Der Sternenhimmel im April

ein Service von unserem Partner Astronomie.de

Im April werden die Nächte merklich kürzer. Am 1. April geht die Sonne gegen 20:00 unter, astronomisch dunkel wird der Himmel jedoch erst nach 22:00, ab 5:15 beginnt sich der Himmel im Osten schon wieder aufzuhellen. Der Sonnenaufgang ist am 2. April gegen 7:10. Am Monatsende erfolgt der Sonnenuntergang erst gegen 20:50 und der folgende Sonnenaufgang findet schon um 6:10 statt. Die Aprilnächte bieten somit nur relativ wenige dunkle Nachtstunden für astronomische Beobachtungen.  
Der März dieses Jahres war warm und wechselhaft. Auch im April kann man mit wechselhaftem Wetter rechnen, die Tageshöchstemperaturen können auch mal bei +30° liegen, und die Aprilnächte können lau oder frostig sein. Doch das Aprilwetter wird sicher auch Gelegenheiten für schöne Beobachtungen bieten: sind sie da, muss man sie nutzen.
Am 15. April ist Vollmond. Am 29. April ist Neumond. Am Monatsanfang und am Monatsende wird Mondlicht die Beobachtung von Deep-Sky-Objekten daher nur wenig stören. 
Bei der Beobachtung der hellen Planeten Mars, Jupiter und Saturn stört Mondlicht garantiert nie. Mars erreicht am 8. April seine diesjährige Oppositionsstellung im Sternbild Jungfrau, Saturn erreicht am 10. Mai seine diesjährige Oppositionsstellung im Sternbild Waage. In der ersten Nachthälfte beherrscht Jupiter im Sternbild Zwillinge den Nachthimmel im Westen.

Erster Überblick um 21:30

Über uns nähert sich der Größe Bär dem Zenit. Die Zwillinge mit dem strahlenden Jupiter haben gerade den Meridian passiert. Das Sternbild Fuhrmann sowie das Sternbild Stier sinken Richtung Westen. Tief im Südwesten funkelt Sirius über dem Horizont: Dort verabschieden sich die Wintersternbilder. Am Osthimmel ist Arktur aufgegangen. Hoch im Südosten steht das Sternbild Löwe und strebt zum Meridian, Darunter leuchtet über den östlichen Horizont orangerot der Mars. 

21:30 bis 24:00 Uhr

Orion

Über dem Südwesthorizont sehen wir das markante Sternbild Orion. Es enthält zahlreiche helle Sterne und schöne Nebelregionen, mit deren Beobachtung man in einer klaren Nacht und einem leistungsstarken Fernrohr schon Stunden zubringen kann. Bevor es in den  Horizontdunst absinkt, werfen wir mit dem Fernrohr einen Blick auf dieser Himmelsregion.
Der „Orionnebel“ M42 und die drei Reflexionsnebel M43 (bei M42), NGC 2024 (bei Alnitak) und M78 sind die bekanntesten galaktischen Nebel im Orion: Ein langer Blick durchs Okular auf den berühmten Orionnebel M42 ist eines der Highlights der Himmelsbeobachtung. 
Im Orion gibt es viele schöne Doppelsterne. Dazu gehören z. B. Mintaka (der rechte Gürtelstern), Alnitak (der linke Gürtelstern), Eta Orionis (liegt zwischen Mintaka und Rigel). Die Sterne Rigel (Beta Orionis). Sigma Orionis (direkt südlich von Alnitak) und Theta Orionis (im Orionnebel) sind Mehrfachsysteme: Sigma besteht aus vier Komponenten, Theta besteht aus den beiden Sternen Theta1 und Theta2. Theta2 ist selbst wiederum doppelt, Theta1 zeigt sich bei Vergrößerungen ab 40x als Vierfachsystem: er ist das berühmte „Trapez“ im Orionnebel. Im Fernrohr größerer Öffnung kann man im Trapez des Orionnebels bei hoher Vergrößerung bis zu 7 Sterne sehen.

Puppis

Alternativ kann man sich die Region des Sternbilds Puppis vornehmen. Südöstlich des Sternbilds Orion funkelt der -1,7m helle Stern Sirius im Sternbild Großer Hund. Er dient als Wegmarke zum Sternbild Puppis, denn ca. 20° südöstlich von Sirius leuchtet über dem südlichen Horizont der 2,8m helle Stern Rho Puppis. Das Sternbild Puppis ist der hintere Teil des antiken Sternbilds Argo Navis. Dieses alte Sternbild erinnerte an die Sage vom Schiff Argo, mit dem Jason von Sparta mit Herkules und den Zwillingen Castor und Pollux nach Kolchis fuhr, dort das Goldene Vlies stahl und es nach Griechenland brachte. Von unseren Breitengraden aus ist vom Sternbild Argo nur dessen Achterschiff über dem Horizont sichtbar. Ist die Nacht bis zum Horizont sternenklar, kann man in dieser Himmelsregion trotz seiner Horizontnähe einige schöne Offene Sternhaufen auffinden, denn hier verläuft die Wintermilchstraße. Im lichtstarken Fernglas und im kleinen Fernrohr sind die beiden unterschiedlichen Offenen Sternhaufen M46 und M47, ca. 12° östlich von Sirius gelegen, ein reizvoller Anblick. Das gilt auch für den Offenen Sternhaufen M93, ca. 1,5° nordwestlich von Xi Puppis. Im kleinen Fernrohr kann man mit Glück den Offenen Sternhaufen NGC 2539 beobachten, der sich um den 4m hellen Stern 19 Puppis ausbreitet, ca. 11,5° nördlich von Rho.

