Der Sternenhimmel im November

ein Service von unserem Partner Astronomie.de

Die Sonne geht am 1. November gegen 17:00 unter und am folgenden Morgen gegen 7:30 wieder auf. Astronomisch dunkel ist es während dieser Nacht von 19:00 bis 5:30. Bis zum Monatsende verfrüht sich der Sonnenuntergang auf 16:30 und der folgende Sonnenaufgang findet erst gegen. 8:10 statt. Somit dauert die astronomisch dunkle Nacht am Monatsende fast 12 Stunden.
Die langen Novembernächte bieten die Gelegenheit, sich sehr viele Himmelsobjekte anzuschauen. Man muss aus diesem großen Angebot auswählen, was man sich anschauen möchte und muss klären, ob man das dafür geeignete Gerät zur Verfügung hat. Zum Beobachten braucht man einen windgeschützten Beobachtungsplatz unter dunklem und klarem Himmel mit freier Horizontsicht, wo man nicht gestört wird. Man braucht bequeme und warme Kleidung. Und man muss Glück mit dem Wetter und den atmosphärischen Bedingungen am Beobachtungsplatz haben.
Wichtig ist auch eine bequeme Sitzgelegenheit für jeden Beobachter, ein Tisch für Tassen, Thermoskannen und Kekse, Regenkleidung und Abdeckplanen als Schutz für plötzlichen Regen, dazu eine Tasche mit trockenen Handtüchern,
Leider ist das Novemberwetter in Mitteleuropa häufig schlecht. Dennoch gibt es auch im November durchaus klare Nächte. Steigt der Luftdruck, erzeugt er in der Novembernacht gelegentlich leichten Hochnebel, der für besonders gute Luftruhe und ein exzellentes Seeing sorgt. Dieses so genannte „Planetenwetter“ ist für die detaillierte Beobachtung von Planeten und Mond sehr vorteilhaft.
Am 6. November ist Vollmond im Sternbild Widder. Bis zur Monatsmitte kann das Mondlicht bei der Beobachtung lichtschwacher Deep-Sky-Objekte stören. Am 22. November ist Neumond im Sternbild Waage.
Venus und Saturn befinden sich im November unbeobachtbar jenseits der Sonne. Nach Sonnenuntergang kann man die Planeten Neptun und Uranus beobachten. Ab Mitternacht ist Jupiter nach dem Mond das hellste Objekt am Nachthimmel.

Überblick um 18:30

Am Himmel sehen wir eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang den Schwan im Zenit. Südlich des Schwans leuchtet Altair im Sternbild Adler. Westlich des Schwans leuchtet Wega in der Leier, und tiefer im Westen zeigen sich die Sterne des Herkules. Unter dem Herkules steht über dem westlichen Horizont das ausgedehnte Sternbild Schlangenträger mit dem Sternbild Schlange. Die Sterne des Schützen versinken mit dem rötlichen Mars bereits am südwestlichen Horizont. Über dem südlichen Horizont erkennen wir die hellsten Sterne des Steinbocks. Östlich des Schwans sehen wir das Sternenquadrat des Pegasus mit der Sternenkette der Andromeda. Im Nordosten zeigen siech die Sternbilder Cassiopeia und Perseus, und darunter leuchtet Capella im Fuhrmann. Zwischen Pegasus und Steinbock liegen unauffällig die Sterne des Sternbilds Wassermann. Über dem südöstlichen Horizont geht das Sternbild Walfisch auf. Niedrig über dem südlichen Horizont können wir Formalhaut sehen, den hellsten Stern des Sternbilds Südlicher Fisch.

