Iota Leonis und Coxa findet man die sehenswerte Galaxiengruppe M65, M66 und NGC 3628. Zwischen Coxa und Zosma (Delta Leonis) findet man die Galaxie NGC 3607.     
Ca. 1,5° südlich von Lambda Leonis liegt NGC 2903, die größte und hellste Spiralgalaxie des Sternbilds Löwe. Sie ist jedoch nicht leicht zu sehen, da sie zwar groß ist, aber eine niedrige Flächenhelligkeit hat.

Beobachtung in den Stunden vor Sonnenaufgang

Um 6:00 sinkt der Orion zum Westhorizont, der Große Bär steht im Zenit und der Löwe zieht hoch am Himmel über den Meridian. Jupiter steht nun besonders günstig. Darunter sehen wir die strahlende Venus und Mars. Im Nordosten erkennen wir die Sterne des Herkules, darunter gehen die Sternbilder Schwan und Leier bereits wieder auf.

Abschluss

Jede Beobachtungsnacht muss zu Ende gehen. In Dezembernächten sind es Müdigkeit, Kälte oder dunkle Wolken, die dazu zwingen, die Geräte abzubauen und sicher einzupacken.
Danach steht man noch einige Minuten, schaut in den nächlichen Himmel und nimmt Abschied von der Beobachtungsnacht.  Sind die Zehen warm geblieben? Was hat man gesehen? Was möchte man sich demnächst noch einmal anschauen?  
Dann steigen wir ins Auto, sitzen bequem. Der Motor springt an, die Scheinwerfer tauchen den Platz in grelles Licht,  und dann fahren wir durch die Nacht nach Hause, wo das warme Bett auf uns wartet. 

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