Zwillinge

Nordöstlich des Sternbilds Orion sehen wir das Sternbild Zwillinge, leicht erkennbar am hell leuchtenden Jupiter und dem hellen Sternenpaar Castor und Pollux. Das Sternbild setzt sich aus zwei parallelen Sternenketten zusammen: die nördlichere Kette wird von Castor (Alpha), Mebsuta (Epsilon), Tejat Posterior (My) und Tejat Prior (Eta) gebildet. Die südlichere Kette besteht aus Pollux (Beta), Wasat (Delta), Mekbuda (Zeta) und Alhena (Gamma). 
Castor erweist sich im Fernrohr bei höherer Vergrößerung als ein schöner, enger Doppelstern. Auch Wasat ist ein schöner Doppelstern, er liegt genau auf der Ekliptik. 2,3° ostsüdöstlich von Wasat steht auf der Verbindungslinie von Kappa nach Lambda Geminorum der helle Planetarische Nebel NGC 2392, der auch als „Eskimonebel“ bekannt ist. Zwei Grad nordwestlich von Tejat Prior finden wir M35, einen schönen Offenen Sternhaufen, der auch in kleinen Fernrohren bei mittlerer Vergrößerung eindrucksvoll beobachtet werden kann. 
Jupiter ist aktuell das mit attraktivste und hellste Himmelsobjekt im Sternbild  Zwillinge und in Fernrohren jeder Größe beeindruckend.

Löwe

Jetzt schauen wir auf das Sternbild Löwe. Gegen 23:00 erreicht dieses markante Sternbild eine Höhe von 50° über dem Südosthorizont. Der hellste Stern im Löwen ist Regulus. Er liegt 0,5° nördlich der Ekliptik und wurde daher schon um 2100 v. Chr. in Babylon sorgfältig beobachtet, weil er regelmäßig vom Mond verdeckt wird. Um 135 v. Chr. fand der Astronom Hipparchos beim Studium der Angaben in alten babylonischen Aufzeichnungen, dass sich die aktuelle Länge des Regulus relativ zu den alten Abgaben um 28,5° nach Westen verschoben hatte. Auf diese Weise entdeckte Hipparchos das Phänomen der Präzession. Regulus ist 85 Lichtjahre entfernt und hat 160 Sonnenleuchtkräfte. Regulus ist zudem ein Doppelstern: ca. 2,5 Bogenminuten nordwestlich von Regulus befindet sich sein Begleiter Regulus B. Regulus B selbst ist ein sehr enger Doppelstern, der nur in langbrennweitigen Fernrohren großer Öffnung getrennt gesehen werden kann.
Ca. 8° nordöstlich von Regulus sehen wir den orangegelben Stern Algieba (Gamma Leonis). Algieba ist ein heller Doppelstern, was schon in einem kleinen Fernrohr bei höherer Vergrößerung gut erkennbar ist. Die beiden gelblichen Partner mit Helligkeiten von 2,2m und 3m stehen in 4 Bogensekunden Abstand voneinander. 
Im Sternbild Löwe liegen viele Galaxien. Ca. 1,5° südlich der Mitte der Verbindungslinie von Regulus (Alpha Leonis) und Coxa (Theta Leonis) kann man bei dunklem, klarem Himmel in Fernrohren ab acht Zoll Öffnung die Galaxiengruppe M95, M96 und M105 auffinden. In der Mitte zwischen Iota Leonis und Coxa befindet sich die Galaxiengruppe M65, M66 und NGC 3628. Zwischen Coxa und Zosma (Delta Leonis) kann man die Galaxie NGC 3607 entdecken.
Folgt man von Algieba ausgehend der gebogenen Sternenkette über Zeta, My und Epsilon bis zum 4,3m hellen Lambda Leonis, kann man im Fernrohr ab 10 cm Öffnung ca.1,5° südlich von Lambda Leonis einen matten Nebel erkennen: das ist NGC 2903, die flächenmäßig größte Galaxie im Sternbild Löwe, 25 Millionen Lichtjahre entfernt.

Krebs

Das Sternbild Krebs liegt zwischen den Sternbildern Löwe und Zwillinge und steht nun hoch am Himmel. Dennoch wird es meist übersehen, weil es nur lichtschwache Sterne enthält. Ist der Nachthimmel dunkel und klar, nimmt man zwischen den leuchtschwachen Sternen des Krebses mit bloßem Auge ein schwaches Nebelwölkchen wahr, das schon im Fernglas 10 x 50 in über ein Dutzend einzelne Sterne aufgelöst wird. Das ist der Offene Sternhaufen M44, seit dem Altertum unter dem Namen Präsepe (zu deutsch „Futterkrippe“) bekannt. Nördlich und südlich von M44 stehen zwei Sterne 4. Größe: der nördliche der beiden ist Asellus Borealis (Gamma Cancri) und der südliche heißt Asellus Australis (Delta Cancri). Asellus ist das lateinische Wort für Eselchen: diese beiden Sterne stellen am Himmel zwei Eselchen dar, die gemeinsam aus einer Krippe, nämlich M44, fressen. Sie erinnern an die beiden legendären Eselchen des Dionysos, den Gott des Weines. Wenn Dionysos zu betrunken war, um nach Hause zu finden, trugen ihn seine beiden Eselchen sicher bis zu seinem Bett.
Ein weiterer recht heller Offener Sternhaufen im Krebs ist M67. Er befindet sich 2° westlich des 4,3m hellen Sterns Acubens (Alpha Cancri), dem vierthellsten Stern im Sternbild Krebs. M67 ist einer der ältesten Offenen Sternhaufen in unserer Galaxis.

Sextans

Südlich des Sternbilds Löwe befindet sich das kleine, unscheinbare Sternbild Sextans. Sein 4,4m heller Hauptstern Alpha Sextantis liegt ca. 12,5 ° südlich von Regulus. Wenn man die Verbindungslinie von Regulus zu Alpha Sextantis über Alpha hinaus weiter um ca. 7, 5° nach Süden verlängert, kann man dort im Fernrohr ab 10 cm Öffnung die S0-Galaxie NGC 3115 erkennen. Diese kleine Galaxie ist erstaunlich hell und kann daher mit hoher Vergrößerung betrachtet werden. Sie ist auch als die „Spindelgalaxie“ bekannt. 
Man kann sie auch von Alphard kommend aufsuchen: Ca. 6° östlich von Alphard liegt der 4,8m helle Stern Gamma Sextantis. Verlängert man die Linie um weitere 3° über Gamma hinaus, stößt man auf NGC 3115.