19:00 Uhr bis 22:00 Uhr

Schwan

Der Schwan ist ein markantes Sternbild. Es ist seit der Antike bekannt und stellt einen Vogel dar, der mit gestrecktem Hals und ausgebreiteten Schwingen majestätisch über den Himmel segelt. Erst die Römer nannten das Sternbild „Schwan“. Der 3m helle Stern Albireo markiert den Kopf dieses Schwans. Schon im kleinen Fernrohr zeigt sich Albireo als beeindruckender Doppelstern: der hellere Partner leuchtet orange, der andere leuchtet blauweiß. Der 1,3m helle Stern Deneb (Alpha Cygni) markiert den Schwanz des Schwans. Deneb ist ca. 1500 Lichtjahre entfernt und strahlt mit über 300.000 Sonnenleuchtkräften. Er ist einer der leuchtkräftigsten Sterne unserer Milchstraße. 5° westlich von Deneb liegt das Sternenpaar Omicron Cygni, es kann mit bloßem Auge leicht getrennt gesehen werden. Jeder dieser Sterne ist seinerseits ein Mehrfachsystem. Im Fernrohr zeigt sich Omicron1 Cygni als ein Paar aus einem schwächeren gelben Stern und einem helleren weißen Stern. Direkt daneben liegt der weiße Stern 30 Cygni. Omicron2 Cygni sehen wir als ein Paar aus einem orangen und einem weißen Stern. 5,4° nördlich vom 3m hellen Delta Cygni liegt der Planetarische Nebel NGC 6826, der auch unter dem Namen „Blinkender Planetarischer Nebel“ bekannt ist. NGC 6826  hat einen kleineren Winkeldurchmesser als der bekanntere Ringnebel in der Leier, hat aber eine größere Helligkeit. In den Nebel ist der 10,6m helle Zentralstern eingebettet, dessen intensive UV-Strahlung das Gas im Nebel zum Leuchten bringt. Blickt man im kleinen Fernrohr direkt auf den Nebel, nimmt man nur den Zentralstern wahr und der Nebel wird im direkten Sehen unsichtbar. Schaut man dann unmittelbar neben die Position des Nebels, kann man den Nebel plötzlich wieder erkennen. Nur bei Fernrohren mit größerer Öffnung kann der Nebel immer direkt gesehen werden. Die Vergrößerung muss 100 – 200fach betragen, damit man den kleinen Nebel als Fläche wahrnehmen kann. Bei dunklem, klarem Himmel kann man südlich des 2,5m hellen Sterns Epsilon Cygni beim 4m hellen Stern 52 Cygni im lichtstarken Fernglas den Cirrusnebel wahrnehmen. Der Cirrusnebel ist ein ausgedehnter Supernovaüberrest. Wenn man ein lichtstarkes Fernrohr hat und daran einen UHC-Filter einsetzt, kann man den Cirrus-Nebel auch bei weniger günstigen Beobachtungsbedingungen (z. B. Stadthimmel) erkennen. Falls man unter einem dunklen, klaren Nachthimmel fernab von störenden Lichtquellen beobachtet, hat man eine gute Chance, den „Nordamerika-Nebel“ zu sehen. Dieser Galaktische Nebel liegt ca. 2,5°östlich von Deneb. Er ist so groß, dass er nicht in das Gesichtsfeld von Fernrohrokularen passt. Man kann ihn nur im großen Gesichtsfeld eines lichtstarken Fernglases beobachten. Seine Flächenhelligkeit ist sehr niedrig, doch wenn die Beobachtungsbedingungen sehr gut sind, kann man diesen Nebel bei guter Dunkeladaption des Auges sogar mit dem bloßen Auge erkennen. Seinen Namen hat der Nebel wegen der großen Ähnlichkeit seines Umrisses mit dem von Mittelamerika und den südlichen USA. Die Milchstraße zieht sich durch das Sternbild Schwan, daher gibt es hier viele kleine Offene Sternhaufen. Sie sind vor dem hellen Milchstraßenhintergrund nicht leicht zu erkennen, daher muss man sie bei hoher Vergrößerung beobachten. NGC 6811 ist so ein kleiner Offener Haufen, der ca. 50 schwache Sterne enthält. Wir finden ihn ca. 2° nordwestlich von Delta Cygni, Der Offene Haufen M29 liegt 2° südlich von Gamma Cygni, er enthält vorwiegend hellere Sterne und ist am besten im Fernglas zu sehen. Im Fernrohr ist M29 vor dem reichen Hintergrund an Sternen der Milchstraße kaum als Sternhaufen erkennbar. Ca. 6° nordöstlich von Epsilon Cygni liegt der 6,7m helle Doppelstern 61 Cygni. Seine Entfernung von uns beträgt 11,3 Lichtjahre, sie wurde im Jahre 1831 von Friedrich Wilhelm Bessel durch die systematische Messung der jährlichen Parallaxe von 61 Cygni bestimmt. 61 Cygni ist im Fernglas leicht zu sehen.

Leier

Das Sternbild Leier ist eines der kleinsten Sternbilder, es ist jedoch leicht aufzufinden, denn sein Hauptstern Wega ist einer der hellsten Sterne an unserem Himmel. Wega ist ein Stern der Spektralklasse A0, er liegt nur 25 Lichtjahre entfernt und ist damit einer der nächsten und jüngsten Sterne in unserer Sonnenumgebung. Die Helligkeit Wegas definiert den Nullpunkt der astronomischen Helligkeitsskala. Südlich von Wega liegt der markante kleine Sternenrhombus der Leier, der von dem Doppelstern Zeta Lyrae, dem Doppelstern Delta Lyrae, aus Gamma Lyrae und aus Sheliak (Beta Lyrae) gebildet wird. Zwischen Gamma Lyrae und Sheliak finden wir den Planetarischen Nebel M57, den berühmten „Ringnebel“. Ca. 4,5° südöstlich von Gamma Lyrae können wir im mittelgroßen Fernrohr den kleinen Kugelsternhaufen M56 beobachten. Nordöstlich von Wega finden wir einen Stern, der schon dem bloßen Auge länglich erscheint. Das ist Epsilon Lyrae. Im Fernglas zeigt sich Epsilon als Doppelstern. Vergrößert man  Epsilon im Fernrohr ca. 100fach, erscheint jeder der beiden Partner von Epsilon selbst wiederum doppelt. Somit besteht Epsilon Lyrae tatsächlich aus vier Sternen, die einander paarweise in vielen Jahrhunderten umkreisen.

