Der Sternenhimmel im März

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Im März beginnt offiziell der Frühling. Am 20. März um 23:45 MEZ ist es soweit, dann überquert die Sonne den Äquator nach Norden. 
Am Monatsanfang geht die Sonne um 7:19 auf und um 18:17 unter. Am Monatsende geht die Sonne schon um 6:13 auf und um 19:06.unter. Im Laufe des März wird die astronomisch dunkle Nacht um fast zwei Stunden kürzer, und am Monatsende gilt schon wieder die Sommerzeit.
Der Monatsanfang ist für Deep-Sky-Beobachtungen ungünstig, denn am 5. März ist Vollmond. Am 20. März ist Neumond, während der Mond seinen absteigenden Bahnknoten durchläuft. Daher fällt sein Schatten während der Morgenstunden auf die Nordhalbkugel der Erde und verursacht eine Sonnenfinsternis, die für Europa partiell ist. Nur in einem schmalen Streifen des Nordatlantiks ist sie total. Dort wandert der Kernschatten des Mondes über die Inselgruppen der Färöer und Spitzbergen hinweg. 
Im März beginnt der meteorologische Frühling, aber der März ist kein Mai. Das Märzwetter ist meist wechselhaft und die Märznächte sind kalt. Daher macht eine langfristige Vorausplanung der Himmelsbeobachtungen wenig Sinn. Statt dessen ist es ratsam, die sich bei klarem Nachthimmel bietenden Gelegenheiten zum Beobachten spontan zu nutzen. 
Wenn das Wetter es zulässt, kann man nach Sonnenuntergang über dem Westhorizont Venus, Uranus und Mars sehen. Jupiter lässt sich bis zur Morgendämmerung hervorragend beobachten, ab 2:00 ist Saturn gut zu sehen. Während der Totalität der Sonnenfinsternis haben Beobachter auf den Färöern sowie auf Spitzbergen zusätzlich die Chance, auch den Merkur rechts von der verfinsterten Sonne zu sehen...

Erster Überblick gegen 19:30

Hoch über uns sehen wir das Sternbild Fuhrmann mit seinem Hauptstern Capella. Südlich davon zieht der Orion durch den Meridian. Hoch im Südosten leuchtet Jupiter im Sternbild Krebs. Über dem südlichen Horizont funkelt lebhaft Sirius im Sternbild Großer Hund. Über dem Osthorizont sind die Sterne des Sternbilds Löwe aufgegangen. Nordöstlich des Löwen sehen wir die Sterne des Großen Bären. Im Nordwesten erkennen wir das markante Himmels-W des Sternbilds Cassiopeia sowie die Sterne des Sternbilds Kepheus. Falls wir bereits unter einem dunklen, sternklaren Himmel stehen, zeigt sich womöglich  das matt schimmernde Band der Milchstraße, das sich über uns vom nordwestlichen Horizont durch den Zenit zum südöstlichen Horizont zieht.

19:30 Uhr bis 23:00 Uhr

Cassiopeia

Das Sternbild Cassiopeia sehen wir im März nach Sonnenuntergang hoch im Nordwesten. Es wird auch als das „Himmels-W“ bezeichnet. Das Sternbild bietet dem Beobachter am Fernrohr mehrere sehenswerte Offene Sternhaufen. Einer davon ist NGC 457 um den 5,6m hellen Stern Phi Cassiopeiae. Wir finden ihn, indem wir die Linie von Epsilon Cassiopeiae zu Delta Cassiopeiae über Delta hinaus um 2 Grad verlängern. NGC 457 ist auch unter dem Namen „Eulenhaufen“ bekannt, denn mit etwas Phantasie erinnert die Anordnung der Sterne dieses Sternhaufens im Okular des Fernrohrs an eine kleine Eule, die den Beobachter mit aufgerissenen Augen und ausgebreiteten Flügeln keck anfunkelt. Der Stern Phi Cassiopeiae stellt eines der Augen der kleinen Eule dar. Phi ist ein Überriese in über 5000 Lichtjahren Entfernung, daher ist er wegen seinen ca. 400000 Sonnenleuchtkräften unter günstigen Bedingungen gerade eben mit dem bloßen Auge sichtbar.
Weitere sehenswerte Offene Sternhaufen in der Cassiopeia sind NGC 281, der ca. 1,5° östlich von Schedir (Alpha) liegt, sowie M103, den wir ca. 1° nordöstlich von Ruchba (Delta) finden. Diese Sternhaufen sollte man mit einem lichtstarken Fernrohr beobachten, weil in einem solchen Gerät die individuellen Farben der einzelnen Mitglieder dieser Sternhaufen schön zur Geltung kommen. Man sollte dabei möglichst hohe Vergrößerungen wählen, weil dadurch der Himmelshintergrund dunkel wird und die schwächeren Sterne dieser Sternhaufen so besser wahrnehmbar werden. 
Verlängert man die Verbindungslinie von Schedir über Caph um den Abstand dieser beiden Sterne hinaus, stößt man dort im lichtstarken Fernrohr auf den Offenen Sternhaufen M52. Zwischen den Doppelsternen Rho und Sigma liegt der Offene Sternhaufen NGC 7889, mit Hunderten von lichtschwachen Sternen. Auch für die Beobachtung dieses Sternhaufens sind ein klarer, mondloser Himmel und ein lichtstarkes Fernrohr erforderlich.

Perseus

Das Sternbild Perseus sehen wir gegen 21:00 noch nahe dem Zenit. Betrachtet man seinen 1,8m hellen Hauptstern Mirfak (Alpha Persei) im Fernglas, zeigt er sich von vielen hellen, blauweißen Sternen umgeben: das ist der Offene Sternhaufen Melotte 20. Er ist ca. 600 Lichtjahre von uns entfernt. Auf der Mitte der Linie von Ruchba (Delta Cassiopeiae) nach Gamma Persei erahnt man bei klarem Nachthimmel einen matten Schimmer, den schon der antike Astronom Ptolemäus als „nubeculum“(deutsch: Wölkchen) kannte. Im Fernglas sieht man den Schimmer als zwei Lichtwölkchen, im Fernrohr zeigen sich hier zwei prächtige Offene Sternhaufen. Diese beiden Sternhaufen heißen „h und chi“, sie sind in jedem Fernrohr und Fernglas ein eindrucksvoller Anblick. Weitaus lichtschwächer, aber viel sternreicher als h und chi ist der Offene Sternhaufen NGC 1245, den man ca. 3° südlich von Mirfak mit einem lichtstarken Fernrohr beobachten kann. 
Ca. 9° südlich von Mirfak stößt man auf den 2,1m hellen Algol (Beta Persei). Algol repräsentiert im Sternbild Perseus das Haupt der Medusa. Er ist der bekannteste bedeckungsveränderliche Stern. Algols Helligkeit fällt nach jeweils 2 Tagen, 20 Stunden, 48 Minuten und 56 Sekunden für zehn Stunden von 2,1m auf 3,5m ab. 
Fünf Grad nordwestlich von Algol zeigt sich im Fernglas der große Offene Sternhaufen M34. Für eine Beobachtung mit dem Teleskop ist M34 zu groß. Betrachtet man seine Sterne jedoch mit so einem Gerät, kann man in diesem Sternhaufen einige Doppelsterne sehen. Ca. 3,6° südlich von M34 kann man am dunklen, klaren Nachthimmel bei mittleren Vergrößerungen im lichtstarken Fernrohr die Galaxie NGC 1023 wahrnehmen. Ihre Kernregion erscheint sternförmig. NGC 1023e liegt 45 Millionen Lichtjahre entfernt, sie ist 7500 Mal weiter weg als h und Chi.
Ca. 2,2° ostnordöstlich von Algol liegt die elliptische Galaxie NGC 1275. Sie ist die hellste Galaxie des „Perseus-1“ Galaxienhaufens und ist ca. 200 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Man braucht einen dunklen, klaren Neumondhimmel und ein Fernrohr ab 10 Zoll Öffnung, um diese Galaxie sehen zu können.
Ca. 12° östlich von Mirfak liegt der helle Offene Sternhaufen NGC 1528. Er lässt sich im Fernrohr auch bei niedrigen Vergrößerungen leicht in Einzelsterne auflösen. 
Etwas schwieriger kann manchmal die Beobachtung der Offenen Sternhaufens NGC 1513 sein. Bei höheren Vergrößerungen kann man dort im Fernrohr eine ringförmige Anordnung schwacher Sterne erkennen. Wir finden NGC 1513 ca. 8° östlich von Mirfak, er liegt auf der Linie von Mirfak nach Capella.
Der Offene Sternhaufen NGC 1342 liegt auf der Mitte der Linie von Algol nach Zeta Persei. Diesen Sternhaufen sollte man mit höheren Vergrößerungen beobachten, damit sich auch seine schwächeren Sterne hinreichend vom Himmelshintergrund abheben.
An der Grenze zum Sternbild Andromeda liegt M76, der „Kleine Hantelnebel“. Wir finden ihn ausgehend vom 2,3m hellen Alamak (Gamma Andromedae). Wir schwenken unser Fernrohr von Alamak in Richtung auf Gamma Cassiopeia und stoßen hierbei nach 7,5° auf den 3,5m hellen, rötlichen Stern 51 Andromedae. Zwei Grad nördlich von 51 Andromedae liegt der 4m helle, weiße Stern Phi Persei. M76 liegt 1° nördlich von Phi. Bei dunklem Himmel ist dieser kleine Planetarische Nebel auch schon im kleinen Fernrohr bei mittleren Vergrößerungen zu sehen. Der Nebel hat eine rechteckige Form.

Fuhrmann

Das Sternbild Fuhrmann steht nun hoch über unseren Köpfen. Sein Hauptstern Capella ist der vierthellste Stern des nördlichen Himmels. Das Sternbild enthält die vier hellen Offenen Sternhaufen M36, M37, M38 und NGC2281, die in jedem Fernrohr sehr lohnende Beobachtungsobjekte sind. In der Regel sind sie schon im 8x50-Sucher als matte Nebelchen zu erkennen. 
M38 finden wir auf der Mitte der Linie vom 2,7m hellen Stern Theta zum 2,7m hellen Hassaleh (Iota Aurigae). M37 finden wir ca. 2° östlich der Mitte der Linie von Theta Aurigae zu Nath (Beta Tauri). M36 liegt ungefähr in der Mitte der Linie von M37 zu M38. NGC 2281 finden wir auf der Linie von Menkalinan (Beta Aurigae) nach Castor (Alpha Geminorum), in einem Winkelabstand von ca. 9° zu Menkalinan. NGC 2281 zeigt sich im Fernrohr bei niedriger Vergrößerung als eine lockere Ansammlung blauweißer Sterne, er ist der hellste Offene Sternhaufen im Fuhrmann.
Außer diesen Offenen Sternhaufen bietet der Fuhrmann noch weitere sehenswerte Deep-Sky-Objekte. Ca. 0,5° südlich von M38 liegt der kleine Offene Sternhaufen NGC 1907. Ca. 1° westlich von M36 kann man bei hoher Vergrößerung im Fernrohr den kleinen Emissionsnebel NGC 1931 beobachten. Betrachtet man mit dem Fernrohr bei hoher Vergrößerung den 2,6m hellen Stern Theta Aurigae, entpuppt er sich als enger Doppelstern: Theta Aurigae hat einen 7,1m hellen Begleiter im Abstand von 3,6 Bogensekunden. Ein weiterer sehenswerter Doppelstern im Fuhrmann ist der 5,0m helle Omega Aurigae. Omega ist der hellste Stern auf der Linie von Epsilon Aurigae nach Iota Aurigae und ist daher leicht zu finden. 
Epsilon Aurigae ist der Stern an der Spitze des spitzwinkligen Dreiecks aus drei 3m heller Sternen, ca. 3,5° westlich von Capella. Epsilon ist ein bedeckungsveränderlicher Stern, dessen beide Partner einander in 27 Jahren einmal umkreisen, wobei der hellere Stern regelmäßig für über zwei Jahre von seinem dunkleren Partner teilweise verdeckt wird. Dadurch sinkt die Helligkeit von Epsilon von 3m auf 3,6m ab. Die letzte Verdunkelungsperiode endete 2011, seitdem weiß man durch umfassende Beobachtungen, dass der dunklere Partner kein Stern ist, sondern die riesige Staubscheibe eines Partnersterns, der von dieser Staubscheibe jedoch vollständig verhüllt wird.

Stier

Blickt man in vom Sternbild Perseus nach Süden, wandert der Blick dabei über den Stern Zeta Persei zu dem Offenen Sternhaufen der Plejaden. Mit dem bloßen Auge erkennt man 6 Sterne, dennoch werden die Plejaden oft als das „Siebengestirn“ bezeichnet. Viele halten diesen Sternhaufen auch für den „kleinen Wagen“. Der „kleine Wagen“ ist jedoch der volkstümliche Name für das Sternbild „Kleiner Bär“, und das liegt weit nördlich beim Polarstern.
Die Plejaden bieten in jedem Fernglas und in jedem kleinen Fernrohr bis 20-facher Vergrößerung einen sehr schönen Anblick. Für die Betrachtung im Fernrohr ist dieser Offene Sternhaufen zu groß. Mit dem Fernrohr ist jedoch die blauweiße Farbe der hellsten und heißen Sterne dieses Sternhaufens besser wahrnehmbar als im Fernglas. 
Die Plejaden gehören zum Sternbild Stier. Dieses Sternbild wurde erstmals im 4. Jahrhundert vor Christus von griechischen Astronomen beschrieben. Es soll an den herrlichen weißen Stier erinnern, in den sich Zeus der Sage verwandelte, um die junge phönizische Königstochter Europa aus dem Kreis ihrer Freundinnen vom Strand zu entführen. Die junge Dame kletterte arglos auf seinen breiten Rücken, der Stier schritt gelassen durch die aufspritzende Brandung ins Meer und schwamm mit der verblüfften Jungfrau ins Meer und geradewegs bis nach Kreta, wo er sich ihr als Gottvater Zeus zu erkennen gab und sie verführte. Der Legende nach behauptete Minos als König von Kreta, er sei das Ergebnis dieses Zusammentreffens. 
Passend zur Legende zeigt das Sternbild Stier nur den aus dem Wasser ragenden Kopf des Stiers, der in Richtung Westen schaut und dessen lange Hörner daher nach Osten weisen. 
Der auffälligste Bereich in diesem Sternbild ist die dreieckige Anordnung von ziemlich hellen Sternen um den orangefarbenen Hauptstern Aldebaran (Alpha Tauri). Diese Sterne bilden den Kernbereich der Hyaden, eines nur 148 Lichtjahre entfernten, ausgedehnten Offenen Sternhaufens. Aldebaran gehört jedoch nicht dazu, er ist nur 70 Lichtjahre entfernt.
Der 1,6m helle Stern Nath (Beta Tauri) markiert die Spitze des oberen Stierhorns. Nath ist ein blauweißer Stern in 160 Lichtjahren Entfernung. Ca. 8° südlich von Nath finden wir den 3m hellen Zeta Tauri. Dieser Stern markiert die Spitze des unteren Stierhorns. Ca.1° nordwestlich von Zeta liegt der berühmte „Krebsnebel“ M 1. Dies ist der Überrest einer Supernova, deren helles Aufleuchten am 4. Juli 1054 von chinesischen Astronomen aufgezeichnet wurde. Den Namen „M 1“ erhielt der Nebel von seinem Entdecker Charles Messier. Messier war ein geübter Beobachter und fand den Nebel im 18. Jahrhundert mit einem kleinen Fernrohr von effektiv 3 Zoll Öffnung am Pariser Nachthimmel. Heute kann man M1 heute selbst in einem Achtzöller am durch künstliche Lichtquellen aufgehellten Himmel kaum noch auffinden.

Orion

Unterhalb des Sternbilds Stier sehen wir das markante Sternbild Orion. Es fällt ins Auge, weil es zahlreiche helle Sterne enthält. Außerdem gibt es darin attraktive Nebelregionen mit vielen Details, die in einer klaren Nacht bei guten Bedingungen zu langen Beobachtungen einladen. 
Der „Orionnebel“ M42 und die Reflexionsnebel M43 (bei M42), NGC 2024 (bei Alnitak) und M78 sind die bekanntesten Nebel im Orion: Im Winter wird wohl keine klare Beobachtungsnacht vorübergehen, ohne dass man einen langen Blick auf den prächtigen M42 werfen möchte. Wenn man dabei einen Nebelfilter (UHC oder OIII) einsetzt, zeigen sich die vielfältigen Strukturen des Orionnebels besonders detailliert. M42 ist ein Sternentstehungsgebiet in ca.1400 Lichtjahren Entfernung.
Das Sternbild Orion bietet es jedoch nicht nur den beeindruckenden Orionnebel, sondern auch viele sehenswerte Doppelsterne. Dazu gehören z. B. Mintaka (der rechte Gürtelstern), Alnitak (der linke Gürtelstern), Eta (zwischen Mintaka und Rigel, dem rechten Fußstern), und auch Rigel selbst. Die Sterne Sigma (direkt südlich von Alnitak) und Theta (im Orionnebel) sind Mehrfachsysteme: Sigma besteht aus vier Komponenten, Theta zeigt sich im Fernglas als ein Doppelstern aus den beiden Sternen Theta1 und Theta2. Bei Betrachtung im Fernrohr erweist sich Theta2 seinerseits als Doppelstern. Betrachtet man im Fernrohr Theta1, zeigt er sich bei höheren Vergrößerungen als Vierfachstern: Das ist das berühmte „Trapez“ im Orionnebel. Die Wenn man Theta1 im Fernrohr größerer Öffnung bei dunklem und transparentem Himmel und hoher Vergrößerung beobachtet, zeigt er sich als ein System aus bis zu 7 Sternen. Die hellste Komponente ist Theta1 C, dieser junge Stern hat 400000 Sonnenleuchtkräfte.

Großer Hund

Südöstlich des Sternbilds Orion sehen wir einen in allen Farben hell funkelnden Stern. Das ist Sirius, der mit -1,7m hellste Fixstern am irdischen Nachthimmel. Sirius scheint uns vor allem so hell, weil er nur 8,6 Lichtjahre entfernt ist. Er ist der nächstgelegene Stern, der von Mitteleuropa aus sichtbar ist. Ca. 5,5° westlich von Sirius liegt der 2,0m helle Mirzam (Beta Canis Maioris). Mirzam ist neunzig Mal weiter von uns entfernt als Sirius und ist an sich tausend Mal heller als dieser, doch wegen der größeren Entfernung erscheint uns Mirzam als der schwächere Stern. 
Das Sternbild Großer Hund liegt in der Wintermilchstraße. Daher enthält es zahlreiche Offene Sternhaufen. Einer der Markantesten ist M 41, er liegt 4° südlich von Sirius. Sehenswert sind auch die Offenen Sternhaufen NGC 2362 um den Stern Tau Canis Majoris, und NGC 2360, der ca.7° östlich von Sirius liegt.

Puppis

Unmittelbar östlich des Sternbilds Großer Hund leuchtet über dem südlichen Horizont der helle Stern Rho Puppis. Das Sternbild Puppis ist der hintere Teil des ehemaligen Sternbilds Argo, welches in der Antike zum Andenken an jenes sprechende Schiff erfunden wurde, mit dem der Sage nach der griechische Held Jason mit Herkules und den Zwillingen Castor und Pollux das Goldene Vlies in Kolchis stahl. Von Mitteleuropa aus ist von dem alten Sternbild Argo nur der nördliche Teil des Achterschiffs (Puppis) zu sehen. 
Ist der Himmel ausreichend klar, kann man in dieser Himmelsregion trotz seiner Horizontnähe einige schöne Offene Sternhaufen auffinden, denn auch hier verläuft die Wintermilchstraße. Im lichtstarken Fernglas und im kleinen Fernrohr sind die Offenen Sternhaufen M46 und M47 zu sehen. Sie liegen beide ca. 12° östlich von Sirius. Ca. 1,5° nordwestlich von Xi Puppis kann der Offene Sternhaufen M93 einen reizvollen Anblick bieten. Im kleinen Fernrohr kann man den Offenen Sternhaufen NGC 2539 beobachten, der um den 4m hellen Stern 19 Puppis liegt, ca. 11,5° nördlich von Rho.

Einhorn

Das Sternbild Einhorn liegt östlich des Orion. Mit dem bloßen Auge betrachtet sieht es sehr unauffällig aus, denn es enthält nur relativ schwache Sterne. Doch da es mitten im Band der Wintermilchstraße liegt, enthält es von diesen schwachen Sternen besonders viele. Zudem gibt es dort ausgedehnte Sternentstehungsgebiete, Emissionsnebel, Offene Sternhaufen und viele sehenswerte Doppelsterne. Der 3,8m helle Beta Monocerotis ist z. B. ein Dreifachsystem, dessen Anblick im Fernrohr schon Wilhelm Herschel begeistert hat. Der Stern 15 Monocerotis zeigt sich im Fernrohr als ein Vielfachsystem aus sechs bläulichen Komponenten. Der 4,4m helle Epsilon Monocerotis ist ein markanter Doppelstern, der eine schwächere Partner ist gelb, der andere ist weiß. Auch die Sterne 14 Monocerotis, Delta Monocerotis, 24 Monocerotis und Zeta Monocerotis sind Doppel- bzw. Mehrfachsterne. Zeta ist über tausend Lichtjahre entfernt und besteht aus mehreren orangen Komponenten. 
Im Fernrohr bei niedriger Vergrößerung zeigt ein Blick auf den Offenen Sternhaufen NGC 2264 eine Anordnung hellerer Sterne, die sehr an einen erleuchteten Weihnachtsbaum erinnert. Um diesen Eindruck zu haben muss man bei der Beobachtung jedoch auf das Zenitprisma verzichten, weil dieser „Weihnachtsbaum“ bei der Betrachtung durch ein Zenitprisma auf seiner Spitze stehend erscheint. Als „Weihnachtsbaumständer“ fungiert in diesem Sternhaufen der 4,5m helle Stern 15 Monocerotis, der ein junger massereicher und heißer Hauptreihenstern mit einer absoluten Helligkeit von -5m ist, über 1000 Lichtjahre entfernt.
Ca. 2,2° nördlich von Beta Monocerotis kann man mit dem Fernglas neben dem 5m hellen Stern 10 Monocerotis den lockeren Offenen Sternhaufen NGC 2232 betrachten.

Zwillinge

Östlich von den Sternbildern Fuhrmann und Stier sehen wir hoch am Himmel das Sternbild Zwillinge. Markant sind in dem Sternbild die beiden hellen Sterne Castor (1,9m hell) und Pollux (1,1m hell). Das Sternbild besteht aus zwei parallelen Sternenketten: die nördliche Kette zieht sich von Castor (Alpha) über den 3m hellen Mebsuta (Epsilon) und dem 2,9m hellen Tejat Posterior (My) zum 4,5m hellen Tejat Prior (Eta). Die südliche Kette besteht aus Pollux (Beta), dem 3,5m hellen Wasat (Delta), dem 3,8m hellen Mekbuda (Zeta) und endet beim 1,9m hellen Alhena (Gamma). 
Im Fernrohr bei hoher Vergrößerung zeigt sich Castor als ein enger Doppelstern. Auch Wasat erscheint als Doppelstern, er liegt genau in der Ebene der Ekliptik. Zwei Grad ostsüdöstlich von Wasat kann man im Fernrohr den Planetarischen Nebel NGC 2392 finden, der auch als „Eskimonebel“ bezeichnet wird. Er ist kleiner als der bekannte Ringnebel im Sternbild Leier, hat aber eine etwas größere Flächenhelligkeit. Bei der Beobachtung von NGC 2392 sollte man so hoch vergrößern, wie das verwendete Teleskop das zulässt. In kleineren Fernrohren kann der eigentliche Nebel um den 11m hellen Zentralstern nur mit der Technik des „indirekten Sehens“ wahrgenommen werden. Hat man ein Fernrohr ab 4 Zoll Öffnung zur Verfügung, ist bei diesem Planetarischen Nebel ein Nebelfilter hilfreich, weil der Nebel damit heller und besser sichtbar ist.
Zwei Grad nordwestlich von Tejat Prior finden wir M35, einen großen Offenen Sternhaufen, der auch mit einem kleinen Fernrohren eindrucksvoll beobachtet werden kann. 
Hat man ein lichtstarkes Fernrohr zur Verfügung, kann man versuchen, den Offenen Sternhaufen NGC 2420 zu beobachten. Man findet NGC 2420 ausgehend von Wasat wie folgt: Ca. 1,7° ostsüdöstlich von Wasat liegt der 5,9m helle Stern 63 Geminorum. 2,5° östlich vom Stern 63 Geminorum liegt NGC 2420 als enger Sternhaufen aus zahlreichen schwachen Sternen. Um NGC 2420 zu beobachten muss man eine hohe Vergrößerung einsetzen.

Krebs

Östlich des Sternbilds der Zwillinge liegt das Sternbild Krebs. Es enthält nur schwache Sterne, daher ist am Stadthimmel mit dem bloßen Auge meist nichts davon zu sehen. Derzeit ist das Sternbild jedoch sehr leicht zu finden, denn darin leuchtet nun der -2,5m helle Jupiter. Im Fernrohr erkennt man die Wolkenbänder des Planeten und kann die Bewegung der vier Galileischen Monde verfolgen, die um den Jupiter kreisen. Wenn die Luft ruhig ist, lohnt es sich, Jupiter mit hohen Vergrößerungen zu beobachten, um Details in den Wolkenbändern zu sehen. 
Ist der Himmel klar und dunkel, erkennt man mit bloßem Auge im Sternbild Krebs ein schwaches Nebelwölkchen, das schon mit einem Fernglas leicht in einzelne Sterne aufgelöst erscheint. Dies ist der Offene Sternhaufen M 44, der bereits seit der Antike den Namen „Präsepe“ hat, was auf Deutsch „Krippe“ bedeutet. Nördlich und südlich von M 44 sehen wir zwei Sterne 4. Größe: Das sind Asellus borealis (Gamma Cancri) und Asellus australis (Delta Cancri). „Asellus“ ist das lateinische Wort für Eselchen, denn die Astronomen der Antike sahen in den beiden Sternen die zwei kleinen Lastesel des Weingottes Dionysos, die gemeinsam aus einer Krippe, nämlich M44, fressen. 
Ein weiterer sehenswerter Offener Sternhaufen im Krebs ist M67. Er befindet sich 2° westlich des 4,3m hellen Sterns Acubens (Alpha Cancri). M67 gehört zu den ältesten Offenen Sternhaufen unserer Milchstraße.

23:00 Uhr bis 01:00 Uhr

Gegen 23:00 nähert sich Orion dem westlichen Horizont. Das Sternbild Hydra überquert nun den Meridian. Der Löwe steht hoch im Süden, und der Große Bär steht nun fast im Zenit. Im Osten ist der Bärenhüter aufgegangen, über dem Südosthorizont leuchtet Spica. Die Sterne leuchten ganz ruhig am Nachthimmel, es ist viel angenehmer als im Sommer, und es gibt jetzt auch keine lästigen Mücken. Der Nachthimmel ist weiterhin klar und dunkel, Dank unserer warmen Kleidung können wir die Beobachtungen genießen, solange kein kalter Wind uns Tränen in die Augen treibt.

Löwe

Hoch über dem südlichen Horizont steht das markante Sternbild des Löwen. Der hellste Stern im Sternbild Löwe ist Regulus, ein blauweißer Stern von 1,3m. Regulus ist 73 Lichtjahre entfernt und ein Doppelstern. Sein Partnerstern ist ein kleiner G-Stern 8. Größe. 
Der 2m helle Algieba (Gamma Leonis) liegt ca. 8° nördlich von Regulus. Algieba ist einer der markantesten Doppelsterne am Himmel. Er ist 90 Lichtjahre entfernt, die beiden gelblichen Partner von 2,2m und 3m stehen in 4 Bogensekunden Abstand voneinander, das entspricht einer gegenseitigen Distanz von über 18 Milliarden Kilometern. 
1,5° südlich der Mitte der Verbindungslinie von Regulus (Alpha Leonis) und Coxa (Theta Leonis) kann man in Fernrohren ab 6 Zoll Öffnung bei dunklem, klarem Himmel die Galaxiengruppe M95, M96 und M105 wahrnehmen. In der Mitte zwischen Iota Leonis und Coxa findet man mit einem solchen Fernrohr auch die  Gruppe der Galaxien M65, M66 und NGC 3628. Diese Galaxien sind alle ca. 30 Millionen LIchtjahre entfernt und erscheinen nur als matte Nebel. 
Zwischen den Sternen Coxa und Zosma (Delta Leonis) findet man die 70 Millionen Lichtjahre entfernte elliptische Galaxie NGC 3607. Ca. 1,5° südlich von Lambda Leonis kann man NGC 2903 finden, die größte Spiralgalaxie im Löwen. NGC 2903 ist nur 25 Millionen Lichtjahre entfernt und erscheint dadurch größer als die anderen Galaxiem des Sternbilds. Da sie größer erscheint, ist ihre Flächenhelligkeit niedrig, daher ist NGC 2903 in kleinen Fernrohren nicht leicht zu sehen.

Großer Bär

Da das Sternbild Großer Bär nun im Zenit steht, kann man es im Fernrohr mittels Zenitspiegel oder Zenitprisma recht gut beobachten. Den meisten Menschen ist von diesem Sternbild nur dessen hinterer Teil als der „Großen Wagen“ ein Begriff. Er wird durch die Sterne Dubhe (Alpha), Merak (Beta), Phekda (Gamma), Megrez, (Delta), Allioth (Epsilon), Mizar (Zeta) und Benetnash (Eta) gebildet. Der Große Wagen ist jedoch nur das kantige Hinterteil und der langen Schwanz des Sternbilds Großer Bär. 
Mizar ist ein Doppelstern, schon in kleinen Fernrohren sieht man seine beiden weißen Partnersterne als deutlich getrenntes Paar. Schon Galileo Galilei hat ihn 1617 als Doppelstern beobachtet. Auch Dubhe ist ein Doppelstern, der 7m helle Begleiter ist im kleinen Fernrohr gut sichtbar. 
Ca. 12° südlich von Merak liegt der 3,5m helle Lamda Ursae Majoris. 1,5° weiter südlich liegt der 3,8m helle Xi Ursae Majoris. 1780 entdeckte Wilhelm Herschel, dass Xi ein Doppelstern ist, und dass seine beiden Partner einander in 60 Jahren einmal umlaufen. Damit wurde erstmals der Nachweis erbracht, dass das Gravitationsgesetz auch bei den Sternen gilt.
Verlängert man die Linie von Phekda nach Merak um 10° über Merak hinaus, stößt man auf den 3,7m hellen Stern Ypsilon Ursae Majoris. Ypsilon ist ein Doppelstern, sein 11m heller Begleiter steht in 11 Bogensekunden Abstand vom hellen Hauptstern. Ca 10° nördlich von Ypsilon stößt man auf die Galaxiengruppe aus den hellen Galaxien M81 und M82 und der lichtschwachen Galaxie NGC 3077. Dicht bei Phekda findet man im Fernrohr die 9,8m helle Galaxie M109. 
Wenn man das Gebiet des Großen Bären von einem geeigneten Beobachtungsplatz aus mit lichtstarken Fernrohren großer Öffnung beobachtet, kann man hier bei dunklem, klarem Himmel zahlreiche schwache Galaxien wahrnehmen. Das gelingt, weil in diesem Sternbild der Pol der Milchstraße liegt, daher behindern hier weder Dunkelwolken noch Sternhaufen unserer Heimatgalaxis die freie Sicht auf diese fernen Himmelsobjekte. Auch das berühmte „Hubble Deep Field“ liegt im Sternbild Großer Bär.

Jagdhunde

Das Sternbild Jagdhunde ist eine Erfindung des Danziger Astronomen Johannes Hevel. Es liegt unterhalb der Deichsel des Großen Wagens. Sein hellster Stern ist der 2,9m helle Cor Caroli (Alpha), ein markanter Doppelstern, 110 Lichtjahre von uns entfernt. Der zweithellste Stern Asterion (Beta) ist hingegen nur 27 Lichtjahre entfernt und 4,4m hell. 
Zieht man in Gedanken eine Linie von Cor Caroli nach Südosten zum hellen Stern Arktur im Bärenhüter, kann man knapp östlich der Mitte dieser Verbindungslinie mit dem Fernglas einen runden, nebeligen Fleck erkennen: den Kugelsternhaufen M3. In Fernrohren ab fünf Zoll Öffnung werden die Randbereiche dieses Sternhaufens bei Vergrößerungen ab 100fach in Einzelsterne aufgelöst. 
Im Sternbild Jagdhunde liegen viele Galaxien, die schon in kleinen Fernrohren beobachtet werden können. Ziehen wir z. B. eine Linie vom linken unteren Kastenstern des Großen Wagens (Phecda) zu Asterion, finden wir auf der Mitte dieser Linie im lichtstarken Fernglas einen ausgedehnten, länglichen, nebeligen Fleck. Das ist die Galaxie M106. 
Die 8,2m helle, rundliche Galaxie M94 finden wir ca. 2° nördlich der Mitte der Verbindungslinie von Cor Caroli zu Asterion. 
Zieht man eine Linie von Cor Caroli nach Gamma Comae Berenices, findet man im Dreizöller knapp südlich der Mitte dieser Linie die 9,2m helle Galaxie NGC 4631, die wegen ihrer Form mal „Heringsgalaxie“, mal „Walgalaxie“ genannt wird. Sehenswert sind im Sternbild Jagdhunde auch die Galaxie NGC 4490 (ca. 40 Bogenminuten westlich von Asterion), sowie die Galaxien M63, NGC 4495 sowie die berühmte Spiralgalaxie M51. Die durch zahlreiche Astrofotos allgemein populär gewordenen Spiralarme dieser Galaxie kann man im Okular aber erst mit Fernrohren ab 10 Zoll Öffnung unter einem dunklen, transparentem Neumondhimmel wahrnehmen. 
Zieht man eine Linie von Asterion nach Mizar, findet man nach einem Drittel der Strecke von Asterion den roten Stern Y Canes Venaticorum. Er ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts auch unter dem Namen „La Superba“ bekannt. Y ist ein 5m heller Roter Riesenstern in 1000 Lichtjahren Entfernung, dessen Helligkeit unregelmäßig innerhalb von ca. 150 Tagen zwischen 4,8m und 6,3m schwankt.  

Luchs

Das Sternbild Luchs liegt ganz unauffällig nördlich des Sternbilds Krebs. Es ist umgeben von den bekannten Sternbildern Großer Bär, Fuhrmann und Zwillinge. 
Das Sternbild Luchs ist größer als das Sternbild Zwillinge, wird trotz seiner Größe aber wenig beachtet, denn sein hellster Stern hat nur eine Helligkeit von 3,1m: Das ist der Stern Alpha Lyncis, ein Roter Riese der Spektralklasse K7. Wir finden ihn in der südöstlichen Ecke des Sternbilds. Er ist 210 Lichtjahre entfernt und hat 680 Sonnenleuchtkräfte. Alle weiteren Sterne im Luchs sind deutlich schwächer als Alpha Lyncis. Im Fernrohr erweisen sich viele von ihnen jedoch als sehenswerte Doppelsterne. 
Das Sternbild Luchs ist eine Erfindung von Johann Hevel. Einer Anekdote zufolge gab er dem Sternbild diesen Namen, weil man Augen wie ein Luchs haben müsse, um seine Sterne mit dem bloßen Auge zu sehen.
Den engen Doppelstern 38 Lyncis finden wir ca. 2,5° nördlich von Alpha. Seine beiden 3,9m und 6,2m hellen Partner stehen im Abstand von 2,7 Bogensekunden zueinander und zeigen bei hoher Vergrößerung einen schönen Farbkontrast. 
31 Lyncis ist ein 4,3m heller Riese der Spektralklasse K5, er steht ca. 12,5° nordwestlich von 38 Lyncis. Weitere 24,5° nordwestlich von 38 Lyncis finden wir 2 Lyncis, einen 4,5m hellen weißen Stern der Spektralklasse A0. Dieser Stern markiert den östlichen Rand des Sternbilds Luchs. Damit haben wir das Sternbild Luchs der Länge nach durchmessen. 
Ca. 1° südöstlich von 2 Lyncis finden wir den Stern 5 Lyncis, einen Doppelstern aus zwei Roten Riesen. 2,4° nordöstlich von 5 Lyncis liegt das schöne Dreifachsystem 12 Lyncis, es besteht aus drei weißen Sternen, die bereits im Dreizöller bei 120facher Vergrößerung sehr schön getrennt erscheinen.
Man findet im Sternbild Luchs keine Offenen Sternhaufen, weil es abseits der Milchstraße liegt. Daher ist das Areal frei von hellen Sternen und frei von störenden Dunkelwolken. Hier bieten sich in einer klaren Neumondnacht gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Suche nach Deep-Sky-Objekten. 
Schwenkt man von Castor in den Zwillingen aus ca. 7° nach Norden, kann man im Achtzöller kurzer Brennweite am dunklen Himmel bei 60facher Vergrößerung ein schwaches Nebelwölkchen erkennen. Dies Wölkchen ist NGC 2419, der mit 230000 Lichtjahren am weitesten von der Milchstraße entfernt liegende Kugelsternhaufen. Visuell erreicht er eine Helligkeit von 10,5m. Erst mit Teleskopen großer Öffnung lässt sich NGC 2419 in seinen Randbereichen in einzelne Sterne auflösen, seine hellsten Sterne erreichen 13,5m.
Zieht man von Iota Cancri aus eine Linie zu Theta Ursae Majoris, findet man auf dieser Linie in einem Abstand von 4,6° von Iota Cancri die 9,7m helle Spiralgalaxie NGC 2683. Sie kann in Fernrohren ab 3 Zoll Öffnung gut beobachtet werden. Sie steht in Kantenlage, ihre Flächenhelligkeit ist dadurch hoch. Sie hat keinen sichtbaren Kern, ihre Entfernung von uns beträgt über 20 Millionen Lichtjahre.

Coma Berenices

Im Sternbild Coma Berenices gibt es nur schwach leuchtende Sterne. Daher ist es unauffälliges Sternbild. Dennoch ist es recht leicht zu finden: Lässt man den Blick ausgehend vom Löwen nach Osten schweifen, sieht man dort den hellen Stern Arktur leuchten. Zieht man in Gedanken eine Linie von Denebola (Beta Leonis) hinüber nach Arktur, liegt das Sternbild Coma Berenices nördlich dieser Linie. 
Sein hellster Stern Alpha trägt seit der Antike den Namen Diadem. Seine Helligkeit beträgt 4,8 m, Diadem ist 57 Lichtjahre entfernt. Ca.10° nördlich von Diadem finden wir Beta, einen 4,3m hellen Stern der Spektralklasse G0. Ca. 10° westlich von Beta finden wir Gamma, einen 4,4m hellen Roten Riesen der Spektralklasse K0. Bei dunklem, transparentem Nachthimmel erkennt man südlich von Gamma mit dem bloßen Auge einen diffusen Lichtschimmer. Im Fernglas entpuppt er sich als einen Sternhaufen. Dies ist der große Coma-Sternhaufen Melotte 111. Sein Durchmesser beträgt über 4°, er enthält viele farbige Sterne und lässt sich aufgrund seiner Größe nur mit einem Fernglas vollständig überblicken. 
Berenice hat tatsächlich gelebt. Sie war die Schwester und Gattin des Pharaos Ptolemäus III. Als der unmittelbar nach seiner Hochzeit in den Krieg zog, gelobte Berenice, dass sie ihre schönen Haare dem Tempel der Aphrodite opfern würde, wenn ihr Gatte vom Kampf siegreich zurückkehren sollte. Und so geschah es. Berenices blonde Locken landeten auf dem Altar im Tempel, aber schon in der folgenden Nacht waren sie von dort verschwunden. Der Hofastronom „entdeckte“ sie dann am Himmel wieder, so kam das Sternbild „Coma Berenices“ in die Welt der Astronomie.
Im Sternbild Coma Berenices gibt es einige Galaxien, die an dunklen, klaren Nachthimmel schon mit einem lichtstarken Fernrohr ab vier Zoll Öffnung gesehen werden können. Zieht man eine Linie von Gamma zu Alpha und beobachtet den Himmel längs dieser Linie mit dem Teleskop bei mittlerer Vergrößerung, kann man ca. 2,3° südöstlich von Gamma die 9,6m helle Galaxie NGC 4565 erkennen. Diese Spiralgalaxie liegt exakt in Kantenlage. Folgt man der Linie in Richtung Diadem um weitere 6,3 Grad, findet man die 8,5m helle M64, das ist die Galaxie „mit dem schwarzen Auge“. Die dunkle Staubwolke, die den von Astrophotos bekannten schwarzen Fleck auf der Galaxie verursacht ist im Fernrohr jedoch nicht zu sehen Unmittelbar östlich von Diadem findet man den kleinen 7,7m hellen Kugelsternhaufen M53. M 53 ist 60.000 Lichtjahre entfernt.


01:00 Uhr bis 06:00 Uhr

Gegen 1:00 nähert sich das Sternbild Jungfrau dem Meridian, und auch das Sternbild Bootes (Bärenhüter) steht nun hoch am Himmel. Wega ist im Nordosten bereits aufgegangen, und darunter erhebt sich der Schwan über den Horizont. Die Sommersternbilder kündigen sich an!

Jungfrau

Das Sternbild Jungfrau überquert gegen 2:00 den Meridian. Der hellste Stern dieses Sternbilds ist Spica, ein blauer Riese der Spektralklasse B2 mit 2600 Sonnenleuchtkräften, in einer Entfernung von 240 Lichtjahren. Zavijava (Beta Virginis) ist ein Stern mit sechs Sonnenleuchtkräften in 35 Lichtjahren Entfernung. Der Stern Porrima (Gamma Virginis) ist ein enger Doppelstern, dessen beiden Partner zurzeit 2,5 Bogensekunden auseinander stehen. Der Stern Vindemiatrix (Epsilon Virginis) ist 94 Lichtjahre entfernt, der lateinische Name dieses Sterns bedeutet „Weinleserin“. Zur Zeit der römischen Antike zeigte der Aufgang von Vindemiatrix in der Morgendämmerung den Weinbauern an, dass der Zeitpunkt für den Beginn der Weinlese gekommen war. Bei klarem, dunklem Himmel kann man im Sternbild Jungfrau mit einem Fernrohr ziemlich viele Galaxien beobachten. Überraschend viele dieser lichtschwachen nebligen Himmelsobjekte wurden bereits im 18. Jahrhundert mit den damals verfügbaren kleinen Fernrohren entdeckt. Dazu gehören die Galaxien M61, M49, M84, M86, M87, M89, M58, M60, M88, M89 und M90. 
Außer diesen früh entdeckten Galaxien gibt es im Sternbild Jungfrau Hunderte weitere Galaxien, die lichtschwächer sind und erst im 19. Jahrhundert entdeckt wurden. Sie sind im NGC-Katalog und im Index-Katalog (IC) aufgelistet. Zur Beobachtung dieser Galaxien benötigt man lichtstarke Fernrohre mit viel Öffnung.
Man sollte seine Beobachtungen im Sternbild Jungfrau gut vorbereiten, damit man während der  Beobachtung weiß, welche Galaxie man vor sich hat, denn anderenfalls kann es leicht passieren, dass man in dieser Vielzahl an Galaxien die Übersicht verliert. 
Die erfolgreiche Beobachtung der Galaxien ist nur unter einem dunklen, klaren und mondlosen Himmel mit guter Durchsicht möglich. Man sollte ein Fernrohr mit mindesten 20 cm Öffnung haben, um sie sicher wahrzunehmen, denn die Entfernung zu den Galaxien im Sternbild Jungfrau beträgt ca. 60 Millionen Lichtjahre. Sie liegen 25 Mal weiter von uns weg als die Andromeda-Galaxie M31.
Ca. 10° westlich von Spica kann man im Fernrohr die markante Galaxie M104 beobachten. Sie ist unter dem Namen "Sombrero-Galaxie" bekannt. Sie ist ca. 30 Millionen Lichtjahre entfernt und ziemlich hell, daher kann sie gut mit hoher Vergrößerung beobachtet werden. In Fernrohren größerer Öffnung ist dann das Staubband zu erkennen, welches diese Galaxie in zwei helle Bereiche aufteilt.

Rabe

Oberhalb des Südhorizonts sehen wir ein kleines unregelmäßiges Sternenviereck. Das ist das Sternbild Rabe. Der 2,9m helle Stern Algorab (Delta Corvi) ist der Stern an der Nordostecke des Vierecks. Algorab ist ein Doppelstern, der schon im kleinen Fernrohr problemlos getrennt erscheint und dessen beide Partner unterschiedlich hell und unterschiedlich gefärbt sind. Die bekanntesten Objekte im Sternbild Rabe die beiden „Antennengalaxien“ NGC4038 und NGC 4039, die ca. 3,2° westsüdwestlich von Gamma Corvi liegen. Diese sind leider nur in Teleskopen großer Öffnung zu erahnen. Etwas besser zu sehen ist bei hoher Vergrößerung im Teleskop ab acht  Zoll Öffnung der ca. 2,5° südwestlich von Algorab liegende kleine, 10,5m helle Planetarische Nebel NGC 4361, mit einem deutlich sichtbaren Zentralstern. NGC 4361 ist ca. 4000 Lichtjahre entfernt

Becher

Das kleine Sternbild Becher (Lateinisch “Crater“) liegt westlich des Sternbilds Rabe. Es stellt ein großes Gefäß dar, aus dem der Sage nach der vom Durst heiser krächzende Rabe trinken möchte. Da die Sternbilder Becher und Rabe am Himmel im stets gleichen Abstand zueinander von Osten nach Westen wandern, kann der durstige Rabe den Becher niemals erreichen und ist so zum ewigen Durst verdammt.
Der 4,1m helle Gamma Crateris ist ein Doppelstern, der schon im kleinen Fernrohr schön getrennt zu sehen ist. Wir finden Gamma ca. 3° südlich von Delta Crateris, des hellsten Sterns dieses antiken Sternbilds.

Hydra

Das Sternbild Hydra (Wasserschlange) ist das längste und größte Sternbild des Himmels, es ist im März erst gegen 2:00 vollständig zu überblicken. Dann steht der Kopf der Hydra hoch im Südwesten, während im Südosten die Schwanzspitze eben über den Horizont steigt. Den Kopf der Hydra findet man wie folgt: Unterhalb des Sternbilds Zwillinge leuchtet der 0,4m helle Procyon (Alpha Canis Minoris). Zieht man von Procyon eine Linie zu Regulus im Sternbild Löwe, sieht auf der Mitte dieser Linie eine Sternengruppe aus Sternen dritter bis vierter Größe: Diese Sternengruppe markiert den Kopf der Hydra. Er besteht aus den Sternen Zeta, Delta, Epsilon, Eta und Sigma Hydrae. 
Südöstlich des Kopfes der Hydra stoßen wir auf einen einzeln stehenden, hellen Stern. Das ist Alphard, der „Einsame“, der hellste Stern in der Hydra. 
Am Westrand der Hydra liegt der helle Sternhaufen M 48. Wir finden ihn mit dem Fernglas, ca. 3,5° südwestlich des 4m hellen Sterns C Hydrae. 
Eindrucksvoll ist im Fernrohr der große, 7m helle Planetarischer Nebel NGC 3242. Er liegt ca. 2° südlich des 3,8 m hellen Sterns My Hydrae. Da Winkeldurchmesser und Form des Nebels an Jupiter erinnern, heißt der grünlich schimmernde Nebel durchaus treffend „Jupiters Geist“. Er hat eine hohe Flächenhelligkeit und lässt sich gut mit hoher Vergrößerung beobachten.
Ca. 3° nördlich der Mitte einer Linie von My Hydrae zu Ny Hydrae liegt der Stern U Hydrae. U Hydrae ist ein Riese der Spektralklasse C6 in 670 Lichtjahren Entfernung. Er ist einer der rötesten und kühlsten Sterne, die man am Himmel beobachten kann, seine Helligkeit schwankt unregelmäßig zwischen 4,5m und 5,2m. 

Sextans

Südlich des Sternbilds Löwe liegt das kleine, unscheinbare Sternbild Sextans. Sein 4,4m heller Hauptstern Alpha liegt ca. 12,5 ° südlich von Regulus. Wenn man die Verbindungslinie von Regulus zu Alpha Sextantis über Alpha hinaus um ca. 7, 5° weiter nach Süden verlängert, stößt man dort im Fernrohr ab 10 cm Öffnung auf die 9,2m helle S0-Galaxie NGC 3115. Diese Galaxie ist klein, aber hell und kann daher gut mit hoher Vergrößerung betrachtet werden. Sie ist unter dem Namen „Spindelgalaxie“ bekannt. 

Übersicht gegen 4:00

Das Sternbild Löwe hat den Meridian längst passiert. Im Westen sinkt Procyon zum Horizont. Hoch im Osten steht das Sternbild Herkules, und darüber beherrscht nun Arktur den Himmel. Im Südosten sieht man die Sterne der Waage und darunter im Horizontdunst den Saturn, neben ihm sind die Sterne des Schlangenträgers zu erahnen. 

Waage

Das Sternbild Waage liegt östlich des Sternbilds Jungfrau. Da es bei uns nur einen maximalen Horizontabstand von ca. 20° erreicht, wird es in unseren Breiten wenig beobachtet. Seine beiden hellsten Sterne sind der 2,8m helle Zubenelgenubi und der 2,5m helle Zubeneschemali (Beta Librae). Letzterer liegt ca. 9° nordöstlich von Zubenelgenubi. Zubenelgenubi ist ein Doppelstern, der schon im Fernglas getrennt gesehen wird, die beiden Partner zeigen darin einen schönen Farbkontrast. 
Das Sternbild Waage ist eine Erfindung der Römer. Ursprünglich waren seine Sterne ein Teil des Sternbilds Skorpion, wo sie die beiden Scheren des Skorpions darstellten. Das erkennt man heute noch im arabischen Namen der Sterne: Zubenelgenubi bedeutet „Südliche Schere“, Zubeneschemali bedeutet „Nördliche Schere.
Ca. 4° westlich von Zubeneschemali liegt der 4,5m helle Stern Delta Librae, ein Bedeckungsveränderlicher vom Algol-Typ. Seine Helligkeit sinkt alle 2,32735 Tage sechs Stunden lang auf 5,5m ab. Ca. 11,5° südlich von Zubeneschemali liegt der nur 8,5m helle, locker aufgebaute Kugelsternhaufen NGC 5897. Für seine Beobachtung braucht man ein lichtstarkes Fernrohr mit möglichst großer Öffnung.

Skorpion

Das Sternbild Skorpion enthält viele helle Sterne und erstreckt sich südlich des Schlangenträgers. Daher gehen beide Sternbilder fast gleichzeitig durch den Meridian. Vom Skorpion sehen wir in Mitteleuropa jedoch nur den nördlichen Teil, der südliche Teil des Sternbilds verbleibt bei seinem Meridiandurchgang in unseren Breiten unter dem Südhorizont. Um die Sterne des Skorpions sehen zu können, muss der Himmel bis zum Horizont klar sein. Daher sollte man das Sternbild möglichst von einen Standort auf einer Hochfläche in den Bergen aus beobachten.
Das auffälligste Objekt im Sternbild Skorpion ist in diesem Jahr der 0,4m helle Saturn. Bereits in einem Spektiv mit 20facher Vergrößerung sind der Ring um Saturn und der große Saturnmond Titan erkennbar. Im Fernrohr ab acht Zoll Öffnung wird Saturn bei hoher Vergrößerung und klarer, ruhiger Luft am dunklen Nachthimmel zum absoluten Hingucker. Dann sind neben Titan auch mehrere kleinere Monde Saturns als winzige Sternchen in der Umgebung des Rings erkennbar.
Der hellste Stern im Skorpion ist der 0,9m helle Antares (Alpha Scorpii). Antares ist ein Roter Überriese von ca. 15 Sonnenmassen, er hat 9000 Sonnenleuchtkräfte und einen Durchmesser von mehr als einer Milliarde Kilometern. Er ist ca. 520 Lichtjahre entfernt und ist ein Doppelstern, sein 6,5m heller grünlicher Partnerstern hat nur drei Bogensekunden Abstand. 
Ca. 8,5° nordwestlich von Antares liegt der 2,5m helle Stern Graffias (Beta Scorpii). Graffias ist ein schöner Doppelstern, der schon in kleinen Fernrohren gut zu erkennen ist. Er liegt 600 Lichtjahre entfernt und hat 2700 Sonnenleuchtkräfte. 
Ca. 3° südlich von Graffias liegt der 2,3m helle Stern Dschubba (Delta Scorpii). Dschubba stellt die Stirn des Skorpions dar, er ist ein blauweißer Hauptreihenstern mit 3300 Sonnenleuchtkräften, 540 Lichtjahre entfernt. 
Ca. 3,5° südlich von Dschubba liegt der 2,9m helle Pi Scorpii, ein blauweißer Stern in 450 Lichtjahren Entfernung, mit 1700 Sonnenleuchtkräften. 
Zwischen Antares und Pi liegt der 2,9m helle Stern Alniyat (Sigma Scorpii). Im kleinen Fernrohr erweist sich Alniyat als Doppelstern. Alniyat ist ein blauweißer Stern, ca. 800 Lichtjahre entfernt, mit über 4000 Sonnenleuchtkräften. Sein Begleiter ist 9m hell und liegt in 20 Bogensekunden Abstand vom helleren Partner. 
Ca 1,2° westlich von Antares liegt der Kugelsternhaufen M4. Dieser Kugelsternhaufen ist nicht sehr hell und enthält weniger Sterne als die meisten am Himmel beobachtbaren Kugelsternhaufen. Da M4 jedoch nur 7000 Lichtjahre entfernt ist, kann man ihn mit jedem kleinen Fernrohr in viele Sterne aufgelöst sehen .
Ca. 14,5° südöstlich von Antares liegt der Offene Sternhaufen M6. Er ist an sich einer der hellsten Offenen Sternhaufen am Himmel, doch wegen seiner horizontnahen Position erscheint M6 von Mitteleuropa aus gesehen schwächer, als er tatsächlich ist. Im Fernglas sind die hellsten Sterne von M6 gut zu erkennen, in einem lichtstarken Fernrohr zeigt M6 bei klarem Himmel über 100 Sterne, deren Anordnung entfernt an die ausgebreiteten Flügel eines Schmetterlings erinnert, weshalb der Sternhaufen auch unter dem hübschen Namen „Schmetterlingshaufen“ bekannt ist.

Bärenhüter

Nördlich des Sternbilds Jungfrau leuchtet der gelborange Arktur, der Hauptstern des Sternbilds Bärenhüter (Bootes). Arktur ist der vierthellste Stern an unserem Himmel, ein Roter Riese mit einer visuellen Helligkeit von 0,0 m, nur 36 Lichtjahren entfernt. Er ist einer der Halosterne unserer Milchstraße und wandert relativ zur Sonne mit relativ hoher Geschwindigkeit quer durch die Scheibe unserer Galaxis. 
Die hellsten Sterne im Bärenhüter zeigen eine Anordnung in der Form einer Eistüte, an deren zum Horizont weisender Spitze Arktur steht. 
Im Sternbild Bärenhüter gibt es viele schöne Doppelsterne. Der 3,3m helle Izar (Epsilon Bootes) zeigt im Fernrohr zwei verschiedenfarbige Partner (orange und blau) in einem Winkelabstand von drei Bogensekunden voneinander. Im 19. Jahrhundert bekam Izar deshalb von romantisch veranlagten Astronomen den Namen „Pulcherrima“, was „Die Schönste der Schönen“ bedeutet. Ein weiterer 4,5m heller Doppelstern ist 44 Bootis. Seine Partnersterne umkreisen einander einmal in 250 Jahren, ihr gegenseitiger Winkelabstand beträgt derzeit 3 Bogensekunden. Der schwächere der beiden Partner von 44Bootis ist seinerseits ein Bedeckungsveränderlicher Stern, der alle 6,5 Stunden seine Helligkeit ändert. 
Xi Bootes ist ein 4,5m heller Doppelstern, er liegt ca. 8,5° östlich von Arktur, die beiden ungleich hellen Partner von Xi erscheinen rötlich. 
Zieht man von Arktur eine Linie zu Cor Caroli in den Jagdhunden, trifft man südöstlich der Mitte dieser Linie im Fernglas auf einen kleinen, rundlichen Nebelfleck. Im Fernrohr entpuppt sich dieser Fleck als der helle Kugelsternhaufen M3. In Fernrohren ab fünf Zoll Öffnung werden die Randbereiche von M3 bei Vergrößerungen ab 100fach in Einzelsterne aufgelöst

Nördliche Krone

Östlich des Sternbilds Bootes erkennen wir die nach Norden geöffnete Sternenkette des kleinen Sternbilds Corona Borealis. Sein 2,2m heller Hauptstern trägt den lateinischen Namen „Gemma“, was auf Deutsch „Edelstein“ bedeutet. Bei großer Luftunruhe kann man Gemma zuweilen ganz ähnlich wie Sirius in allen Farben funkeln sehen. Ca. 3,5° östlich von Gemma liegt Delta Coronae Borealis, 2° nördlich von Delta liegt der Veränderliche Stern R Coronae Borealis. In  Abständen von Monaten bis Jahren stößt R Coronae gewaltige Rußwolken aus, die sein rotes Licht verdüstern. Dadurch kann dieser Stern spontan für Monate oder sogar für Jahre um bis zu 10 Größenklassen schwächer werden. Dann ist der sonst schon im kleinen Fernglas mühelos erkennbare R Coronae Borealis selbst im großen 10-Zöller nicht mehr sichtbar.

Herkules

Das Sternbild Herkules liegt östlich des Sternbilds Corona Borealis. Sein Hauptstern Ras Algethi (Alpha) liegt im Südteil des Herkules, nahe bei Ras Alhague, dem hellsten Stern des Schlangenträgers. Ras Algethi ist ein Roter Überriese mit über 400 Sonnendurchmessern. Bei hoher Vergrößerung zeigt sich Ras Algethi im Fernrohr ab acht Zoll Öffnung als enger, schöner Doppelstern: ein Partner ist orange, der andere ist grünlich.
Zieht man eine Linie von Eta Herkulis nach Zeta Herkulis, findet man im lichtstarken Fernglas nach einen Drittel dieser Linie ein rundliches Nebelbällchen. Im Fernrohr ab vier Zoll Öffnung und bei einer Vergrößerung ab 80x erscheint das Nebelbällchen als kugelige Ansammlung zahlloser, winziger Sterne. Das ist der berühmte Kugelsternhaufen M13. Entdeckt wurde er von Edmond Halley. M13 liegt in einer Entfernung von über 22.000 Lichtjahren.
Schwenkt man von Eta Herkulis 8,5° nach Norden, erkennt man bei dunklem Himmel im Fernglas 10 x 50 ein weiteres kleines Wölkchen. Das ist ebenfalls ein Kugelsternhaufen, NGC 6229. Dieser Kugelsternhaufen lässt sich aber nur mit großen Fernrohren in Einzelsterne auflösen, denn er ist viel weiter von uns entfernt als M13. 
Der 4,8m helle Stern 95 Herkulis ist ein weiterer hübscher Doppelstern. Wir finden ihn 7° südlich von Theta Herculis. Die beiden Doppelsternpartner von 95 Herkulis stehen am Himmel in einem Abstand von sechs Bogensekunden voneinander und sind daher schon in kleinen Fernrohren bequem getrennt zu sehen. Die Farben der beiden Partner von 95 Herculis sind unterschiedlich und scheinen sich Berichten zufolge manchmal zu verändern. Zuletzt waren die beobachteten Farben golden und weiß.
Schwenkt man von Pi Herkulis 6,3° nach Norden, stößt man auf den Kugelsternhaufen M92. Dieser Sternhaufen ist so hell wie M13, erscheint aber deutlich konzentrierter. Schwenkt man sein Fernrohr von Rutilicus (Beta Herculis) ca. 4° nach Nordosten, findet man im Okular bei niedriger Vergrößerung einen 9m hellen, blaugrünlichen Stern in einem Feld schwacher Sterne. Das ist der Planetarische Nebel NGC 6210. Steigert man die Vergrößerung nun auf 150x, zeigt sich der Stern als eine, blaugrünliche Scheibe mit einem zentralen, weißen Stern.

Schlange

Unterhalb des Herkules sehen wir die Sterne des Schlangenträgers und der Schlange. Wir nutzen die Gelegenheit, im Sternbild Schlange einen Blick mit dem Teleskop auf den Kugelsternhaufen M5 zu werfen. M5 finden wir ca. 11° nördlich von Zubenelschemali, dem nördlichen der beiden hellen Sterne der Waage. M5 kann man schon in kleinen Fernrohren schön in einzelne Sterne aufgelöst sehen. 

Abschluss

Schließlich müssen wir uns von der Beobachtung verabschieden. Sei es, dass das Wetter schlechter wird, oder dass der Wind zu kalt bläst, oder dass die Spiegel und Objektive beschlagen, oder weil wir zu müde werden. 
Dann nehmen wir die roten Stirnlampen ab uns setzen die weißen Stirnlampen auf. Das helle Licht ruiniert unsere Dunkeladaption, nun gibt es kein Zurück. 
Wir packen die Okulare ein, die Dobsons sind rasch transportbereit zerlegt und verstaut, die kleinen Refraktoren von den Montierungen abgenommen und ihre Stative zusammengeklappt und auf Packmaß gebracht. Wir räumen alles in den Kombi. 
Mit der Taschenlampe stellen wir sicher, dass wir am Boden kein Okulardeckel, Montierungsschraube, Schal oder Handschuh vergessen haben.
Zum Abschluss schalten wir die Lampen aus. Ein letzter stiller prüfender Blick zum Himmel, dabei ein letzter Schluck heißer Tee. Dann steigen wir ins Auto, die Scheinwerfer tauchen die Welt plötzlich in grelles Licht. Langsam rollen wir über den knirschenden Schotter auf dem Weg neben dem Weidezaun herunter, biegen gemächlich in die Querstraße ein, und dann geht die Fahrt auf der einsamen Straße durch die dunklen Wälder hinab ins Tal, und weiter nach Hause.  


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