Hydra

Südlich des Sternbilds Krebs ist mit bloßem Auge 45° über dem südlichen Horizont eine markante Gruppe von Sternen zu sehen. Diese Gruppe aus den Sternen Zeta, Delta, Epsilon, Eta und Sigma bildet den Kopf des Sternbilds Hydra. Die Hydra (Wasserschlange) ist das größte und längste Sternbild des Himmels, es ist so groß, dass man noch bis nach Mitternacht warten muss, um es vollständig sehen zu können. 
Südöstlich vom Kopf der Hydra leuchtet ein einzeln stehender, heller Stern. Das ist Alphard, der „Einsame“, der hellste Stern des Sternbilds Hydra. Am Westrand der Hydra liegt der helle Sternhaufen M48. Wir finden ihn mit dem Fernglas ca. 3,5° südwestlich des 4m hellen Sterns C Hydrae. Im kleinen Fernrohr zeigt M48 über 60 Sterne.
Sehr eindrucksvoll ist im Fernrohr NGC 3242. Dieser große und 7m helle Planetarischer Nebel befindet sich ca. 2° südlich des 3,8m hellen Sterns My Hydrae. Da Größe und Form von NGC 3242 an Jupiter erinnern, wird der grünlich schimmernde Nebel treffend „Jupiters Geist“ genannt. NGC 3242 ist hell, man sollte ihn im Fernrohr daher mit möglichst hoher Vergrößerung beobachten.
3° nördlich der Mitte einer Linie von My Hydrae zu Ny Hydrae finden wir den Stern U Hydrae. U gehört zu den rötesten und kühlsten Sterne, die es am Nachthimmel gibt, seine Helligkeit schwankt unregelmäßig zwischen 4,5m und 6,2 m. 

00:00 bis 02:00 Uhr

Um Mitternacht steht der Löwe im Meridian, Sirius geht eben unter. Die Hydra ist nun von Südwest bis Südost fast in ihrer ganzen Länge zu überblicken. Über dem östlichen Horizont sehen wir das Sternbild Waage mit Saturn, und im Nordosten ist schon Wega zu sehen.

Großer Bär

Der Große Bär ist ein markantes Sternbild. Die meisten Menschen erkennen nur den hinteren Teil dieses Sternbildes, der allgemein als der „Große Wagen“ bezeichnet wird. Der Große Wagen wird durch die Sterne Dubhe (Alpha), Merak (Beta), Phekda (Gamma), Megrez, (Delta), Allioth (Epsilon), Mizar (Zeta) und Benetnash (Eta) gebildet und stellt im Grunde nur das kantige Hinterteil und den Schwanz des Großen Bären dar. Der Stern Mizar in der Deichsel des Großen Wagens ist der erste je entdeckte Doppelstern. 
Zieht man eine Linie von Gamma nach Alpha und verlängert sie über Alpha hinaus um den Abstand von Gamma zu Alpha, stößt man auf die Galaxiengruppe aus der 6,9m hellen M81, der 8,4m hellen M82 und der 9,9m hellen NGC 3077. M81 und M82 sind oft schon im Fernglas 10 x 50 zu erkennen, da sie eine hohe Flächenhelligkeit haben. Um NGC 3077 zu sehen, braucht man jedoch ein lichtstarkes Fernrohr ab 5 Zoll Öffnung. Diese Galaxiengruppe liegt ca. 12 Millionen Lichtjahre entfernt. 
Dicht bei Gamma findet man die 9,8m helle, längliche Spiralgalaxie M109. 
Die 7,9m helle Spiralgalaxie M101 liegt nördlich der Verbindungslinie von Eta nach Zeta und bildet mit diesen beiden Sternen ein gleichseitiges Dreieck. M101 ist jedoch nur bei makellos klarem und dunklem Himmel zu sehen, da sie sehr groß ist und wir senkrecht auf ihre Scheibe gucken, wodurch ihre Flächenhelligkeit sehr niedrig ist. Ihre Fläche am Himmel ist halb so groß wie die des Vollmonds, aber M101 ist ca. 100 Millionen Mal lichtschwächer als dieser. M101 ist 22 Millionen Lichtjahre entfernt und hat einen Durchmesser von 170000 Lichtjahren.

Der Kleine Löwe

Das Sternbild Kleiner Löwe wurde vom Danziger Astronomen Johann Hevel erfunden. Es liegt nördlich des Löwen und südlich des Großen Bären. Wie alle Sternbilder, die auf Johann Hevel zurückgehen, ist es klein und unauffällig, aber nun ist seine Lage am Himmel für die Beobachtung ideal. 
Der hellste Stern im Kleinen Löwen heißt Präcipua, er befindet sich am östlichen Rand des Sternbilds, trägt im Sternbild die Flamstead-Nummer ’46’ und ist ein 3,1m heller Unterriese der Spektralklasse K0. 
Das Sternbild enthält viele Doppelsterne, die in kleinen Fernrohren gut beobachtet werden können, z. B. 40 Leo Minoris und 11 Leo Minoris. Außerdem bietet es mehrere Veränderliche Sterne des Mira-Typs, z. B. R Leo Minoris, dessen Helligkeit innerhalb von 372 Tagen regelmäßig zwischen 6,3m und 13m schwankt.
Im Sternbild Kleiner Löwe gibt es weder Offene Sternhaufen noch Galaktische Dunkelwolken. Somit behindern hier keine Strukturen unserer Heimatgalaxie den Blick in die gewaltige Tiefe des intergalaktischen Raums. Dies macht die Region des Sternbilds Kleiner Löwe zum reizvollen Revier für Galaxienbeobachter mit Fernrohren großer oder sehr großer Öffnung. Die Spiralgalaxie NGC 2859 ist mit 10,7m eine der hellsten Galaxien im Kleinen Löwen. Sie liegt in einer Nord-Süd-Ausrichtung ca. 7 Bogenminuten östlich von Alpha Lyncis und erscheint länglich, sie zeigt einen markanten Kern. 
Die kleine Galaxie NGC 3245 ist mit ihren 10,8m ähnlich hell, sie ist 4 Bogenminuten groß und liegt ca. 8,2° südlich von Beta Leo Minoris. NGC 3245 zeigt im mittelgroßen Fernrohr eine linsenförmige Halo mit einer zentralen Aufhellung und einem stellaren Kern. 
Noch heller ist NGC 3344. Schon im Dreizöller kann man die 10,0m helle „face-on“ Galaxie 2,75° westlich des Doppelsterns 54 Leonis sehen. Bei hoher Vergrößerung zeigt NGC 3344 eine zentrale Verdichtung. Sehenswert sind auch die beiden Galaxien NGC 3414,  ca.18 Bogenminuten östlich von 44 Leo Minoris, und NGC 3486, die ca. 5,2° südsüdöstlich von Präcipua zu finden ist.