Herkules

Das Sternbild Herkules liegt westlich der Leier. Sein 3,6m heller Hauptstern Ras Algethi (Alpha) liegt im Südteil des Herkules, nahe bei dem 2,1m hellen Ras Alhague, dem hellsten Stern des Schlangenträgers. Ras Algethi ist ein Roter Überriese mit über 400 Sonnendurchmessern. Im Fernrohr ab acht Zoll Öffnung zeigt sich Ras Algethi bei hoher Vergrößerung als enger Doppelstern: der hellere Partner ist orange, der andere erscheint blaugrünlich. Zieht man am Himmel eine Linie von Eta Herkulis nach Zeta Herkulis und folgt der Linie mit dem Fernglas, findet man damit nach einen Drittel dieser Linie ein rundliches Nebelbällchen. Im Fernrohr ab vier Zoll Öffnung und bei einer Vergrößerung ab 80x zeigt sich das Nebelbällchen als kugelige Ansammlung zahlloser, winziger Sterne. Das ist der Kugelsternhaufen M13. Er ist einer der hellsten Kugelsternhaufen des nördlichen Himmels und ist ca. 22.000 Lichtjahre entfernt. Entdeckt wurde M13 von Edmond Halley. Schwenkt man von Eta Herkulis 8,5° nach Norden, kann man unter einem dunklen sternklaren Himmel im Fernglas 10 x 50 ein weiteres mattes kleines Wölkchen erkennen. Das ist der Kugelsternhaufen NGC 6229, er ist viel weiter von uns entfernt als M13 und lässt sich daher nur mit Fernrohren größerer Öffnung in Einzelsterne aufgelöst betrachten. Der 4,8m helle Stern 95 Herkulis ist ein sehenswerter Doppelstern. Wir finden ihn ca. 7° südlich von Theta Herculis. Die beiden Partner von 95 Herkulis stehen am Himmel in einem Abstand von sechs Bogensekunden voneinander und sind daher schon in kleinen Fernrohren mühelos getrennt zu sehen. Die beiden Partner von 95 Herculis zeigen einen deutlichen Farbkontrast, sie erscheinen goldgelb bzw. weiß. Schwenkt man sein Fernrohr von Pi Herkulis ausgehend ca. 6,3° nach Norden, stößt man auf den Kugelsternhaufen M92. Dieser Sternhaufen ist so hell wie M13, ist aber etwas kleiner, denn seine Sterne stehen enger zusammen. Schwenkt man sein Fernrohr vom 2,8m hellen Rutilicus (Beta Herculis) ca. 4° nach Nordosten, findet man im Okular bei niedriger Vergrößerung einen 9m hellen, blaugrünlichen Stern in einem Feld schwacher Sterne. Steigert man die Vergrößerung im Achtzöller auf 150x, zeigt sich der kleine „blaue Stern“ als eine kleine, blaugrünliche Scheibe mit einem zentralen, weißen Stern. Das ist der kleine Planetarische Nebel NGC 6210. Er ist kleiner als der Ringnebel M57, hat aber eine größere Helligkeit als dieser. NGC 6210 ist ca. 6500 Lichtjahre entfernt.

Steinbock

Südöstlich des Adlers sehen wir die Sterne des Steinbocks. Sein hellster Stern ist Algiedi (Alpha Capricornis), er zeigt sich bereits im Fernglas als Doppelstern. Seine beiden Partner sind aber kein physisches Paar, sondern stehen von uns aus gesehen nur zufällig in derselben Richtung. Unterhalb von Algiedi sehen wir Dabih (Beta Capricornis). Dabih ist ein hübscher Doppelstern, der schon im kleinen Fernrohr bei niedriger Vergrößerung getrennt gesehen wird, der helle Hauptstern ist orange, der schwächere Begleiter erscheint weißblau. Bei klarem Himmel und guter Horizontsicht können wir im Fernrohr ca. 6,5° südlich von Gamma Capricornis den Kugelsternhaufen M30 erkennen. Er erscheint als kleiner, rundlicher und matter Nebel mit einem helleren Kern. Um diesen Kugelsternhaufen vollständig in Einzelsterne aufgelöst zu sehen benötigt man Fernrohre großer Öffnung und hohe Vergrößerungen.

Wassermann

Das Sternbild Wassermann erstreckt sich südlich des 0,7m hellen Sterns Enif im Pegasus und nördlich und östlich des Steinbocks. Es ist ein unauffälliges Sternbild, da es keine hellen Sterne enthält. Dennoch bietet es viele bemerkenswerte Beobachtungsobjekte. Ca. 4,5° nördlich des 2,9m hellen Sterns Mesarthim (Beta Aquarii) finden im Fernglas 10 x 50 einen rundlichen Nebelfleck, den 6,5m hellen Kugelsternhaufen M2. Im Zweizöller zeigt M2 einen Durchmesser von sechs Bogenminuten und eine helle Zentralregion. Erst in Fernrohren ab 6 Zoll Öffnung bei Vergrößerungen ab 150x kann man M2 bis fast in sein Zentrum in Einzelsterne aufgelöst sehen. NGC 7009 ist ein heller Planetarischer Nebel, der auch unter dem Namen „Saturnnebel“ bekannt ist. Wir finden ihn ca.1,3° westlich der 4,5 m hellen Sterns Ny Aquarii. Im Fernglas sieht NGC 7009 wie ein 8m heller, leicht grünlicher Stern aus. Im Fernrohr erscheint er bei einer Vergrößerung ab 50x als grünliches Scheibchen. Da NGC 7009 recht hell ist, kann man ihn bei guter Luftruhe selbst im kleinen Fernrohr erfolgreich mit hohen Vergrößerungen betrachten. Die seitlichen Nebelfortsätze, die NGC 7009 seine Ähnlichkeit mit Saturn verleihen, werden aber nur in Fernrohren ab acht Zoll Öffnung unter günstigen Beobachtungsbedingungen sichtbar. Wenn man am Himmel eine Linie von Ny Aquarii nach Dabih (Beta Capricornii) zieht, stößt man dort mit einem lichtstarken Fernglas bei dunklem, klarem Himmel nach einem Drittel dieser Strecke auf einen schwachen und kleinen Nebel. Im kleinen Fernrohr erkennt man einen blassen Nebelball. In größeren Fernrohren kann der Nebelball am Rand in einzelne Sterne aufgelöst werden. Wir sehen hier den Kugelsternhaufen M72, der über 60.000 Lichtjahre von uns entfernt ist. Im Wassermann kann man mit dem Fernglas ca. 1° westlich des Stern Sigma Aquarii den 7,8m hellen Planeten Neptun auffinden.

Pegasus

Östlich des Schwans erstreckt sich das markante Sternenquadrat des Sternbilds Pegasus. Der hellste Stern des Pegasus, der 1,8m helle Enif, finden wir ca. 20° westlich des Pegasusquadrats. Der Pegasus ist ein großes Sternbild. Enif kulminiert gegen 19.00. Ca. 7° westlich von Enif sehen wir das kleine und unauffällige Sternenviereck des Füllens und über dem Füllen den markanten Sternenrhombus des Delfins. Ca. 4,4° nordwestlich von Enif sehen wir im Fernglas einen matten, runden Nebelfleck: das ist der Kugelsternhaufen M15. Ein Fernrohr ab 10 cm Öffnung zeigt M15 bei Vergrößerungen ab 100 x in zahllose einzelne Sterne aufgelöst, man kann das mit zahllosen Sternen dicht besetzte Zentrum des Sternhaufens gut erkennen. Der 2,5 m helle Scheat (Beta Pegasi) stellt die rechte oberen Ecke des Pegasusquadrats dar. Scheat ist ein Roter Riese. Ca. 5° nordwestlich von Scheat finden wir den 3m hellen Matar (Eta Pegasi). Bei dunklem, klarem Himmel kann man im Fernrohr ab 10 cm Öffnung ca. 4,3° nordnordwestlich von Matar die Spindel der 9,5m hellen Galaxie NGC 7331 sehen. Diese große Spiralgalaxie ist über 60 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Hat man ein Teleskop mit großer Öffnung zur Verfügung hat, kann in der unmittelbaren Umgebung von NGC 7331 weitere, kleinere Spiralgalaxien erkennen, die mit NGC 7331 eine Galaxiengruppe bilden.

22:00 Uhr bis 01:00 Uhr

Um 22:00 sehen wir die Sternenkette der Andromeda im Zenit. Im Osten sind die Sternbilder Orion und Zwillinge aufgegangen. Oberhalb des Sternbilds Orion sehen wir das Sternbild Fuhrmann mit dem hellen Stern Capella und das Sternbild Stier mit den Plejaden. Das Sternbild Walfisch sehen wir im Meridian. Im Südwesten sinkt das Sternbild Steinbock unter den Horizont.

Widder

Das kleine Sternbild Widder liegt westlich des Sternbilds Stier und ist hier leicht aufzufinden. Seine beiden Hauptsterne, der 2,0m helle Hamal (Alpha) und der 2,6m helle Sheratan (Beta) sind auch am aufgehellten Stadthimmel gut erkennbar. Ca. 10° östlich von Hamal finden wir den 3,7m hellen Stern 41 Arietis. Dieser Stern erweist sich im Fernrohr als Dreifachstern. Wenig südlich von Sheratan finden wir den 3,9m hellen Mesarthim (Gamma). Mesarthim zeigt sich im Fernrohr als ein hübscher Doppelstern: zwei weiße Sterne, die in 7 Bogensekunden Abstand voneinander stehen. In der Antike vor 2300 Jahren lag südlich von Mesarthim der Frühlingspunkt. Bis heute ist der Frühlingspunkt aufgrund der Präzessionsbewegung der Erdachse ca. 37° weiter an den westlichen Rand des Sternbildes Fische gewandert. Daher steht die Sonne zur Wintersonnwende steht heute nicht mehr im Steinbock, sondern im Schützen, und zur Sommersonnwende nicht mehr im Krebs, sondern in den Zwillingen.

Walfisch

Blicken wir vom Sternbild Widder aus weiter nach Süden, sehen wir dort den 2,5 m hellen Menkar (Alpha Ceti), den Hauptstern im Sternbild Walfisch. Menkar markiert am Himmel den Kopf des mythologischen Seeungeheuers, das der Sage nach von Perseus mit seinem Götterschwert getötet wurde, um die jungfräuliche Prinzessin Andromeda davor zu retten, von diesem Ungeheuer gefressen zu werden. Andromeda war die Tochter der eitlen Königin Cassiopeia, der Vater der Andromeda war König Cepheus, und Pegasus war das Flügelpferd, das Leib der Medusa gebar, nachdem Perseus sie geköpft hatte: Bis heute sehen wir die Gestalten dieser antiken Sage als Sternbilder am Himmel. Der Schwanz des Walfisches wird durch den 2m hellen Stern Deneb Kaitos (Beta) markiert. Beta ist ein Roter Unterriese in 65 Lichtjahren Entfernung. Der berühmteste Stern des Sternbilds Walfisch ist Mira Ceti. Mira ist ein langperiodisch veränderlicher Roter Riese, dessen visuelle Helligkeit im Maximum 2m erreicht, während sie im Minimum unter 8m fallen kann. Mira letztes Maximum fand im vergangenen Juni statt, das kommende Minimum erfolgt im Januar 2015. Da das Sternbild abseits der Milchstraße liegt, gibt es im Walfisch weder auffällige Offene Sternhaufen noch aktive Sternentstehungsgebiete. Statt dessen kann man hier mehrere Galaxien beobachten. Dafür ist ein mondlos dunkler, klarer Sternenhimmel und ein Fernrohr mit einer möglichst großen Öffnung erforderlich. Die Spiralgalaxie M 77 ist ca. 3,15° südlich von Gamma Ceti zu finden. Eine weitere Galaxie ist NGC 247, wir finden sie ca. 3° südsüdöstlich von Deneb Kaitos. NGC 247 ist eine Spiralgalaxie in Kantenlage. Zieht man eine Linie vom 3,6m helle Theta Ceti um zu Algenib, dem Stern an der linken unteren Ecke des Pegasusquadrats, findet man auf der Mitte der Linie im Fernglas den 5,7m hellen Uranus.

Andromeda

Bei guten Beobachtungsbedingungen können wir am dunklen Sternenhimmel das schimmernde Band der Milchstraße erkennen, das über uns von Ost nach West durch den Zenit verläuft. Östlich des Pegasus liegt in das Band der Milchstraße eingebettet das Sternbild Andromeda. Das auffälligste Merkmal des Sternbilds ist die Sternenkette der Andromeda, die von Alpheratz (Alpha) über Delta, Mirach (Beta) bis zu Alamak (Gamma) reicht. Tatsächlich ist das Sternbild jedoch viel größer, denn es erstreckt sich weit nördlich und östlich des Pegasus. Dicht bei Mirach finden wir im lichtstarken Fernrohr bei hoher Vergrößerung die kleine elliptische Galaxie NGC 404. Südwestlich von Alamak finden wir im Fernglas den ausgedehnten Sternhaufen NGC 752. Im kleinen Fernrohr zeigt er 60 Sterne, darunter mehrere mehrfarbige Doppelsterne. Ca. 3,5° östlich von Alamak kann man bei dunklem, klarem Himmel in lichtstarken Fernrohren ab acht Zoll Öffnung die matte Lichtnadel der Galaxie NGC 891 beobachten. Die große Galaxie M31 ist am dunklen Sternenhimmel manchmal schon mit bloßem Auge zu erkennen. Sie steht unweit des Sterns Ny Andromedae. Im Gesichtsfeld üblicher Fernrohre ist nur die helle Zentralregion dieser Galaxie sichtbar. Da sich M31 am Himmel über 3,5° erstreckt (7 Mal so breit wie der Vollmond!), kann man sie in ihrer ganzen imposanten Ausdehnung nur in lichtstarken Beobachtungsgeräten mit großem Öffnungsverhältnis bei niedriger Vergrößerung erfassen. Im gleichen Feld wie M31 liegen die kleine elliptische Galaxie NGC 205 und die kugelförmige Galaxie M32, beide sind Begleiter der großen Galaxie. Ca. 4,5° östlich des 3,6m hellen Omikron Andromedae steht der kleine, aber helle  Planetarische Nebel NGC 7662. Er ist im Fernglas bestenfalls nur als blaues Sternchen sichtbar. Um die tatsächliche Form dieses Himmelsobjekts zu sehen, braucht man ein Fernrohr ab sechs Zoll Öffnung und eine Vergrößerung ab 150fach. Dann sieht man NGC 7662 als bläulichen Ring. Dieser Nebel ist auch als der „blaue Schneeball“ bekannt. Mit etwas Glück kann man ca. 1,6° südsüdwestlich von NGC 7662 unter einem dunklem, klarem Himmel in Fernrohren ab 8 Zoll Öffnung die Spiralgalaxie NGC7640 als einen diffusen Nebel erkennen.

Cassiopeia

Das Sternbild Cassiopeia wird auch als das „Himmels-W“ bezeichnet. Es enthält mehrere helle Offene Sternhaufen. Einer davon ist NGC 457, der auch unter dem Namen „Eulenhaufen“ bekannt ist. Er liegt ca. 2° südsüdwestlich des 2,7m hellen Sterns Delta Cassiopeiae Mit etwas Phantasie erkennt man in der Anordnung der Sterne von NGC 457 eine kecke Eule, die den Beobachter mit aufgerissenen Augen und ausgebreiteten Flügeln anfunkelt. Der 4,9m helle Stern Phi Cassiopeiae stellt das hellere „Eulenauge“ dar. Er ist ein Überriese, ca. 2300 Lichtjahre entfernt und ca. 170000 Sonnenleuchtkräfte hell. Weitere sehenswerte Offene Sternhaufen im Sternbild Cassiopeia sind NGC 281 und M103. NGC 281 liegt ca. 1,5° östlich von Schedir (Alpha). M103 finden wir ca. 1° nordöstlich von Ruchba (Delta). Es empfiehlt sich, diese Sternhaufen im lichtstarken Fernrohr bei hoher Vergrößerung zu beobachten, damit die individuellen Farben der Haufenmitglieder schön zur Geltung kommen. Unterhalb der Verbindungslinie von Ruchba nach Segin (Epsilon) liegen die Offenen Sternhaufen NGC 654, NGC 663 und NGC 659. Diese Sternhaufen sind auch in kleinen Fernrohren gut zu sehen. Wenn man die Verbindungslinie von Schedir über Caph um den Abstand dieser beiden Sterne hinaus verlängert, kann man dort im lichtstarken Fernrohr den Offenen Sternhaufen M52 wahrnehmen. M52 enthält sehr viele Sterne, die aber alle sehr schwach leuchten. Daher kann man M52 am besten in Fernrohren größerer Öffnung beobachten. Zwischen den Doppelsternen Rho und Sigma kann man im lichtstarken Fernrohr den Offenen Sternhaufen NGC 7789 mit Hunderten lichtschwacher Sterne sehen. NGC 7789 ist eine Entdeckung von Caroline Herschel.

Cepheus

Wenn man den Blick in einer geraden Linie vom Schwan Richtung Cassiopeia wandern lässt, liegt nördlich dieser Linie das Sternbild Cepheus. Die Anordnung der hellen Sterne dieses Sternbildes erinnert an das bekannte Muster „Haus vom Nikolaus“ mit den Eckpunkten Alderamin (Alpha), Alfirk (Beta), Alrai (Gamma), Iota, Delta. Der 3,3 m helle Stern Zeta bildet hierbei die untere linke Ecke. 3,5° westlich von Zeta Cephei finden wir den 4m hellen rötlichen Stern My Cephei. My ist ein Roter Überriesenstern, einer der absolut größten und rötesten Sterne am Himmel. Der ca. 4m helle Delta Cephei liegt 2,5° östlich von Zeta. Delta Cephei ist der Namensgeber für eine Klasse Veränderlicher Sterne, den Cepheiden. Cepheiden sind alte Riesensterne extrem hoher Leuchtkraft, die ihre Helligkeit durch Pulsation ihres Durchmessers in einem sehr regelmäßigen Zyklus präzise verändern. Die Periode des Helligkeitszyklus von Delta beträgt 5,3663 Tage: 1,5 Tage lang steigt seine Helligkeit auf 3,5 m an und fällt in den folgenden 4 Tagen wieder auf 4,4 m ab. Delta Cephei ist zugleich ein Doppelstern. in 41 Bogensekunden Abstand von Delta steht sein blauweiße Begleiter. Ca. 6° östlich von Delta finden wir im Fernrohr den kleinen, kompakten Offenen Sternhaufen NGC 7510. Bei der Beobachtung dieses Sternhaufens ist eine hohe Vergrößerung erforderlich. 

01:00 Uhr bis Morgendämmerung

Um 1:00 sehen wir das Sternbild Perseus im Zenit. Direkt östlich davon leuchtet der helle Stern Capella im Sternbild Fuhrmann. Südlich des Perseus überquert das Sternbild Stier mit dem Hauptstern Aldebaran und dem Sternwölkchen der Plejaden den Meridian. Hoch im Südosten steht der Orion, darunter leuchtet der funkelnde Sirius im Sternbild Großer Hund. Östlich des Fuhrmanns sehen wir das Sternbild Zwillinge mit den beiden Kopfsternen Castor und Pollux. Südlich davon leuchtet Procyon im Sternbild Kleiner Hund. Im Nordosten zeigt sich der Große Bär, und im Osten schieben sich die Sterne des Löwen über den Horizont

Perseus

Betrachtet man Mirfak, den Hauptstern des Sternbilds Perseus, mit einem kleinen Fernglas, sieht man ihn von vielen hellen, blauweiß leuchtenden en Sternen umgeben,. Das ist der Offene Sternhaufen Melotte 20. Mitten auf der Verbindungslinie von Ruchba (Delta Cassiopeiae) nach Gamma Persei liegen die beiden Offenen Sternenhaufen „h und chi“, die in jedem optischen Gerät, welches dem Beobachter ein großes Gesichtsfeld bietet, einen beeindruckenden Anblick bieten. Ca. 3° südlich von Mirfak kann man einen weiteren Offener Sternhaufen finden: NGC 1245. Er ist ca. 6000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält viele, aber nur schwache Sterne. Daher ist er nur in Fernrohren großer Öffnung gut zu erkennen. In der Verlängerung nach Süden stößt man auf den 2m hellen Algol (Beta Persei), dem bekanntesten bedeckungsveränderlichen Stern. Nach jeweils 2 Tagen, 20 Stunden, 48 Minuten und 56 Sekunden fällt Algols Helligkeit für zehn Stunden von 2m auf 3,5m ab. Fünf Grad nordwestlich von Algol sieht man im Fernglas den Offenen Sternhaufen M34. Für die Beobachtung mit dem Teleskop ist der Winkeldurchmesser M34 zu groß, im Fernrohr kann man aber einige Doppelsterne in dem Sternhaufen erkennen. Ca. 3,6° südlich von M34 kann man am sterklaren dunklen Nachthimmel in einem Fernrohr ab acht Zoll Öffnung bei mittleren Vergrößerungen die diffuse Spiralgalaxie NGC 1023 sehen. Ca. 5,5° südlich von M34 zeigt ein Fernrohr ab acht Zoll Öffnung bei mittleren Vergrößerungen die Galaxie NGC 1058, sie enthält einen markant hellen Kern.

Fuhrmann

Das Sternbild Fuhrmann steht nun im Zenit. Sein Hauptstern Capella ist der vierthellste Stern des nördlichen Himmels. Es enthält die hellen Offenen Sternhaufen M36, M37 und M38, sie sind in jedem Fernrohr beeindruckende Objekte und bei klarem Himmel schon im 8x50-Sucherfernrohr recht gut zu erkennen. M38 finden wir auf der Mitte der Linie zwischen den Sternen Theta Aurigae und Iota Aurigae. Der helle Haufen M37 liegt etwas links der Mitte einer gedachten Linie von Theta zu Nath. M36 liegt ungefähr in der Mitte zwischen M37 und M38. Neben diesen von Amateurastronomen häufig beobachteten Sternhaufen bietet der Fuhrmann weitere sehenswerte Deep-Sky-Objekte, für die jedoch Fernrohre mit größerer Öffnung erforderlich sind. Ca. 0,5° südlich von M38 liegt z. B. der Offene Sternhaufen NGC 1907. Ein weiteres lohnendes Objekt ist NGC 2281, der hellste Sternhaufen im Fuhrmann. Dieser Sternhaufen liegt auf einer Linie zwischen Castor (Alpha Geminorum) und Menkalinan (Beta Aurigae), ca. 12° ostsüdöstlich von Menkalinan. NGC 2281 ist in allen Fernrohren und mit allen Vergrößerungen zu beobachten, denn viele seiner Sterne sind relativ hell. Ca. 1° westlich von M36 stößt man im Fernrohr bei hoher Vergrößerung auf den kleinen Emissionsnebel NGC 1931. Wenn wir unser Fernrohr mit hoher Vergrößerung auf Theta Aurigae richten, entpuppt sich dieser 2,6m helle Stern als enger Doppelstern. Ein weiterer schöner Doppelstern im Fuhrmann ist Omega Aurigae. Omega ist leicht zu finden, Es ist der hellste Stern auf der Linie von Eta nach Iota Aurigae. Ein bemerkenswerter Stern im Fuhrmann ist Epsilon Aurigae, der Stern an der Spitze des spitzwinkligen Dreiecks aus drei 3m heller Sternen ca. 3,5° westlich von Capella. Epsilon ist ein ungewöhnlicher bedeckungsveränderlicher Stern, dessen beide Partner einander in 27 Jahren einmal umkreisen, wobei der Hellere vom Dunkleren für über zwei Jahre teilweise verdeckt wird. Heute weiß man, dass der dunklere Partner kein Stern ist, sondern eine ausgedehnte Staubscheibe des Partnersterns, die diesen vollständig verdeckt.  

Stier

Blickt man vom Sternbild Perseus nach Süden, landet der Blick automatisch im Sternbild Stier mit den Plejaden. Dieser Offene Sternhaufen wird auch als „Siebengestirn“ bezeichnet, und viele „Himmelslaien“ halten ihn für den „kleinen Wagen“. Der „kleine Wagen“ ist jedoch der volkstümliche Name für das Sternbild Kleiner Bär. Die Plejaden bieten in jedem Fernglas und in jedem Spektiv bis 20-facher Vergrößerung einen beeindruckenden Anblick. Für die Betrachtung im Fernrohr ist dieser Offene Sternhaufen zu groß. Im Fernrohr kann man jedoch die weißblaue Farbe der hellen, jungen und sehr heißen Sterne dieses Offenen Sternhaufens besser erkennen. Die Plejaden gehören zum Sternbild Stier. Es erinnert an den schönen weißen Stier dar, der mit seiner Sanftmut die Jungfrau Europa dazu verführte, am Meeresstrand auf seinen breiten Rücken zu klettern. Darauf schwamm der Stier mit der verblüfften Jungfrau auf seinem Rücken über das offene Meer bis Kreta, wo er sich ihr als Zeus vorstellte und sie dort zu seiner Geliebten machte. Das Sternbild repräsentiert den aus dem Wasser ragenden, gebeugten Kopf des Stiers, dessen lange Hörner nach Osten weisen. Auffällig ist in dem Sternbild die dreieckige Anordnung von hellen Sternen um den orangen Hauptstern Aldebaran (Alpha Tauri), der das Auge des Stiers darstellt. Diese Sterne bilden den Kernbereich des Offenen Sternhaufens der Hyaden, der nur 148 Lichtjahre entfernt ist. Der Stern Nath (Beta Tauri) markiert die Spitze des oberen Stierhorns. Nath ist ein blauweißer Stern in 160 Lichtjahren Entfernung. Ca. 8° südlich von Nath finden wir Zeta Tauri. Dieser Stern markiert die Spitze des unteren Stierhorns. Ca.1° nordwestlich von Zeta liegt M1, der berühmte „Krebsnebel“. Dieser von Charles Messier 1758 entdeckte Nebel ist der sichtbare Überrest einer Supernova, deren Erscheinen am Himmel am 4. Juli 1054 von chinesischen Astronomen aufgezeichnet wurde. Sie war damals 23 Tage lang tagsüber zu sehen. Der Name „M 1“ wurde dem Nebel von Charles Messier vergeben. Messier war ein geübter Beobachter und sah den Nebel im 18. Jahrhundert mit einem 3-zölligen Fernrohr. Unter einem durch künstliche Lichtquellen aufgehellten Himmel kann M1 heute selbst in einem Achtzöller nicht mehr erfolgreich gesehen werden. Das verdeutlicht, wie sehr das astronomische Beobachten lichtschwacher Objekte heutzutage durch die künstliche Himmelsaufhellung beeinträchtigt wird.

Zwillinge

Das Sternbild Zwillinge besteht aus zwei parallelen Sternenketten. Die nördliche Kette wird von den Sternen Castor (Alpha), Mebsuta (Epsilon), Tejat Posterior (My) und Tejat Prior (Eta) gebildet. Die südliche Kette besteht aus Pollux (Beta), Wasat (Delta), Mekbuda (Zeta) und Alhena (Gamma). Castor ist ein markanter, enger Doppelstern. Seine beiden blauweißen Sternpartner stehen in drei Bogensekunden Abstand voneinander, man muss im Fernrohr hoch vergrößern damit man sie getrennt sehen kann. Auch Wasat ist ein schöner Doppelstern, die beiden Partner stehen sechs Bogensekunden auseinander und sind ungleich hell, Wasat liegt genau in der Ebene der Ekliptik. Ca. 2,3° ostsüdöstlich von Wasat kann man im Fernrohr bei dunklem Himmel den hellen Planetarischen Nebel NGC 2392 beobachten, der auch als „Eskimonebel“ bekannt ist Der kleine Zentralstern dieses Nebels ist gut zu sehen, der grünlich schimmernde kugelige Nebel um den Zentralstern ist bei hoher Vergrößerung mit indirektem Sehen auffällig. Zwei Grad nordwestlich von Tejat Prior finden wir den Offenen Sternhaufen M35, der auch in kleinen Fernrohren schön  beobachtet werden kann.

Orion

Hoch im Südosten steht nun das imposante Sternbild Orion. Es enthält zahlreiche helle Sterne und schöne Galaktischen Nebel, mit deren Beobachtung man bei guten Bedingungen leicht Stunden zubringen kann. Im Orion gibt es viele schöne Doppelsterne: z. B. Mintaka (rechter Gürtelstern), Alnitak (linker Gürtelstern), Eta (zwischen Mintaka und Rigel), und auch der helle Rigel selbst. Die Sterne Sigma (direkt südlich von Alnitak gelegen) und Theta (im Orionnebel) sind Mehrfachsysteme: Sigma hat vier Komponenten, Theta (im Schwertgehänge) besteht aus den beiden Sternen Theta1 und Theta2. Theta1 ist selbst wiederum doppelt, Theta2 zeigt sich im Fernrohren größerer Öffnung bei höheren Vergrößerungen mindestens 4fach: Er ist als das „Trapez im Orionnebel“ bekannt. M 42, M 43, NGC 2024 und M 78 sind die bekanntesten Galaktischen Nebel im Orion. Es wird im Winterhalbjahr wohl kaum eine Beobachtungsnacht vergehen, ohne dass man sich den Anblick des prächtigen Orion-Nebels M 42 am Weitfeld-Okular gönnt. Setzt man dabei ein UHC-Filter ein, wird die Struktur der durch die UV-Strahlung von Theta Orionis C zum Leuchten angeregt Gasmassen des Nebels besonders gut erkennbar.

Löwe

Gegen 1:30 Uhr heben sich die hellen Sterne des Löwen über den östlichen Horizont. Das hellste Objekt im Löwen ist derzeit der -2,1m helle Jupiter. Er wandert im westlichen Teil des Sternbilds sehr langsam in östliche Richtung. Seine Wolkenbänder und die Veränderung der Stellung seiner vier hellen Monde lassen sich im Fernrohr gut beobachten. Der hellste Stern im Sternbild Löwe ist Regulus, ein blauweißer Doppelstern von 1,3m. Regulus ist 73 Lichtjahre entfernt. Sein kleinerer Partnerstern ist ein gelber Stern 8. Größe. Der 2m helle Algieba (Gamma Leonis) liegt ca. 8° nördlich von Regulus. Algieba ist einer der bekanntesten Doppelsterne am Himmel. Er ist 90 Lichtjahre entfernt, die beiden gelblichen Partner von 2,2m und 3m stehen in 4 Bogensekunden Abstand voneinander, das entspricht einer gegenseitigen Distanz von über 18 Milliarden Kilometern. 1,5° südlich der Mitte der Verbindungslinie von Regulus (Alpha Leonis) und Coxa (Theta Leonis) kann man in Fernrohren ab 6 Zoll Öffnung bei dunklem, klarem Himmel die Galaxiengruppe M95, M96 und M105 wahrnehmen. In der Mitte zwischen Iota Leonis und Coxa findet man die Galaxiengruppe M65, M66 und NGC 3628. Zwischen Coxa und Zosma (Delta Leonis) findet man die Galaxie NGC 3607. Ca.1,5° südlich von Lambda Leonis liegt NGC 2903, die größte und hellste Spiralgalaxie im Löwen. Das Sternbild Löwe spielt im November traditionell eine besondere Rolle, weil der im November jährlich auftretende Sternschnuppenstrom der Leoniden im Löwen seinen Radianten hat. Die Leoniden erreichen in diesem Jahr ihr Aktivitätsmaximum am 17. 11. gegen 18:00. Dieses Maximum kann in Mitteleuropa nicht beobachtet werden, da das Sternbild hier erst nach Mitternacht aufgeht. Ab Mitternacht können jedoch durchaus einzelne helle Sternschnuppen als so genannte „Earthgrazer“ auftreten, die innerhalb von zwei Sekunden als lange, funkensprühende Flammenzungen ihre Bahn lautlos vom östlichen Horizont her zum gegenüberliegenden Horizont ziehen. Wer so etwas einmal gesehen hat, vergisst es nie wieder.

Übersicht um 6:00

Im Südwesten sehen wir den Orion und darunter funkelt Sirius, der Hauptstern im Sternbild Großer Hund. Die Milchstraße zieht sich nun von Süden in weitem Bogen über den Westhimmel Richtung Norden und verblasst in der aufziehenden Morgendämmerung. Jupiter steht nun hoch am Himmel und nähert sich dem Meridian. Die Sterne des Großen Bären sehen wir fast im Zenit. Im Osten sehen wir den Bärenhüter mit dem hellen Stern Arktur. Das Sternbild Jungfrau geht gerade im Osten auf, man kann seinen Hauptstern Spica bereits im Horizontdunst erahnen. In der ersten Novemberwoche kann man bei Spica einen weiteren ähnlich hellen Stern beobachten, der von Tag zu Tag rasch nach Osten wandert. Das ist Merkur.

Abschied

Egal wie lang man in der Novembernacht den Sternenhimmel beobachtet und wie schön das Beobachtungserlebnis ist, schließlich geht die Beobachtungsnacht zu Ende. Das kann daran liegen, dass die Beobachtungsbedingungen sich verschlechtern, oder dass man zu frieren beginnt oder dass zu müde wird, oder auch weil unheimliche Geräusche aus dem Wald dringen. Dann wird es Zeit, die Fernrohre abzubauen und die Geräte sicher und sorgfältig im Kofferraum zu verstauen. Dabei muss man prüfen, ob alles Teile trocken geblieben sind und kein Teil am Beobachtungsplatz vergessen wurde. Ein letzter Schluck heißer Kaffee oder Tee mit einem leckeren Keks belebt die Lebensgeister. Ein letzter langer prüfender Blick zum Himmel. Dann steigen wir ins Auto und machen uns auf den Weg vom einsamen dunklen Beobachtungsplatz zurück in die lichterfüllte Stadt zum warmen Bett. wieder einmal haben wir viel gesehen.

Ein Service von unserem Partner 
Astronomie.de

Zurück

Warenkorb

Ihr Warenkorb ist leer.

Willkommen zurück!

E-Mail-Adresse:
Passwort:
Passwort vergessen?

Sonderangebote

Das Baumarkt-Teleskop

Das Baumarkt-Teleskop
Statt 14,90 EUR
Nur 12,90 EUR

Newsletter-Anmeldung

E-Mail-Adresse: