Der Sternenhimmel im Oktober

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Am 1. Oktober geht die Sonne gegen 19:00 unter. Der Sonnenaufgang findet am 2. Oktober gegen 7:35 statt. Am Monatsende geht die Sonne hingegen infolge der Umstellung auf die Winterzeit schon um 17:12 unter und um 7:25 wieder auf, die für astronomische Beobachtungen nutzbare Nacht dauert dann bereits mehr als 10,5 Stunden. 
Diese langen Nächte bieten viele Gelegenheiten für schöne Himmelsbeobachtungen, wenn das Wetter mitspielt. Man muss sich jedoch überlegen, was man sich ansehen möchte und schauen, wann man es günstig beobachten kann. Die Oktobernacht ist zu lang, um sich alles anschauen zu können, was der Sternenhimmel in diesem Monat bieten kann.
Am 8. Oktober ist Vollmond, am 23. Oktober ist Neumond. 
Vom 6. bis zum 10. Oktober kann der Sternschnuppenstrom der Draconiden beobachtet werden. Die Draconiden sind relativ langsame Sternschnuppen, da sie sich mit nur 20 km/s bewegen. Das Maximum wird am 8. Oktober gegen 20:00 erwartet. 
Vom 2. Oktober bis zum Monatsende treten die Orioniden auf. Die Sternschnuppen dieses Stromes sind mit 66 km/s unterwegs, drei Mal schneller als die Draconiden. Die Orioniden stammen vom Halleyschen Kometen. Im Maximum um den 24. Oktober kann man pro Stunde mit ca. 20 Orioniden rechnen. 
Der Oktober bietet viele Gelegenheiten zur Beobachtung von Planeten. Nach Sonnenuntergang kann man über dem Südwesthorizont Ausschau nach Mars und Saturn halten. Anschließend kann man bis nach Mitternacht Neptun beobachten. Uranus erreicht am 7. Oktober seine diesjährige Oppositionsstellung, er ist während der ganzen Nacht im Fernglas oder Fernrohr gut sichtbar. Während der zweiten Nachthälfte ist Jupiter nach dem Mond das hellste Objekt am Nachthimmel. Zum Monatsende kann man vor Sonnenaufgang den Merkur am Morgenhimmel erspähen. Nur Venus hält sich im Oktober hinter der Sonne am Taghimmel auf und ist nicht zu sehen.

Eine Stunde nach Sonnenuntergang…

Wenn wir uns eine Stunde nach Sonnenuntergang den Himmel anschauen, sehen wir über uns die drei markanten Sterne des Sommerdreiecks: Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Altair im Adler. Westlich der Leier steht das Sternbild Herkules hoch am Himmel, darunter sieht man über südwestlichen Horizonts die Sternbilder Schlangenträger und Schlange. Unterhalb dieser beiden Sternbilder erahnt man im Horizontdunst die helleren Sterne des Skorpions und den Mars. Im Südosten sind schwach die Sterne des Wassermanns zu sehen. Hoch im Osten steht das Sternbild Pegasus, im Nordosten zeigt sich Capella. Zwischen Pegasus und Capella sind die hellen Sterne des Perseus zu erkennen.
Tief im Nordwesten erblickt man die vertrauten Sterne des Großen Wagens. Über dem Westhorizont leuchtet orange der Stern Arktur im Bärenhüter.

20:00 Uhr bis 23:00 Uhr

Drache

Ca. 15° nördlich des hellen Sterns Wega liegt ein markantes Dreieck aus drei hellen Sternen: Das sind Rastaban (Beta Draconis), Eltanin (Gamma Draconis) und Grumium (Xi Draconis). Siie stellen gemeinsam den Kopf des Sternbilds Drache dar. Von diesen Sternen ausgehend zieht sich das Sternbild Drache als eine gewundene Sternenkette aus den Sternen Altais (Delta Draconis) und Tyl (Epsilon Draconis) nach Norden, neigt sich dann in einem Bogen mit den Sternen Chi, Eta, Zeta und Jota nach Südwesten, steigt dann wieder über Thuban (Alpha Draconis), Kappa und Lambda Draconis zu nördlicheren Breiten auf, um schließlich unweit des Himmelsnordpols zu enden. Diese lange Sternkette stellt den Rumpf und den Schwanz des himmlischen Drachens dar, der für die Göttin Hera den Baum mit den goldenen Äpfeln der Hesperiden bewachte. Herkules tötete den Drachen mit Giftpfeilen und stahl die danach goldenen Äpfel mit List.
Vom 6. bis 10 Oktober bildet der 3m helle Altais den Ausstrahlungspunkt des Meteorstroms der Delta-Draconiden. Das Maximum wird in den Abendstunden des 8. Oktober erwartet. 
Ca. 15° nördlich von Eltanin findet man im Fernglas in einem Feld mit zahlreichen schwachen Sternen ein ziemlich bläuliches Sternchen. Beobachtet man das Sternchen im Fernrohr bei mittlerer Vergrößerung, erscheint es als bläuliches Scheibchen. Das ist der Planetarische Nebel NGC 6543, der auch unter dem Namen „Katzenaugennebel“ bekannt ist. 
Wenn man ein Fernrohr größerer Öffnung zur Verfügung hat, kann man im Drachen die Galaxie NGC 6503 beobachten. Sie liegt fast auf der Mitte der Linie von Zeta Draconis nach Chi Draconis, etwas näher zu Chi, NGC 6503 erscheint bei hoher Vergrößerung spindelförmig. Sie ist ca. 18 Millionen Lichtjahre entfernt. 
Ca. 4° südöstlich von Iota Draconis kann man in Fernrohren ab vier Zoll Öffnung bei klarem, dunklem Himmel die 9,9m helle Galaxie NGC5866 beobachten. Diese Galaxie ist auch unter dem Namen M102 bekannt. Sie ist linsenförmig und liegt ca. 50 Millionen Lichtjahre von uns entfernt.

Herkules

Das Sternbild Herkules ist das fünftgrößte Sternbild des Himmels. Es liegt westlich der Leier, es springt jedoch trotz seiner Größe nicht ins Auge. Man findet es, indem man die Strecke vom Stern Arktur zum Stern Wega in drei Teile teilt. Von Wega aus gesehen liegt der Herkules am Übergang zum zweiten Drittel. 
Der hellste Stern im Herkules ist Ras Algethi (Alpha Herculis), er steht am südlichen Rand des Sternbilds und stellt den Kopf des Herkules dar. Das Sternbild Herkules steht am Himmel tatsächlich auf dem Kopf. Ras Algethi ist ein enger Doppelstern, dessen beide Partner einen ausgeprägten Farbkontrast zeigen: der eine Partner ist orange, der andere erscheint blaugrün. Je größer die Öffnung des Fernrohrs ist und je höher darin die Vergrößerung, desto eindrucksvoller ist der Anblick. 
Ein weiterer schöner Doppelstern im Herkules ist der 4,8m helle 95 Herkulis. Wir finden ihn ca. 7° südlich von Theta Herculis. Die beiden Partner von 95 Herkulis stehen in einem Abstand von 6 Bogensekunden voneinander und sind schon in kleinen Fernrohren getrennt zu sehen. Seine beiden Partner leuchten golden bis weiß.
Im Sternbild Herkules liegen zwei der hellsten Kugelsternhaufen des nördlichen Himmels. Den 6m hellen M13 finden wir auf der Verbindungslinie von Theta Herkulis nach Eta Herkulis, und zwar von Eta Herkulis aus gesehen nach dem ersten Drittel dieser Strecke. Man kann M13 als nebliges Fleckchen schon im kleinen Fernglas erkennen. In Fernrohren ab vier Zoll Öffnung werden seine Randbereiche in zahlreiche Einzelsterne aufgelöst. In Fernrohren großer Öffnung unter dunklem Sternenhimmel kann M13 einen einprägsamen Anblick bieten.
Der zweite helle Kugelsternhaufen im Herkules ist der 6,5m helle M92. Er liegt ca. 6,3° nördlich von Pi Herkulis. Im Vergleich zu M13 sind die Sterne in M92 zum Zentrum hin stärker konzentriert als die von M13, ansonsten erscheinen beide Kugelsternhaufen gleich hell. Dennoch wird M92 viel seltener beobachtet als M13. 
Schwenkt man sein Fernrohr von Rutilicus (Beta Herculis) ca. 4° nach Nordosten, fällt im Okular bei 50facher Vergrößerung einen 9m hellen, blaugrünlichen Stern inmitten eines Feldes schwacher Sterne auf. Steigert man die Vergrößerung nun auf 150x, zeigt sich der Stern als eine blaugrünliche Scheibe mit einem zentralen, weißen Stern. Das ist der Planetarische Nebel NGC 6210.

Cepheus

Das Sternbild Cepheus ist ein zirkumpolares Sternbild, daher geht es in unseren Breiten nie unter. Doch obwohl es immer am Nachthimmel steht, wird es von Amateurastronomen eher selten beobachtet, denn es ist nicht auffällig. Man muss sich am Himmel in Ruhe orientieren, um es zu finden. Man findet es am schnellsten, indem man den Blick vom Sternbild Schwan aus in einer geraden Linie in Richtung des Sternbilds Cassiopeia wandern lässt, dann liegt das Sternbild Cepheus nördlich dieser Linie. Erst dann springt einem die besondere Anordnung der hellen Sterne dieses Sternbildes ins Auge, denn sie erinnert den Beobachter an das bekannte Muster „Haus des Nikolaus“, mit den fünf Eckpunkten Alderamin (Alpha), Alfirk (Beta), Alrai (Gamma), Iota und Delta. Der 3,3m helle Stern Zeta bildet hierbei die untere linke Ecke. 
Ca. 3,5° westlich von Zeta Cephei finden wir den 4m hellen, rötlichen My Cephei. My ist ein Roter Überriesenstern, mit 1400 Sonnendurchmessern einer der absolut größten und rötesten Sterne am Himmel. Wegen seiner Farbe ist er auch als „Granatstern“ bekannt.
Der ca. 4m helle Delta Cephei liegt 2,5° östlich von Zeta. Dieser Stern Delta Cephei ist der Namensgeber für die Veränderlichenklasse der Cepheiden. Cepheiden sind Riesensterne hoher Leuchtkraft, die ihre Helligkeit in einem sehr regelmäßigen Zyklus präzise verändern, indem sie pulsieren. Der Helligkeitszyklus von Delta hat eine Periode von 5,3663 Tagen: 1,5 Tage lang steigt seine Helligkeit von 4,4m auf 3,5m an und fällt in den folgenden 4 Tagen wieder auf 4,4m ab. 
Delta Cephei ist zugleich auch ein Doppelstern: der blauweiße Begleiter ist in 41 Bogensekunden Abstand von Delta zu finden. Ca. 6° östlich von Delta zeigt sich im Fernrohr der kleine, kompakte Offene Sternenhaufen NGC 7510. Zur Beobachtung dieses Sternhaufens muss man hoch vergrößern.

Schwan

Zwei Stunden nach Sonnenuntergang sehen wir das Sternbild Schwan fast im Zenit. Das markante Sternenmuster diese Sternbilds erinnert an einen fliegenden Schwan mit seinen ausgebreiteten Schwingen und dem lang gestreckten Hals. Erst die Römer nannten das Sternbild „Schwan“. Die griechischen Astronomen der Antike nannten es „Vogel“.
Der Stern Albireo (Beta Cygni) bezeichnet im Sternbild den Kopf des Schwans, der Stern Sadr (Gamma Cygni) markiert den Körper, Deneb (Alpha Cygni)den Schwanz. Der nördliche Schwanenflügel wird durch die beiden Sterne Delta Cygni und Iota Cygni gebildet, der südliche Flügel markieren die beiden Sterne Gienah (Epsilon Cygni) und Zeta Cygni.
Als erstes lohnt sich ein Blick auf Albireo. Mit seiner Helligkeit von 3m erscheint der Stern dem bloßen Auge recht unscheinbar, doch schon im Zweizöller zeigt sich Albireo als schöner, farbiger Doppelstern: ein Partner ist orange, der andere saphirblau. Zwischen Albireo und Sadr liegt ein sehr sternenreiches Milchstraßenfeld. Es ist ideal für die Beobachtung mit lichtstarken Ferngläsern und Fernrohren jeder Öffnung. 
Ca. 5° nordwestlich von Deneb sehen wir mit dem bloßen Auge ein helles Sternenpaar: Das sind die Sterne Omicron Cygni und 30 Cygni. 
Omicron ist ein Doppelstern, der hellere Partner Omikron1 ist orange, der kleinere Partner Omikron 2 ist eher blau. 30 Cygni liegt in 5 Bogenminuten Abstand zu beiden, er ist ein weißblauer Stern. 
Auch Delta Cygni ist ein Doppelstern. Da die beiden Partner voneinander nur 2 Bogensekunden Abstand haben, muss man mit hoher Vergrößerung beobachten, um Delta ganz deutlich als Doppelstern zu sehen.
Ca. 5° nördlich von Delta sehen wir den 4,5m hellen Stern Theta Cygni. 54 Bogenminuten östlich von Theta stoßen wir im Sucher auf den 6,8m hellen 16 Cygni, und 28 Bogenminuten östlich von 16 Cygni erkennen wir am Fernrohr im Sternenfeld bei hoher Vergrößerung ein rundliches, bläuliches Nebelchen. Das ist der Planetarische Nebel NGC 6826. Blickt man im Fernrohr direkt auf diesen kleinen Nebel, wird er unsichtbar, und man nimmt nur den 10m hellen Zentralstern des Nebels wahr. Schaut man jedoch rechts neben den Zentralstern, blinkt der Nebel bei diesem indirekten Sehen wieder auf. Daher wird NGC 6826 auch als der „Blinkende Planetarische Nebel“ bezeichnet. Dieses Phänomen kann man bei vielen Planetarischen Nebeln beobachten.
Durch das Sternbild Schwan zieht sich das Band der Milchstraße. Dadurch gibt es hier einen reichen Himmelshintergrund aus schwachen Sternen. Zugleich gibt es hier viele Offene Sternhaufen, die aber vor dem Hintergrund der Milchstraße nicht sehr auffallen. 
Ca. 1,4° südlich von Sadr liegt im dichten Sternenfeld der Milchstraße der Offene Sternhaufen M29. M29 zeigt im Fernglas zwar nur wenige, aber helle Sterne. Im Fernrohr wird M29 meist übersehen, da er nicht in das kleine Gesichtsfeld von Fernrohrokularen passt. Deutlich mehr Sterne als M29 bietet im größeren Teleskop der Offene Sternhaufen NGC 6819, der ca. 7,5° westlich von Sadr zu finden ist. Ein weiterer ausgedehnter Offener Sternhaufen ist M39, ca. 9° ostnordöstlich von Deneb. 
Der Schwan enthält viele kleinere Offene Sternhaufen, die man im Fernrohr bei hoher Vergrößerung gut aufgelöst sehen kann, die aber vor dem Hintergrund der sternreichen Milchstraße nicht auffallen. NGC 6811 ist ein gutes Beispiel für so einen kleiner Sternhaufen, der ca. 50 schwache Sterne enthält. Wir finden NGC 6811 im kleinen Fernrohr ca. 2° nordwestlich von Delta Cygni.
Wenn der Beobachtungsplatz fernab von störenden künstlichen Lichtquellen liegt und dabei kein Mondlicht den Himmel störend beleuchtet, kann man am klaren Sternenhimmel mit einem lichtstarken Fernglas unterhalb des südlichen Schwanenflügels den Cirrusnebel beobachten. Bei Einsatz eines UHC- oder OIII-Filters an einem lichtstarken Fernrohr größerer Öffnung wird der Nebel besonders eindrucksvoll sichtbar. Dann bietet dieser große Supernova-Überrest zuweilen einen fast geisterhaften Anblick.

Füchslein

Das Füchslein ist ein sehr unauffälliges Sternbild, weil es keine hellen Sterne enthält. Es liegt südlichdes Sternbilds Schwan und nördlich des kleinen Sternbilds Pfeil. Im Füchslein kann man den „Hantelnebel“ M27 und den „Kleiderbügelhaufen“ finden.
M27 ist ein großer und heller Planetarischer Nebel. Er liegt ca. 3,5° nördlich des 3,5m hellen Gamma Sagittae. Bei klarem, mondlosem Himmel ist M27 schon im Fernglas zu erkennen. Im Fernrohr zeigt er bei 100facher Vergrößerung eine symmetrische, seitliche Einschnürung, die M27 den Namen „Hantelnebel“ eingetragen hat. In Fernrohren größerer Öffnung kann man im Hantelnebel den 13m hellen Zentralstern und zahlreiche weitere feine Strukturen erkennen. Ein Nebelfilter (UHC, O III) ist hierbei sehr vorteilhaft.

Pfeil

Das kleine Sternbild Pfeil finden wir südlich des Schwans. Die drei Sterne Eta, Gamma und Delta Sagittae bilden den Schaft des Pfeils, Alpha und Beta Sagittae stellen die Steuerfedern dar. Abgeschossen wurde dieser Pfeil vermutlich von Herkules, dessen markantes Sternbild wir westlich des Pfeils sehen. Das Sternbild ist seit der Antike bekannt, seitdem rätseln Mythologen und Astronomen über das eigentliche Ziel dieses Pfeils am Nachthimmel.  
1,5° östlich von Delta Sagittae finden wir im lichtstarken Fernglas ein Nebelfleckchen, das sich in Fernrohren ab 6 Zoll Öffnung als dreieckiger Sternhaufen aus schwachen Sternen entpuppt. Das ist M71, ein Kugelsternhaufen, der im Laufe der Jahrmilliarden, die er schon um das Zentrum der Milchstraße wandert viele seiner Sterne an diese verloren hat.
Ca. 4° westnordwestlich von Alpha Sagittae zeigt sich im Fernglas ein ungewöhnlicher Sternhaufen, dessen helle Mitglieder in der Form eines Kleiderbügels aus Draht angeordnet sind. Dieser „Kleiderbügelhaufen“ liegt schon im Sternbild Füchslein. Ca. 2° westlich dieses Kleiderbügelhaufens sind wir aber wieder im Gebiet des Sternbilds Pfeil, und hier liegt der 6,2m helle, blauweißer Stern U Sagittae. U Sagittae ist ein Bedeckungsveränderlicher, dessen Helligkeit regelmäßig nach 81 Stunden für 1 Stunde und 40 Minuten ziemlich abrupt von 6,2m auf 9,2m abfällt.

23:00 Uhr bis 02:00 Uhr

Beobachtet man auf dem Land oder in den Bergen, abseits der Lichtglocken von Dörfern und Städten, und ist der Himmel dort dunkel und klar, sieht man über sich nun das Band der Milchstraße quer über den Himmel von West nach Ost. 
Fast im Zenit sehen wir das „Himmels-W“, die Cassiopeia, östlich davon liegt das Sternbild Perseus und östlich von Perseus sehen wir das Sternbild Fuhrmann mit Capella, darunter ist das Sternbild Stier mit dem Aldebaran und den Plejaden aufgegangen. Das beherrschende Sternbild ist der Pegasus, er steht nun hoch im Meridian. Vom nordöstlichen Stern des Pegasusquadrats zweigt die Sternkette der Andromeda ab. Tief im Süden leuchtet Formalhaut, der Hauptstern des Sternbilds Südlicher Fisch. Im Südosten sehen wir die hellen Sterne des Sternbilds Walfisch.

Pegasus

Gegen Mitternacht steht das große Sternbild Pegasus im Meridian. Sein hellster Stern, der 1,8m helle Enif, kulminiert Anfang Oktober bereits gegen 22.00. Westlich von Enif sehen wir das kleine Sternenviereck des Füllens und oberhalb des Füllens den markanten Sternenrhombus des Delfins. 
Im Fernglas finden wir ca. 4,4° nordwestlich von Enif einen kleinen runden Nebelfleck: den Kugelsternhaufen M15. Schon im Fernrohr ab 10 cm Öffnung werden die Außenbereiche von  M15 in einzelne Sterne aufgelöst, darin eingebettet liegt sein mit zahllosen Sternen dicht besetztes Zentrum.
An der rechten oberen Ecke des Pegasusquadrats steht der 2,5m helle Scheat (Beta Pegasi). Scheat ist ein Roter Riese, dessen Helligkeit irregulär schwankt. Wer ein Sternspektroskop zur Verfügung hat, kann bei Scheat ein schönes Spektrum mit breiten, dunklen Streifen bewundern.
Fünf Grad nordwestlich von Scheat finden wir den 3m hellen Matar (Eta Pegasi). Ca. 4,3° nordnordwestlich von Matar zeigt ein Fernrohr ab 8 cm Durchmesser die Spindel der 9,5m hellen Spiralgalaxie NGC 7331. Diese große Galaxis ist über 60 Millionen Lichtjahre entfernt. Wer ein Teleskop mit großer Öffnung zur Verfügung hat, kann in der unmittelbaren Umgebung von NGC 7331 weitere, kleinere Spiralgalaxien erkennen, die mit NGC 7331 eine Galaxiengruppe bilden.

Fische

Das Sternbild Fische liegt südlich des Sternbilds Pegasus. Alle Sterne in diesem Sternbild sind ziemlich lichtschwach: selbst der Hauptstern Alrischa (Alpha) ist nur 4m hell. Daher ist das Sternbild Fische am aufgehellten Stadthimmel in der Regel nicht zu erkennen. Unterm dunklen Landhimmel oder von den abgelegenen Hochflächen der Mittelgebirge ist das anders.
Alrischa ist ein enger Doppelstern, die Distanz der beiden Partner beträgt nur eine Bogensekunde. Ca. 12° nordwestlich von Alrischa liegt Zeta Piscium, ebenfalls ein Doppelstern. Schon im kleinen Fernrohr wird Zeta schön aufgelöst, seine beiden Partner erscheinen weiß. Ein interessantes Objekt in diesem Sternbild ist Uranus. Er erreicht hier am 4. Oktober seine diesjährige Oppositionsstellung. Man findet ihn ca. 5° südsüdwestlich des 4,4m hellen Sterns Delta Piscium. 
Bei klarem, mondlosem Himmel ist Uranus zuweilen mit dem bloßen Auge zu sehen. Im Fernglas lässt sich der 5,7m helle Planet gut beobachten, Im Fernrohr zeigt er sich als kleines, olivgrünes Scheibchen von 3,7 Bogensekunden Durchmesser. Bei genauer Beobachtung und bei sehr guten Beobachtungsbedingungen sind im Fernrohr großer Öffnung bei hoher Vergrößerung die Uranusmonde Titania und Oberon erkennbar.
Außer dem Uranus bietet das Sternbild Fische die Galaxie M74. Der sternförmig erscheinende helle Kern dieser Spiralgalaxie ist schon im kleinen Fernrohr gut zu sehen, wodurch M74 beim Beobachten mit einem solchen Gerät oft für einen Stern gehalten wird. Die ausgedehnte Halo dieser Galaxie wird aber erst unter einem dunklen, klaren Neumondhimmel in Fernrohren ab 15 cm Durchmesser bei niedrigster Vergrößerung wahrnehmbar.

Delphin

Den kleinen Sternenrhombus des Sternbilds Delphin finden wir zwischen Pegasus und Pfeil. Der östlichste Stern in diesem Rhombus ist Gamma Delphini. Schon im kleinen Fernrohr zeigt sich Gamma als markanter Doppelstern. Die beiden gleich hellen Partner leuchten hellgolden. 
Ca. 3,5° südlich des Sternenrhombus befindet sich der 4m helle Epsilon Delphini, der auch „Deneb Dulfim“ heißt. Übersetzt bedeutet der Name „Schwanz des Delphins“. Bei dunklem, klarem Himmel kann man ca. 4° südlich dieses Sterns im lichtstarken Fernglas oder Fernrohr den kleinen Kugelsternhaufen NGC6934 auffinden. Er ist ca. 50000 Lichtjahre entfernt und wurde 1785 von Wilhelm Herschel entdeckt.

Andromeda

Nördlich und östlich des Pegasus erstreckt sich das Gebiet des Sternbilds Andromeda. Hier zieht unsere große Nachbargalaxie Galaxie M31 die Aufmerksamkeit der Beobachter auf sich. Bei dunklem, klarem Himmel ist M31 häufig schon mit bloßem Auge zu erkennen: Sie steht nahe bei Ny Andromedae. Im Fernrohr großer Brennweite ist von M31 in der Regel nur der sehr helle Zentralbereich sowie ihre beiden Begleitgalaxien M32 und M110 zu sehen. An einem Fernrohr größerer Öffnung mit geringer Brennweite kann man im Okular auch die Staubbänder der Spiralarme dieser Galaxie erkennen. Da M31 am Himmel fast 4° überspannt (das entspricht acht Vollmonddurchmessern!), passt diese Galaxie trotz ihrer Entfernung von 25 Trillionen Kilometern nicht in das Gesichtsfeld der üblichen eher langbrennweitigen Fernrohre. 
Wer im Sternbild Andromeda auch eine schwächere Galaxie sehen möchte, kann sein Fernrohr auf IC 404 richten. Diese 10m helle elliptische Galaxie steht sieben Bogenminuten nordwestlich des 2m hellen Sterns Mirach (Beta Andromedae) und ist hier bei dunklem, klarem Himmel und höherer Vergrößerung leicht aufzufinden.
Der 2,3m helle Alamak (Gamma Andromedae) ist ein bekannter Doppelstern, der sich auch in Fernrohren kleiner Öffnung bei hoher Vergrößerung erfolgreich beobachten lässt.
Ca. 14° nördlich von Scheat (Beta Pegasi) finden wir leicht den 3,6m hellen Stern Omikron Andromedae. Ca. 6,3° östlich von Omikron steht der 4,5 m helle Iota Andromedae. Zieht man am Himmel von Omikron eine Linie zu Iota, findet man am Himmel nach zwei Dritteln dieser Strecke den 5,3m hellen Stern 13 Andromedae. 25 Bogenminuten südwestlich dieses Sterns steht der kleine, aber helle Planetarische Nebel NGC 7662. Er ist schon im Fernglas als bläulicher Stern zu sehen, aber erst bei hoher Vergrößerung im Fernrohr zeigt er sich als heller, auffällig blauer Ring. NGC 7662 ist auch als der „Blaue Schneeball“ bekannt.

Dreieck

Schauen wir von Mirach ausgehend nach Süden, stoßen wir auf das kleine Sternbild Dreieck. Es passiert gegen 3:00 den Meridian. Für das bloße Auge besteht es im Wesentlichen aus drei Sternen, die ein spitzwinkliges Dreieck bilden, dessen 3m heller „Spitzenstern“ Metallah (Alpha Trianguli) heißt. Das Sternbild ist vor allem durch die große Spiralgalaxie M33 bekannt, die wenige Grad nordwestlich von Metallah liegt. M33 nimmt am Himmel eine Fläche ein, die doppelt so breit ist wie der Vollmond. Trotz dieser Größe haben viele Amateurastronomen sie noch nie gesehen, weil die Flächenhelligkeit von M33 extrem niedrig ist. Man braucht einen sehr dunklen, klaren Nachthimmel und ein Dobson-Teleskop mit möglichst viel Öffnung bei niedriger Vergrößerung, um die Galaxie M33 in ihrer vollen Ausdehnung erfassen zu können. In einem Fernglas 10x50 erkennt man nur den Kernbereich der Galaxie, im kleinen Fernrohr erkennt man zusätzlich noch ein kleines Nebelfleckchen. Das ist das in die Galaxie eingebettete Sternentstehungsgebiet NGC 604, ca. 30 Trillionen Kilometer von uns entfernt.

Perseus

Östlich des Sternbilds Dreiecks sehen wir das auffällige Sternbild Perseus. Betrachtet man seinen Hauptstern Mirfak (Alpha) im Fernglas, sieht man ihn umgeben von vielen hellen, blauen Sternen, dem Sternhaufen Melotte 20. 
In jedem Fernrohr, das ein großes Gesichtsfeld bietet, erscheinen die beiden prächtigen Sternenhaufen „h und chi“ als ein absolutes Highlight. Wir finden sie mitten auf der Linie von Ruchba (Delta Cassiopeiae) nach Gamma Persei. Ein weiterer großer, aber im Vergleich zu diesen beiden sehr leuchtschwacher Offener Sternhaufen ist NGC 1245, der ca. 3° südlich von Mirfak zu finden ist. Um ihn sehen zu können braucht man ein lichtstarkes Fernrohr großer Öffnung und Vergrößerungen > 100fach. Verlängert man die Linie über NGS 1245 hinaus nach Süden, stößt man auf den 2m hellen Algol (Beta Persei), dem bekanntesten bedeckungsveränderlicher Stern des Himmels. Nach jeweils 2 Tagen, 20 Stunden, 48 Minuten und 56 Sekunden fällt Algols Helligkeit für zehn Stunden auf 3,5 m ab. 
Fünf Grad nordwestlich von Algol zeigt ein Fernglas den Offenen Sternhaufen M34. Für die Beobachtung mit dem Teleskop ist M34 fast zu ausgedehnt, im Teleskop zeigt er jedoch einige Doppelsterne. 3,6° südlich von M34 zeigt ein lichtstarkes Fernrohr bei mittleren Vergrößerungen die Galaxis NGC 1023. Diese Spiralgalaxie ist ca. 20 Millionen Lichtjahre entfernt.

02:00 Uhr bis Morgendämmerung

Im Osten sind die Wintersternbilder Fuhrmann, Stier, Orion und Zwillinge zu sehen. Im Nordwesten sinkt der Herkules bereits unter den Horizont. Das Sternbild Walfisch passiert den Meridian. Im Südwesten geht Formalhaut im Horizontdunst unter. Das Sternbild Cassiopeia steht hoch im Zenit.

Fuhrmann

Der Hauptstern im Sternbild Fuhrmann ist der Stern Capella (Alpha Aurigae), er ist der vierthellste Stern am nördlichen Sternenhimmel und ist 38 Lichtjahre entfernt. Das Sternbild Fuhrmann ist bekannt für seine hellen Offenen Sternhaufen M36, M37 und M38, die in jedem Fernrohr beeindruckende Objekte sind. Bei klarem Himmel sind diese Sternhaufen in der Regel schon im Sucherfernrohr 8 x 50 zu erkennen. 
M38 befindet sich auf der Mitte der Linie zwischen Theta und Iota Aurigae. M37 finden wir links der Mitte einer gedachten Linie von Theta zu Nath. M36 liegt ungefähr in der Mitte zwischen M37 und M38. Neben diesen bekannten Sternhaufen bietet der Fuhrmann jedoch weitere schöne Deep-Sky-Objekte. Der Offene Sternhaufen NGC 1907 liegt 0,5° südlich von M38. Der Offene Haufen NGC2281 ist der hellste Sternhaufen im Fuhrmann. Er liegt auf der Linie von Menkalinan (Beta Aurigae) nach Castor (Alpha Geminorum), ca. 9° von Menkalinan entfernt. Wenn wir unser Fernrohr mit hoher Vergrößerung auf Theta richten, entpuppt sich dieser 2,6 m helle Stern als enger Doppelstern. Ein weiterer schöner Doppelstern im Fuhrmann ist Omega Aurigae, er ist der hellste Stern auf der Linie von Eta nach Iota Aurigae und ist daher leicht zu finden.

Stier

Blickt man vom Perseus ausgehend Richtung Süden, wandert der Blick über Zeta Persei zu den Plejaden. Dieser große Offene Sternhaufen wird auch als „Siebengestirn“ bezeichnet, die meisten Menschen sehen mit bloßem Auge aber nur sechs Sterne. Manche Himmelslaien verwechseln die Plejaden oft mit den „Kleinen Wagen“. Der Kleine Wagen liegt jedoch ganz woanders, er ist das Sternbild Kleiner Bär. 
Die Plejaden sind in der Regel mit bloßem Auge meist gut zu sehen. Sie bieten in jedem Fernglas und in jedem Spektiv bis 20facher Vergrößerung einen eindrucksvollen Anblick. Für die Betrachtung im Fernrohr mit seiner meist höheren Vergrößerungen ist dieser Sternhaufen viel zu groß. Im Fernrohr kommt jedoch die blauweiße Färbung der hellen, heißen Sterne dieses Haufens schön zur Geltung. Die Plejaden sind Gestalten aus der altgriechischen Mythologie. Es waren die sieben schönen Töchter des Titanen Atlas, die von den Göttern an den Himmel versetzt wurden, um sie dort vor dem lüsternen Orion in Sicherheit zu bringen. Am Himmel waren die Schönen jedoch für die Götter leichter erreichbar. So wurden sie von den Göttern verführt und so zu Müttern diverser Götterkinder. 
Die Plejaden sind heute ein Teil des Sternbilds Stier. Das Sternbild stellt Zeus dar, der in Gestalt eines freundlichen Stiers die Jungfrau Europa auf seinen breiten Rücken klettern ließ, worauf er sie zielstrebig übers Meer nach Kreta entführte. Daher stellt das Sternbild nur den aus dem Wasser ragenden, nach vorne gebeugten Kopf des Stiers dar, dessen lange Hörner nach Osten weisen. 
Auffällig ist im Sternbild Stier die dreieckige Anordnung von Sternen um den orangefarbenen Hauptstern Aldebaran (Alpha Tauri), der das rötliche Auge des Stiers darstellt. Diese Sternengruppe bildet den Kernbereich des Offenen Sternhaufens der Hyaden, er ist nur 148 Lichtjahre entfernt. Die Hyaden sind im lichtstarken Fernglas ein sehr schöner Anblick. 
Der helle Stern Nath (Beta Tauri) markiert die Spitze des oberen Stierhorns. Nath ist ein blauweißer Stern in 160 Lichtjahren Entfernung. Ca. 8° südlich von Nath finden wir den 3m hellen Zeta Tauri. Dieser Stern markiert die Spitze des unteren Stierhorns. 1° nordwestlich von Zeta liegt der berühmte „Krebsnebel“ M1, der sichtbare Überrest einer Supernova, deren Aufleuchten am 4. Juli 1054 von chinesischen Astronomen registriert wurde. Der Name „M1“ wurde dem Nebel von seinem Entdecker Charles Messier gegeben. Messier war ein geübter Beobachter und fand den Nebel im 18. Jahrhundert mit seinem 3-zölligen Fernrohr am Pariser Nachthimmel. Ist der Nachthimmel durch künstliches Licht oder den Mond aufgehellt, kann M1 heute auch in einem Achtzöller nicht mehr erfolgreich gesehen werden.

Krebs

Das Sternbild Krebs liegt ganz unauffällig zwischen den markanteren Sternbildern Löwe und Zwillinge. Daher wird es meist übersehen. Das liegt daran, dass es nur lichtschwache Sterne enthält. In diesem Monat steht an seinen östlichen Rand der helle Jupiter, der uns als praktische Aufsuchhilfe dient. 
Ist der Nachthimmel am Beobachtungsort dunkel und sternenklar, nimmt man mit bloßem Auge zwischen den leuchtschwachen Sternen des Krebses ein schwaches Nebelwölkchen wahr, das schon im Fernglas 10 x 50 in über ein Dutzend einzelne Sterne aufgelöst wird. Das ist der Offene Sternhaufen M44, der seit dem Altertum unter dem Namen Präsepe (zu deutsch „Futterkrippe“) bekannt ist. Nördlich und südlich von M44 stehen zwei Sterne 4. Größe: der nördliche der beiden heißt Asellus Borealis (Gamma Cancri) und der südliche heißt Asellus Australis (Delta Cancri). Asellus ist das lateinische Wort für Eselchen: diese beiden Sterne stellen am Himmel zwei Eselchen dar, die gemeinsam aus einer Krippe, nämlich M44, fressen. Sie sollen erinnern an die beiden legendären Eselchen des Dionysos, dem Gott des Weines. Wenn Dionysos zu betrunken war, um nach Hause zu finden, trugen ihn seine beiden treuen Eselchen sicher bis zu seinem Bett. Darum wurden sie mit ihrer Futterkrippe an den Himmel versetzt.
Ein weiterer recht heller Offener Sternhaufen im Krebs ist M67. Er befindet sich 2° westlich des 4,3m hellen Sterns Acubens (Alpha Cancri), dem vierthellsten Stern im Sternbild Krebs. M67 ist einer der ältesten Offenen Sternhaufen in unserer Galaxis.

Luchs

Ein weiteres unauffälliges Sternbild  ist das Sternbild Luchs. Es liegt zwischen den bekannteren Sternbildern Krebs, Großer Bär, Fuhrmann und Zwillinge. Obwohl es am Himmel eine größere Fläche einnimmt als das Sternbild Zwillinge, wird das Sternbild Luchs kaum beachtet, denn sein hellster Stern hat nur eine Helligkeit von 3,1m: Das ist Alpha Lyncis, ein Roter Riese der Spektralklasse F5. Wir finden ihn in der südöstlichen Ecke des Sternbilds auf der Mitte der Linie von Epsilon Leonis zu Kappa Ursae Majoris. Alle weiteren Sterne im Luchs sind erheblich leuchtschwächer. Viele dieser schwachen Sterne sind jedoch sehenswerte Doppelsterne für das Teleskop.
Ca. 2,5° nördlich von Alpha Lyncis sehen wir den engen Doppelstern 38 Lyncis. Seine beiden 3,9m und 6,2m hellen Partner stehen im Abstand von 2,7 Bogensekunden zueinander und zeigen bei hoher Vergrößerung einen schönen Farbkontrast.
Der Stern 31 Lyncis ist ein 4,3m heller Riese der Spektralklasse K5, er steht ca. 12,5° nordwestlich von 38 Lyncis. Weitere 24,5° nordwestlich von 38 Lyncis finden wir 2 Lyncis, einen 4,5 m hellen weißen Stern der Spektralklasse A0. Dieser Stern markiert den östlichen Rand des Sternbilds Luchs. Damit haben wir das Sternbild Luchs der Länge nach durchmessen.
Ca. 1° südöstlich des Sterns 2 Lyncis finden wir 5 Lyncis, einen Doppelstern aus zwei Roten Riesen. 2,4° nordöstlich des Sterns 5 Lyncis liegt das schöne Dreifachsystem 12 Lyncis, es besteht aus drei weißen Sternen, die im Dreizöller bei 120facher Vergrößerung sehr schön getrennt werden.
Man findet im Sternbild Luchs keine Offenen Sternhaufen, denn es liegt abseits der Milchstraße. Daher ist das Gebiet dieses Sternbilds frei von auffällig hellen Sternen und frei von absorbierenden Dunkelwolken und bietet daher in einer klaren Neumondnacht gute Voraussetzungen für die erfolgreiche Beobachtung von lichtschwachen Deep-Sky-Objekten.
Schwenkt man von Castor in den Zwillingen ausgehend ca. 7° nach Norden, kann man im Achtzöller kurzer Brennweite am dunklen Himmel bei ca. 60facher Vergrößerung ein schwaches Nebelwölkchen erkennen. Dies Wölkchen ist NGC 2419, der mit 230.000 Lichtjahren am weitesten von der Milchstraße entfernt liegende Kugelsternhaufen. Visuell erreicht er eine Helligkeit von 10,5m. Erst mit Teleskopen großer Öffnung lässt sich NGC 2419 in den Randbereichen in einzelne Sterne auflösen, seine hellsten Sterne erreichen eine Helligkeit von 13,5m.
Zieht man am Himmel von Iota Cancri eine Linie zu Theta Ursae Majoris, findet man auf dieser Linie in einem Abstand von 4,6° von Iota Cancri die 9,6m helle Spiralgalaxie NGC 2683. Da ihre Flächenhelligkeit hoch ist, kann sie in Fernrohren ab 3 Zoll Öffnung gut beobachtet werden. Ihre. Sie erscheint in Kantenlage ohne stellaren Kern, ihre Entfernung von uns beträgt über 20 Millionen Lichtjahre. Sie ist auch unter dem Namen „UFO-Galaxie“ bekannt.

Abschied

Ab 5:00 geht die dunkle Nacht zu Ende und der Sternenhimmel verliert allmählich seine Tiefe und Pracht. Daher wird Zeit, mit den Beobachtungen aufzuhören. Es ist kalt. Gut dass wir warm angezogen sind und die Fellhandschuhe dabei haben. Wir setzen die Kopflampen auf, bauen unsere Geräte ab, sammeln alle Utensilien ein und verstauen Stative, Fernrohre, Stangen Rockerboxen, Klappstühle, Okularkoffer, die Thermoskannen und die Teebecher im Kofferraum. Die Geräusche beim Einräumen erscheinen uns in der umgebenden Stille fast unangenehm laut. 
Dann ist alles eingepackt, wir stehen noch ein paar Minuten neben dem Auto und schauen nach Osten, wo sich die Morgendämmerung deutlich bemerkbar macht. 
Ein letzter Check, ob wir am Beobachtungsplatz etwas übersehen haben, dann steigen wir ins Auto, das Licht der Scheinwerfer taucht plötzlich das Gras und den Zaun dahinter in helles Licht. Wir rollen gemächlich auf dem Weg über den knirschenden Schotter hangabwärts, biegen auf die kleine Straße ein und fahren bald darauf durch die dunklen Wälder auf der einsamen Landstraße hinab ins nebelige Tal, nach Hause. Wir sind müde, die Füße sind kalt, aber es war wieder eine reiche Beobachtungsnacht.

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