Bootes

Zwischen Spica und Wega sehen wir den auffallend hellen Stern Arktur, den gelborangen Hauptstern des Sternbilds Bootes. Arktur ist ein heller Roter Riese von 0,0m, 36 Lichtjahren entfernt. Er ist ein Mitglied der Halosternpopulation unserer Milchstraße. 
Die hellen Sterne im Sternbild Bootes zeigen am Himmel eine Anordnung in der Form einer Eistüte, deren zum Horizont weisende Spitze von Arktur gebildet wird. 
Das Sternbild Bootes enthält viele schöne Doppelsterne. Izar (Epsilon Bootis) zeigt zwei verschiedenfarbige Partner in einem Winkelabstand von drei Bogensekunden, orange und blau. Im romantischen 19. Jahrhundert bekam der Stern dafür den lateinischen Namen „Pulcherrima“, was übersetzt „die Allerschönste“ bedeutet. Der 4,5m helle 44 Bootes ist ebenfalls ein Doppelstern. Seine Partnersterne umkreisen einander einmal in 250 Jahren, ihr Winkelabstand voneinander beträgt derzeitig 3 Bogensekunden. Der Schwächere der beiden Partner von 44 Bootis ist seinerseits auch ein Doppelstern, allerdings mit einer Umlaufzeit von weniger als 6,5 Stunden, wobei es regelmäßig zu gegenseitigen Bedeckungen und zur Abschwächung der Sternhelligkeit kommt. 
Xi Bootis ist ein 4,5m heller Doppelstern, er liegt 8,5° östlich von Arktur, seine beiden ungleich hellen Partner erscheinen rötlich.

Jagdhunde

Das Sternbild Jagdhunde liegt unterhalb der Deichsel des Großen Wagens. Es wurde von Johann Hevel aus Danzig in die Astronomie eingeführt. Der hellste Stern dieses Sternbilds ist der 2,9m helle Cor Caroli (Alpha), ein schöner Doppelstern, 110 Lichtjahre von uns entfernt. Asterion (Beta) ist hingegen nur 27 Lichtjahre entfernt und 4,4m hell. 
Zieht man in Gedanken eine Linie von Cor Caroli nach Südosten zum hellen Stern Arktur im Sternbild Bootes, findet man knapp östlich der Mitte dieser Verbindungslinie mit dem Fernglas einen runden, nebeligen Fleck: den Kugelsternhaufen M3. In Fernrohren ab fünf Zoll Öffnung werden die Randbereiche dieses Sternenhaufens bei Vergrößerungen ab 100fach in Einzelsterne aufgelöst. 
Das Sternbild Jagdhunde enthält viele Galaxien, die schon in kleinen Fernrohren mit Erfolg beobachtet werden können. Ziehen wir z. B. eine Linie vom linken unteren Kastenstern des Großen Wagens (Phecda) zu Asterion, finden wir auf der Mitte dieser Linie im lichtstarken Fernglas einen ausgedehnten, länglichen, nebeligen Fleck. Das ist die Galaxie M106. 
Die 8,2m helle, rundliche Galaxie M94 finden wir ca. 2° nördlich der Mitte der Verbindungslinie von Cor Caroli zu Asterion. 
Zieht man eine Linie von Cor Caroli nach Gamma Comae Berenices, findet man im Dreizöller knapp südlich der Mitte dieser Linie die 9,2m helle Galaxie NGC 4631, sie wegen ihrer Form „Heringsgalaxie“ genannt wird. Weitere sehenswerte Galaxien im Sternbild Jagdhunde sind NGC 4490, ca. 40 Bogenminuten westlich von Asterion, sowie M63, NGC 4495 und die berühmte Spiralgalaxie M51. Die Spiralarme dieser Galaxien kann man Okular aber erst mit Fernrohren ab 14 Zoll Öffnung unter dunklem, transparentem Himmel erkennen.
Zieht man eine Linie von Asterion nach Mizar, findet man nach einem Drittel der Strecke von Asterion den roten Stern Y Canes Venaticorum. Er ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts auch unter dem Namen „La Superba“ bekannt. Y ist ein roter Riesenstern in 1000 Lichtjahren Entfernung, dessen Helligkeit unregelmäßig innerhalb von ca. 150 Tagen zwischen 4,8m und 6,3m schwankt.  

Jungfrau

Südöstlich des Löwen erstreckt sich recht unauffällig das große Sternbild Jungfrau. Es stellt der antiken Überlieferung zufolge Dike dar, die ernste und stille Göttin der Gerechtigkeit. Dike war die Tochter des Zeus und der Themis und zog sich in die Stille des Sternenhimmels zurück, weil sie dort nicht mehr mit der Gier und der Bosheit der Menschen konfrontiert wurde. 
Der hellste Fixstern im Sternbild Jungfrau ist Spica, ein blauer Riese der Spektralklasse B2, 2600 Mal heller als unsere Sonne, in einer Entfernung von 240 Lichtjahren. Zavijava (Beta Virginis) ist ein Stern mit 6 Sonnenleuchtkräften in 35 Lichtjahren Entfernung. Porrima (Gamma Virginis) ist ein berühmter Doppelstern mit einer Umlaufzeit von 176 Jahren, dessen beiden Partner zurzeit jedoch so eng beieinander stehen, dass sie im Fernrohr nicht mehr getrennt gesehen werden können. Epsilon Virginis trägt den lateinischen Namen „Vindemiatrix“, was „Weinleserin“ bedeutet. In der Antike zeigte der gemeinsame Aufgang von Vindemiatrix mit der Sonne den besten Zeitpunkt für den Beginn der Weinlese an.
Das hellste Objekt im Sternbild Jungfrau ist jetzt der Mars, der hier am 8. April seine Oppositionsstellung erreicht. Im Fernrohr ab 10 cm Öffnung kann man auf dem Mars bei Maximalvergrößerung Details der Marsoberfläche erkennen. Mars ist ca. 90 Millionen Kilometer entfernt.
Im Sternbild Jungfrau gibt es viele Galaxien zu beobachten, die zum großen Teil bereits im 18. Jahrhundert von französischen Astronomen mit den damals verfügbaren kleinen Fernrohren entdeckt wurden. Zu diesen gehören M61, M49, M84, M86, M87, M89, M58, M60, M88, M89, M90, M99. Doch neben diesen enthält das Sternbild Hunderte schwächerer Galaxien, die im NGC-Katalog und im Index-Katalog (IC …) verzeichnet sind. 
Um bei der Beobachtung dieser Galaxien die Übersicht behalten, sollte man seine Beobachtungen gut planen und sich die Positionen und Namen der Galaxien einprägen, damit man sie beim Beobachten nicht miteinander verwechselt. Der Himmel muss zudem dunkel und klar sein, man sollte ausgeruht sein, man muss Geduld für die Galaxienbeobachtung mitbringen und sollte dabei ein Teleskop mit möglichst großer Öffnung einsetzen, denn die mittlere Entfernung dieser Galaxien beträgt ca. 60 Millionen Lichtjahre.

Coma Berenices

Das Sternbild Coma Berenices ist an sich schwach und unauffällig, aber recht leicht zu finden: Lässt man den Blick vom Löwen ausgehend nach Osten schweifen, sieht man dort den hellen Stern Arktur leuchten. Zieht man in Gedanken eine Linie von Denebola (Beta Leonis) hinüber nach Arktur, liegt das Sternbild Coma Berenices nördlich dieser Linie. 
Sein Hauptstern Alpha Comae trägt seit der Antike den Namen Diadem. Seine Helligkeit beträgt 4,8 m, Diadem liegt 57 Lichtjahre entfernt. Ca.10° nördlich von Diadem finden wir Beta Comae, einen 4,2m hellen Stern der Spektralklasse G0. Ca. 10° westlich von Beta finden wir Gamma Comae, einen 4,4m hellen Roten Riesen der Spektralklasse K0. Bei dunklem, transparentem Nachthimmel erkennt man südlich von Gamma einen diffusen Lichtschimmer. Dies ist der große Coma-Sternhaufen Melotte 111. Sein Durchmesser beträgt über 4°, der Sternhaufen enthält viele farbige Sterne und kann aufgrund seiner Ausdehnung am Himmel nur im Fernglas vollständig überblickt werden. 
Berenice war die Schwester und Gattin des ägyptischen Königs Ptolemäus III. Als der gleich nach der Hochzeit in den Krieg zog, gelobte Berenice, dass sie ihre schönen Haare dem Tempel der Aphrodite opfern würde, wenn er siegreich zurückkehren sollte. Und so geschah es. Berenices prächtige Lockenpracht landete auf dem Altar im Tempel, aber in der folgenden Nacht war sie verschwunden. Der Hofastronom „entdeckte“ sie dann am Himmel wieder, so kam das Sternbild „Coma Berenices“ in die astronomische Welt.
Das Sternbild Coma Berenices enthält viele beeindruckende Galaxien, für ihre Beobachtung benötigt man ein lichtstarkes Fernrohr. Zieht man eine Linie von Gamma zu Alpha, kann man auf dieser Linie ca. 2,3° südöstlich von Gamma die schmale Galaxie NGC 4565 entdecken. Diese Spiralgalaxie ist 60 Millionen Lichtjahre entfernt, wir sehen sie exakt in Kantenlage. Folgt man der Linie um weitere 6,3 Grad, stößt man auf M64, das ist die Galaxie „mit dem schwarzen Auge“. Sie ist nur 22 Millionen Lichtjahre entfernt. Ca. 3° weiter östlich von NGC 4565 liegt die Spiralgalaxie NGC 4726. Unmittelbar östlich von Diadem findet man den Kugelsternhaufen M53. Er ist 60000 Lichtjahre entfernt.

Rabe

Unterhalb des Sternbilds Jungfrau bilden vier Sterne ein kleines, aber markantes Sternenviereck. Das ist das Sternbild Rabe. Algorab (Delta Corvi) bildet dessen obere linke Ecke, er ist ein Doppelstern, der schon im kleinen Fernrohr getrennt wird, seine beiden Partner bieten einen deutlichen Helligkeitsunterschied. Berühmt wurde das Sternbild Rabe als Standort der beiden „Antennengalaxien“ NGC4038 und NGC 4039. Dieses von spektakulären Photos bekannte Galaxienpaar ist leider nur in Teleskopen sehr großer Öffnung zu sehen.
An der Grenze des Sternbilds Rabe zum Sternbild Jungfrau befindet sich die 8,3m helle „Sombrero-Galaxie“ M104. Bei klarem, dunklem Himmel kann das von Bildern dieser Galaxie bekannte Staubband dieser Galaxie in Fernrohren ab acht Zoll Öffnung erkannt werden. M104 ist leicht aufzufinden, indem man das Teleskop auf Spica richtet und dann um 11° nach Westen schwenkt.
Der Sage nach war Rabe einst das Lieblingstier des Gottes Apollon. Er hatte ein schneeweißes Gefieder, eine angenehme Stimme, Intelligenz und die Fähigkeit zu sprechen. Doch nachdem der Vogel den Gott Apollon mehrfach frech belogen hatte, machte ihm der zornige Gott das Gefieder schwarz, und er raubte ihm die klare Stimme sowie die Fähigkeit zu sprechen, und versetzte ihn zur Strafe als Sternbild an den Himmel. 
Seitdem sind alle Raben schwarz und können nur noch heiser krächzen.
Das Sternbild Rabe ist klein, aber markant und auch von der Südhalbkugel aus gut zu sehen. Dort hilft es dem Sternfreund dabei, sich am Sternenhimmel zurechtzufinden.

Becher
Das kleine Sternbild Becher (Lateinisch “Crater“) liegt westlich des Sternbilds Rabe und stellt seit der Antike ein großes Gefäß dar, aus dem der vom Durst heisere Rabe trinken möchte. Da der Becher aber gemeinsam mit dem Raben im stets gleichen Abstand zu diesem am Himmel von Osten nach Westen wandert, kann der Rabe den Becher niemals erreichen und ist zum ewigen Durst verdammt: Die alten Griechen führten das heisere Krächzen des Raben auf die besondere Lage seines Sternbilds zurück.
Gamma Crateris ist ein Doppelstern, der schon im kleinen Fernrohr schön getrennt dargestellt wird. Seine beiden Partner sind ungleich hell.

02:00 bis 05:00 Uhr

Gegen 2:00 steht das Sternbild Bootes fast im Zenit. Hoch im Osten sehen wir die Leier, und darunter ist der Schwan aufgegangen. Das Sternbild Adler schiebt sich über den Osthorizont. Im Südosten leuchtet Antares und nordwestlich davon zeigen sich die Sterne der Waage mit dem hellen Saturn.

Nördliche Krone

Östlich des Sternbilds Bootes erkennen wir die nach Norden geöffnete Sternenkette des kleinen Sternbilds Corona Borealis. Sein 2,2m heller Hauptstern trägt den lateinischen Namen „Gemma“, was auf Deutsch „Edelstein“ bedeutet. Bei großer Luftunruhe kann man Gemma zuweilen ähnlich wie Sirius in allen Farben funkeln sehen. Ca. 3,5° östlich von Gemma liegt Delta Coronae Borealis, 2° nördlich von Delta liegt der Veränderliche Stern R Coronae Borealis. In unregelmäßigen Abständen stößt R gewaltige Rußwolken aus, die sein rotes Licht verdüstern. Dadurch kann dieser Stern spontan für Monate oder sogar für Jahre um bis zu 10 Größenklassen schwächer werden. Der sonst schon im kleinen Fernglas mühelos erkennbare R Coronae Borealis ist dann selbst im 10-Zöller nicht mehr aufzufinden.

Herkules

Das Sternbild Herkules liegt östlich des Sternbilds Corona Borealis. Sein Hauptstern Ras Algethi (Alpha) liegt im Südteil des Herkules, nahe bei Ras Alhague, dem hellsten Stern des Schlangenträgers. Ras Algethi ist ein Roter Überriese mit über 400 Sonnendurchmessern. Bei hoher Vergrößerung zeigt sich Ras Algethi im Fernrohr ab acht Zoll Öffnung als enger, schöner Doppelstern: ein Partner ist orange, der andere ist grünlich.
Zieht man eine Linie von Eta Herkulis nach Zeta Herkulis, findet man im lichtstarken Fernglas nach einen Drittel dieser Linie ein rundliches Nebelbällchen. Im Fernrohr ab vier Zoll Öffnung und bei einer Vergrößerung ab 80x erscheint das Nebelbällchen als kugelige Ansammlung zahlloser, winziger Sterne. Das ist der berühmte Kugelsternhaufen M13. Entdeckt wurde er von Edmond Halley. M13 liegt in einer Entfernung von über 22.000 Lichtjahren.
Schwenkt man von Eta Herkulis 8,5° nach Norden, erkennt man bei dunklem Himmel im Fernglas 10 x 50 ein weiteres kleines Wölkchen. Das ist ebenfalls ein Kugelsternhaufen, NGC 6229. Dieser Kugelsternhaufen lässt sich aber nur mit großen Fernrohren in Einzelsterne auflösen, denn er ist viel weiter von uns entfernt als M13. 
Der 4,8m helle Stern 95 Herkulis ist ein weiterer hübscher Doppelstern. Wir finden ihn 7° südlich von Theta Herculis. Die beiden Doppelsternpartner von 95 Herkulis stehen am Himmel in einem Abstand von sechs Bogensekunden voneinander und sind daher schon in kleinen Fernrohren bequem getrennt zu sehen. Die Farben der beiden Partner von 95 Herculis sind unterschiedlich und scheinen sich Berichten zufolge manchmal zu verändern. Zuletzt waren die beobachteten Farben golden und weiß.
Schwenkt man von Pi Herkulis 6,3° nach Norden, stößt man auf den Kugelsternhaufen M92. Dieser Sternenhaufen ist so hell wie M13, erscheint aber deutlich konzentrierter. Schwenkt man sein Fernrohr von Rutilicus (Beta Herculis) ca. 4° nach Nordosten, findet man im Okular bei niedriger Vergrößerung einen 9m hellen, blaugrünlichen Stern in einem Feld schwacher Sterne. Das ist der Planetarische Nebel NGC 6210. Steigert man die Vergrößerung nun auf 150x, zeigt sich der Stern als eine, blaugrünliche Scheibe mit einem zentralen, weißen Stern.

Drache

Um 1:00 sehen wir das Sternbild Drache hoch über uns am Himmel! Ca. 14 ° nördlich von Theta Herkulis steht der 2,2m helle Eltanin (Gamma Draconis) ca. 4° östlich des 2,8m hellen Rastaban (Beta Draconis). Ca. 15° nördlich von Eltanin erkennt man im Fernglas ein Feld mit zahlreichen schwachen Sternen. Im Fernrohr erweist sich bei hoher Vergrößerung einer davon als ein bläuliches Scheibchen. Das ist der Planetarische Nebel NGC 6543. Er ist auch unter dem Namen „Katzenaugennebel“ bekannt. 
Hat man ein Fernrohr mit großer Öffnung zur Verfügung, kann man versuchen, im Drachen die Galaxie NGC 6503 zu beobachten. Sie liegt auf einer Linie von Zeta Draconis nach Chi Draconis, näher bei Chi; NGC 6503 erscheint bei hoher Vergrößerung im Fernrohr spindelförmig. Die Galaxie ist 18 Millionen Lichtjahre entfernt. 
Ist der Himmel mondlos, dunkel und klar, kann man an der Grenze zum Sternbild Großer Bär ca. 4° südöstlich von Iota Draconis in Fernrohren ab fünf Zoll Öffnung die 9,9m helle Galaxie M102 gut beobachten. M102 ist linsenförmig, vor einem dunklen Himmelshintergrund ist sie auch im kleineren Fernrohr problemlos erkennbar. Verlängert man die Verbindungslinie von Iota Draconis nach Thuban (Alpha Draconis) um den Abstand der beiden Sterne über Thuban hinaus, stößt man auf die 9,8m helle elliptische Galaxie NGC 4125.

Kleiner Bär

Das Sternbild Kleiner Bär ist ein kleines Sternbild, das am nördlichen Sternenhimmel zwischen den drei Sternbildern Cepheus, Giraffe und Drache liegt. Thales von Milet führte das Sternbild um 600 v. Chr. in die Astronomie ein. Er lernte es von den phönizischen Seefahrern kennen, die es zum Navigieren auf dem offenen Meer benutzten. Das Sternbild enthält als seinen hellsten Stern den Polarstern. Auch heute noch kann jeder, der den Polarstern kennt, nachts mit einem Blick zum Himmel sehen, in welcher Richtung Norden ist.
Am aufgehellten Stadthimmel sind vom Sternbild Kleiner Bär in der Regel nur der Polarstern (Alpha) und die beiden Sterne Kochab (Beta) und Phercad (Gamma) zu sehen. Unterm  dunklen Landhimmel sind in der Regel aber auch die schwachen Sterne des Kleinen Bären gut sichtbar
Vier Sterne (Kochab, Phercad, Zeta und Eta) bilden einen rechteckigen Kasten, an den eine lange, nach oben gebogene Kette aus den Sternen Epsilon, Delta, und dem Polarstern als Abschluss hängt. Wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Großen Wagen nennt man das Sternbild Kleiner Bär volkstümlich auch den „Kleinen Wagen“.
Der Polarstern ist mit 2,0m der mit Abstand hellste Stern im Kleinen Bären. Nichtastronomen nehmen oft an, dass der Polarstern der hellste Stern am Himmel ist. Unter den hellen Sternen des Himmels steht der Polarstern lediglich an der 47sten Stelle. Er ist ein Veränderlicher Stern der Spektralklasse F7 aus der Klasse der Cepheiden, seine Pulsationsfrequenz beträgt 3,9696 Tage, wobei seine Helligkeit nur noch um 0,01m schwankt. Der Polarstern leuchtet mit 5000 Sonnenleuchtkräften, seine Entfernung beträgt ca. 400 Lichtjahre. Der Polarstern ist ein Doppelstern, sein bläulicher Begleiter steht in einem Winkelabstand von 18 Bogensekunden und hat eine Helligkeit von 8,6m. Die beiden Sterne bewegen sich miteinander in der gleichen Geschwindigkeit und Richtung durchs Weltall, mit einem gegenseitigen Abstand von ca. 300 Milliarden Kilometern.

Waage

Das Sternbild Waage liegt zwischen dem Sternbild Skorpion und dem Sternbild Jungfrau. Es wird in unseren Breiten oft übersehen, da es bei uns nur einen maximalen Horizontabstand von ca. 20° erreicht. Das auffälligste Objekt im Sternbild Waage ist in diesem Jahr der 0,3m helle Saturn, er leuchtet ca. 4,5° nordöstlich des 2,8m hellen Sterns Zubenelgenubi (Alpha Librae) Bereits in einem Spektiv mit 20facher Vergrößerung kann man den Ring um Saturn und der große Saturnmond Titan sehen. Im Fernrohr ist Saturn bei hoher Vergrößerung und klarer, ruhiger Luft am dunklen Nachthimmel eine Augenweide. Dann sind im größeren Fernrohr neben Titan auch mehrere kleinere Monde Saturns als winzige Sternchen in der Umgebung des Rings erkennbar.
Ca. 9° nordöstlich von Zubenelgenubi liegt der 2,5m helle Zubeneschemali (Beta Librae). Zubenelgenubi ist ein Doppelstern, der schon im Fernglas getrennt werden kann, die beiden Partner zeigen einen schönen Farbkontrast. 
Das Sternbild Waage ist eine Erfindung der Römer. Ursprünglich gehörten seine Sterne zum Sternbild Skorpion und stellten dort die beiden Scheren des Skorpions dar. Das erkennt man heute noch im Namen der Sterne: Zubenelgenubi bedeutet „Südliche Schere“, Zubeneschemali bedeutet „Nördliche Schere.
Ca. 4° westlich von Zubeneschemali liegt der 4,5m helle Stern Delta Librae, ein Bedeckungsveränderlicher Stern vom Algol-Typ. Alle 2,32735 Tage sinkt seine Helligkeit für sechs Stunden um eine Größenklasse auf 5,5m ab. Ca. 11,5° südlich von Zubeneschemali liegt der nur 8,5m helle, locker aufgebaute Kugelsternhaufen NGC 5897. Für seine Beobachtung braucht man ein lichtstarkes Fernrohr mit möglichst großer Öffnung.

Skorpion

Das Sternbild Skorpion enthält viele helle Sterne und erstreckt sich südlich des Schlangenträgers. Daher gehen beide Sternbilder fast gleichzeitig durch den Meridian. Vom Sternbild Skorpion sehen wir jedoch nur den nördlichen Teil, denn der südliche Teil des Sternbilds bleibt bei seinem Meridiandurchgang in unseren Breiten unter dem Südhorizont. Um die Sterne des Skorpions sehen zu können, muss der Himmel bis zum Horizont klar sein. Von einem Standort auf einer Hochfläche im Mittelgebirge oder in den Bergen gelingt das öfter.
Der hellste Stern im Skorpion ist der 0,9m helle Antares (Alpha Scorpii). Antares liegt ca. 520 Lichtjahre entfernt und ist ein Roter Überriese von ca. 15 Sonnenmassen. Er hat 9000 Sonnenleuchtkräfte und einen Durchmesser von mehr als einer Milliarde Kilometern. Antares ist ein Doppelstern, sein 6,5m heller grünlicher Partner steht in nur drei Bogensekunden Abstand. Ca. 8,5° nordwestlich von Antares liegt der 2,5m helle Stern Graffias (Beta Scorpii). Graffias ist ein schöner Doppelstern, der schon in kleinen Fernrohren gut zu erkennen ist. Er liegt 600 Lichtjahre entfernt und hat 2700 Sonnenleuchtkräfte. Ca. 3° südlich von Graffias liegt der 2,3m helle Stern Dschubba (Delta Scorpii). Dschubba stellt die Stirn des Skorpions dar, er ist ein blauweißer Hauptreihenstern mit 3300 Sonnenleuchtkräften, 540 Lichtjahre entfernt. Ca. 3,5° südlich von Dschubba liegt der 2,9m helle Pi Scorpii, ein blauweißer Stern in 450 Lichtjahren Entfernung, mit 1700 Sonnenleuchtkräften. Zwischen Antares und Pi liegt der 2,9m helle Stern Alniyat (Sigma Scorpii). Im kleinen Fernrohr erweist sich Alniyat als Doppelstern. Alniyat ist ein blauweißer Stern, ca. 800 Lichtjahre entfernt, mit über 4000 Sonnenleuchtkräften. Sein Begleiter ist 9m hell und liegt in 20 Bogensekunden Abstand vom helleren Partner. 
Ca 1,2° westlich von Antares liegt der Kugelsternhaufen M4. Dieser Kugelsternhaufen ist nicht sehr hell und enthält weniger Sterne als die meisten am Himmel beobachtbaren Kugelsternhaufen, M4 ist jedoch der uns am nächsten stehende Kugelsternhaufenn nur 7000 Lichtjahre und kann daher mit jedem kleinen Fernrohr in viele Sterne aufgelöst gesehen werden..
Ca. 14,5° südöstlich von Antares liegt der Offene Sternhaufen M6. Er ist einer der hellsten Offenen Sternhaufen am Himmel, doch von Mitteleuropa aus gesehen erscheint M6 wegen seiner horizontnahen Position in der Regel schwächer, als er tatsächlich ist. Im Fernglas sind die hellsten Sterne von M6 gut zu erkennen, in einem lichtstarken Fernrohr zeigt M6 bei klarem Himmel über 100 Sterne, deren Anordnung an die ausgebreiteten Flügel eines Schmetterlings erinnert, weshalb der Sternhaufen auch unter dem Namen „Schmetterlingshaufen“ bekannt ist.

Leier

Das Sternbild Leier ist ein Sommersternbild. unser Erstes in diesem Jahr. Esiost zwar eines der kleinsten Sternbilder, es bietet jedoch mit seinem Stern Wega einen der hellsten Sterne des Sommerhimmels und ist daher am Himmel besonders leicht aufzufinden. Wega ist ein Stern der Spektralklasse A0, sie ist 25 Lichtjahre entfernt, strahlt mit 37 Sonnenleuchtkräften und ist ca. 400 Millionen Jahre alt. Damit ist Wega einer der nächsten und zugleich jüngsten Sterne in unserer Sonnenumgebung. 
Südlich von Wega liegt der markante kleine Sternenrhombus, der den Korpus der Leier bildet. Er besteht aus dem Doppelstern Zeta Lyrae, dem Doppelstern Delta Lyrae, aus Gamma Lyrae und aus Sheliak (Beta Lyrae). Die Region um Delta Lyrae zeigt im Fernrohr kurzer Brennweite einen jungen Offenen Sternhaufen, der ca. 800 Lichtjahre entfernt ist. Delta Lyrae 2 ist ein Doppelstern, dessen beiden Partner 2 Bogensekunden Abstand voneinander haben. Beta ist ein bedeckungsveränderlicher Stern in 880 Lichtjahren Entfernung, dessen beide ungleich hellen Partner einander einmal in 12,94 Tagen umkreisen und sich dabei regelmäßig gegenseitig bedecken. Zwischen Gamma Lyrae und Sheliak finden wir den Planetarischen Nebel M57, den berühmten „Ringnebel“. 
Ca. 1,6° nordöstlich von Wega sehen wir einen 4m hellen Stern, der schon dem bloßen Auge leicht länglich erscheint. Das ist Epsilon Lyrae. Im Fernglas zeigt sich Epsilon als Doppelstern. Vergrößert man Epsilon im Fernrohr jedoch ca. 100fach, erscheint jeder der beiden Partner von Epsilon selbst wiederum doppelt. Epsilon Lyrae besteht somit tatsächlich aus vier Sternen, die einander paarweise im Laufe von Jahrhunderten langsam umkreisen.

Abschluss

Gegen 5:00 werden am Himmel erste Anzeichen der aufziehenden Morgendämmerung wahrnehmbar. Der Himmel wird unmerklich heller, er verliert seine Tiefe und die Himmelsobjekte verlieren im Fernrohr ihre Brillanz. Im trüben Licht der aufziehenden Morgendämmerung werden am Boden die Steine und kleinen Grasbüschel erkennbar, auf denen wir stehen. Es ist kalt und still. Der Osthimmel tönt sich rosa. 
Auf unseren Fernrohren entdecken wir Tau. Wir trocknen die Tuben mit den vorsorglich mitbebrachten Handtüchern, bauen sie von den Montierungen ab und packen sie in den Kombi. Der Gitterrohrdobson ist frei von Tau geblieben. Er ist schnell zerlegt und wird sicher verstaut. Noch ein letzter Blick zum Himmel, wo die letzten hellen Sterne merklich verblassen, dann steigen wir müde ins Auto. Wir sitzen endlich bequem,und wir haben Glück mit dem Wetter gehabt und viel gesehen und wahrgenommen. Über einige der gesehenen Objekte werden wir zu Hause noch etwas weiter recherchieren. Doch jetzt fahren wir erst mal nach Hause, es ist höchste Zeit fürs Bett.
 
 
Ein Service von unserem Partner Astronomie.de

Ausführliche Informationen finden Sie
hier.


 

 

 

 

Zurück

Warenkorb

Ihr Warenkorb ist leer.

Willkommen zurück!

E-Mail-Adresse:
Passwort:
Passwort vergessen?

Sonderangebote

Die Prisma-Brille

Die Prisma-Brille
Statt 2,20 EUR
Nur 1,10 EUR

Newsletter-Anmeldung

E-Mail-Adresse: